22 Tote geborgen

AirAsia: Sank die Maschine nach Wasser- Notlandung?

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Die Suche nach den Opfern des AirAsia-Absturzes geht weiter.

Borneo - Nach dem Absturz der AirAsia-Maschine haben die Rettungskräfte bislang 22 Tote aus dem Meer geborgen. Experten glauben, dass dem Piloten eine Notlandung auf dem Wasser gelungen sein könnte.

Das Flugzeug mit 162 Menschen an Bord sei wahrscheinlich noch intakt gewesen und erst danach wegen der hohen Wellen untergegangen, sagte der frühere indonesische Verkehrsminister Jusman Syafii Djamal. Er hält es für möglich, dass nach der Notlandung die Evakuierung der Maschine eingeleitet wurde. Darauf könnten die Einstiegstür und eine Notrutsche hinweisen, die an der vermuteten Unglücksstelle im Meer gefunden wurden. "Womöglich haben hohe Wellen das Flugzeug und dessen Spitze erfasst und zum Sinken gebracht", erklärte Djamal.´

Flugkapitän Iriyanto, ein erfahrener Ex-Luftwaffenpilot, habe es geschafft, mit dem Airbus A320-200 auf der Meeresoberfläche zu landen, sagte auch der Chefredakteur des Fachblatts "Angkasa", Dudi Sudibyo, der Nachrichtenagentur AFP. Die Notfunkbake, der sogenannte Emergency Locator Transmitter (ELT), habe offenbar kein Signal gefunkt, weil "es bei der Landung keinen größeren Aufprall gab".

Der frühere Luftwaffenkommandeur Chappy Hakim schloss sich dieser Analyse an. Er gehe davon aus, dass "das Flugzeug nicht in der Luft explodierte". Bei der Landung sei die Maschine offenbar nicht zerstört worden. Darauf deute auch der Zustand der bislang geborgenen Leichen hin.

22 Tote geborgen

Es werden noch immer etwa 140 Passagiere und Besatzungsmitglieder vermisst. Hoffnung auf Überlebende gibt es nicht mehr. Die Rettungskräfte konnten bislang 22 Leichen aus dem Meer bergen, acht von ihnen werden derzeit in Surabaya identifiziert. Fernsehbilder zeigten, wie ein Hubschrauber der US-Marine vier Leichen zum Flughafen in Pangkalan Bun auf Borneo brachte. Ein Marineschiff hatte sie aus dem Meer geborgen. Das erste identifizierte Opfer, eine Indonesierin, wurde am Donnerstag unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit von ihrer Familie beigesetzt.

Die Rettungskräfte setzten ihre Suche mit 29 Schiffen und 17 Flugzeugen fort, wie der Chef des indonesischen Rettungsdienstes, Bambang Soelistyo, sagte. Das Suchgebiet wurde anhand der bislang gefunden Leichen und Wrackteile stark verkleinert. Mit 1575 Quadratseemeilen ist es nur noch ein Zehntel so groß wie noch bei der Suche am Donnerstag. 

„Wir konzentrieren uns auf die Bergung des Flugzeugrumpfes sowie der Flugschreiber“, sagte der Leiter der indonesischen Rettungskräfte, Bambang Sulistyo. Die Suche war zuvor durch schlechtes Wetter behindert worden.

Rätsel um ausgebliebenen Notruf

Flug QZ8501 mit 162 Menschen an Bord war am Sonntagmorgen auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur kurz nach dem Start vom Radarschirm verschwunden. Das Flugzeug war in einer Höhe von 32.000 Fuß unterwegs, als der Pilot wegen des schlechten Wetters darum bat, seinen Kurs ändern zu dürfen. Die Flugkontrolle untersagte es dem Piloten wegen des dichten Flugverkehrs aber, seine Flughöhe anzupassen.

Einige Experten vermuteten, dass das Flugzeug abstürzte, weil es langsam flog oder zu steil aufstieg. Wieso der Pilot keinen Notruf absetzte, ist bislang ungeklärt. Erst die Flugschreiber werden wohl endgültig Aufschluss über die Unglücksursache geben können.

afp/dpa

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