240 Corona-Neuinfektionen

Weiterer Corona-Ausbruch in Betrieb in Bayern

"Besuchsverbot!" steht auf deutsch, rumänisch und polnisch auf einem Zettel an einem Bauzaun, der die Wohngebäude eines Betriebes umzäunt. Foto: Angelika Warmuth/dpa
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"Besuchsverbot!" steht auf deutsch, rumänisch und polnisch auf einem Zettel an einem Bauzaun, der die Wohngebäude eines Betriebes umzäunt. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Bis Samstag erreicht die Zahl der Corona-Neuinfektionen ein sehr hohes Niveau. Heute liegt der Wert niedriger - bedingt wohl durch das Wochenende. Im bayerischen Mamming wird erneut ein Ausbruch in einem Betrieb bekannt.

Berlin/Mamming (dpa) - Trotz eines starken Rückgangs der registrierten Corona-Neuinfektionen am Sonntag ist das Robert Koch-Institut (RKI) über die Entwicklung in Deutschland sehr beunruhigt.

Bis Sonntag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland nach RKI-Angaben 240 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Diese niedrige Zahl, weniger als ein Drittel der Werte der Vortage, erklärt sich wohl zumindest teilweise dadurch, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 955 gelegen. Das war die höchste gemeldete tägliche Fallzahl seit Anfang Mai - abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies Mitte Juni.

"In den letzten Wochen ist der Anteil an Kreisen, die über einen Zeitraum von 7 Tagen keine Covid-19-Fälle übermittelt haben, deutlich zurückgegangen", schreibt das RKI in seinem Lagebericht von Sonntag. Besonders viele Infektionen verzeichnen demnach die Bundesländer Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen. "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden", mahnte die Behörde.

Die höchste Fallzahl innerhalb von sieben Tagen entfiel auf den niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau mit 133 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Dort wurden nach dem massiven Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming in einem weiteren Betrieb der Gemeinde 43 Infizierte ermittelt. Wie das Landratsamt am Samstagabend mitteilte, wurden die Infizierten und ihre Kontaktpersonen umgehend isoliert. "Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben", sagte Landrat Werner Bumeder laut Mitteilung.

In Nürnberg wurden 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne gestellt, weil ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Wie die Stadt am Samstag mitteilte, handelt es sich bei der infizierten Person um einen Mitarbeiter eines Pflegeheims. "Sowohl die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft als auch die des Pflegeheims werden zurzeit getestet. Ergebnisse liegen noch nicht vor", schrieb die Stadt bei Twitter.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland mindestens 209 893 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte (Datenstand 2.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9141. Bis Sonntagmorgen hatten 192 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit sind rechnerisch rund 7850 Menschen in Deutschland akut mit dem Erreger infiziert.

Die bundesweite Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 2.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,11 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 2.8., 0.00 Uhr, bei 1,09 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

© dpa-infocom, dpa:200802-99-10119/7

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