Üble Experten-Prognose

Hochwasser-Opfer in NRW mit Tränen in den Augen – Dreck-Wasser viel zu viel

Die Flut ist weg, die Probleme bleiben. Nach dem Hochwasser in Nordrhein-Westfalen rechnen Experten noch sehr lange mit belastetem Wasser.

NRW – Auch wenn die Wasserpegel wieder gesunken sind, haben betroffene Anwohner noch lange mit den Folgen der verheerenden Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen* und Rheinland-Pfalz zu kämpfen. In etlichen Kellern und Tiefgaragen stehen noch viele Tausend Liter verunreinigtes Wasser, berichtet RUHR24*.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefMinisterpräsident Armin Laschet (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Hochwasser in NRW: Kontaminiertes Wasser muss noch monatelang abgepumpt werden

Im Entsorgungsunternehmen KS-Recycling aus Sonsbeck (Kreis Wesel) herrscht Ausnahmezustand, wie Geschäftsführer Guido Schmidt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte. Das Unternehmen pumpt zurzeit riesige Mengen an Wasser aus Kellern, Tiefgaragen und Fahrstuhlschächten ab.

Es ist verdreckt mit Motorenöl, Benzin, Reinigungsmittel und Schlamm. Das abgepumpte Wasser muss zunächst chemisch und dann biologisch gereinigt werden. Danach wird es in den Rhein geleitet. Das Problem: Es ist einfach zu viel. Der Ausnahmezustand werde noch „mehrere Monate“ andauern, glaubt Guido Schmidt.

NRW: Noch immer volle Keller nach Flutkatastrophe – bei Anwohnern „fließen Tränen“

Die Firma sitzt in Sonsbeck am Niederrhein, fährt aber auch Einsätze in Rheinland-Pfalz. Verzweifelte Eigenheimbesitzer würden die Fahrer des Unternehmens teils regelrecht anflehen, auch bei ihnen Wasser abzupumpen. Doch wenn der Tank voll ist, bleibt den Fahrern nichts übrig, als weiterzufahren. In solchen Situationen würden oft Tränen fließen, so Guido Schmidt gegenüber der Rheinischen Post.

Die Verzweiflung der Anwohner hat auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU)* bereits zu spüren bekommen. Ein Besuch in Swisttal bei Bonn geriet für den Kanzlerkandidaten der Union zum Spießrutenlauf. Viele Anwohner klagten, dass die versprochenen Soforthilfen von Bund und Land noch nicht angekommen seien.

Laschet hatte den Flutopfern eine große Summe an Soforthilfen* zugesagt. Die 200 Millionen Euro vom Bund wollte die Landesregierung verdoppeln. Die Anwohner kritisierten aber nicht nur die ihrer Meinung nach unzureichende Unterstützung, sondern auch die mangelnde Kommunikation und die ausbleibenden Warnungen während der Katastrophe selbst.

Flutkatastrophe forderte 47 Tote in NRW – Wiederaufbau wird „Milliarden verschlingen“

Nach der Flutkatastrophe kündigte Laschet deshalb ein neues Warnsystem für NRW* an. Mittels „Cell Broadcast“ sollen Anwohner in gefährdeten Gebieten künftig schneller und präziser gewarnt werden. Alle Personen, die in der Krisenregion ins Mobilfunknetz eingeloggt sind, bekommen automatisch eine Nachricht auf ihr Handy oder Smartphone gespielt.

Die Überschwemmungen, ausgelöst durch extremen Starkregen, forderten vor knapp drei Wochen 139 Tote in Rheinland-Pfalz – 26 Menschen werden dort noch vermisst – und 47 Tote in Nordrhein-Westfalen. Viele Gemeinden wurden verwüstet. Häuser sind unbewohnbar und wurden von den Fluten zum Teil einfach mitgerissen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (r.) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bei einem Besuch in Stolberg.

Bei einem Besuch mit Laschet im nordrhein-westfälischen Stolberg sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), dass der Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete „viele Milliarden verschlingen“ werde. Laut dem Kanzlerkandidaten der SPD sei es sehr gut möglich, dass der Wiederaufbau allein in NRW und Rheinland-Pfalz mehr kosten würde, als die Beseitigung der Schäden des letzten großen Hochwassers in Deutschland. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sascha Schuermann/AFP

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