„Kennen leider nicht alle“

Nasa-Entwarnung: „Apophis“ trifft Erde im nächsten Jahrhundert nicht - Experte hat andere Objekte auf dem Schirm

Asteorid im Weltall
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Asteorid fliegt im Weltall umher (Symbolbild).

Asteroid „Apophis“ rast auf seinem Weg um die Sonne alle zwei Jahre an der Erde vorbei. Astronomen konnten nun jedoch einen Zusammenstoß fürs Erste ausschließen.

Update vom 16. April 14.32 Uhr: Asteroid „Apophis“ wurde durch die Nasa von der Liste der gefährlichsten Asteroiden gestrichen. Denn nach neuesten Berechnungen ist in den nächsten Hundert Jahren nicht mit einem Zusammenstoß zu rechnen. Das bestätigte auch der Astronom Rainer Kresken, Leiter der Starckenburg Sternwarte in Heppenheim, der Bild gegenüber: „Jetzt wurden bei neuen Beobachtungen am Himmel seine Bewegungen neu vermessen und seine Umlaufbahn neu berechnet. Mit dem Ergebnis, dass ein Crash erstmal auszuschließen ist.“ Damit ist momentan keine erkennbare Gefahr für die Menschheit durch riesige Himmelskörper gegeben. Doch der Astronom weißt darauf hin: „Wir kennen leider nicht alle gefährlichen Objekte dort draußen, es kann mal ein Asteroid auftauchen, den wir noch nicht auf dem Schirm haben.“

Asteroid kommt der Erde nicht nur näher, er wird dabei auch schneller

Erstmeldung vom 13. April, 9.47 Uhr: München - Der Asteroid 2015 BY310, auch „Aphophis“ genannt, kommt der Erde immer näher. Die Nasa stufte den Himmelskörper wegen seiner Größe als gefährlich ein. Es sieht bisher jedoch nicht danach aus, als sei er auf Kollisionskurs. Das berichtet spacereference.org, eine Aufklärungsseite, die Daten der Nasa und anderer wissenschaftlicher Institute bereitstellt. Am 10. März ist der Asteroid an der Erde vorbeigerast und kam ihr dabei mit einem Abstand von 5 Millionen Kilometern näher als vor zwei Jahren. Damals waren es noch 8 Millionen Kilometer Entfernung.

„Apophis“ fliegt mit einer Geschwindigkeit von 26.300 Kilometern pro Stunde und ist so groß wie ein Fußballfeld (Durchmesser: zwischen 120 und 270 Metern). Damit ist er jedoch deutlich kleiner als der größte bekannte Asteoroid „2001 FO32“, der der Erde am 21. März 2021 nahe kam*(*tz.de berichtete).

In den kommenden sechs Jahren kommt der Asteroid nicht nur näher an die Erde heran, er legt auch ordentlich an Geschwindigkeit zu. Die momentane Geschwindigkeit liegt bei rund 26.000 km/h. 2027 ist „Apophis“ nur noch 3,5 Millionen Kilometer von uns entfernt. Eine so knappe Entfernung, wie bei Asteroid 2012 DA14*, der 2013 mit nur 27 800 Kilometern an der Erde vorbei rauschte, wird es aber nicht, denn danach bewegt er sich wieder von der Erde weg.

Im Jahr 2035 erreicht „Aphophis“ seine höchste Geschwindigkeit mit 49.000 km/h, ist dann aber wieder 28 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Der Asteorid 2015 BY310 kann seine Flugbahn an der Erde vorbei noch ändern

Der Kurs des Asteroiden könnte sich aufgrund der Sonnenbestrahlung noch ändern. Das liegt am Jarkowski-Effekt, der um 1900 von dem russisch-polnischen Ingenieur Iwan Ossipowitsch Jarkowski beschrieben wurde. Dabei wird die Asteoridenoberfläche unterschiedlich stark erwärmt.

Die Seite des Asteoriden 2015 BY310 , die der Sonne am Nachmittag entgegengerichtet ist, wird dabei wärmer als die Seite, die am Vormittag von der Sonne angestrahlt wird. Letztere ist noch in der vorherigen Nacht abgekühlt. Das hat zur Folge, dass eine unterschiedliche Krafteinwirkung den Asteroiden leicht von seinem Kurs ablenkt. Er wird vermutlich dennoch nicht einschlagen und wir werden auch nicht aussterben, wie die Dinosaurier*. *tz.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

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