Düsseldorf und Köln

Karneval 2022 in NRW: Absage wegen Corona? So steht es um Umzüge und Sitzungen

Fällt wegen Corona in NRW auch der Karneval 2022 aus? Ministerpräsident Hendrik Wüst hat darüber mit Karnevalisten gesprochen. Das ist das Ergebnis.

Update, 13.21 Uhr: Karneval in Innenräumen, wie ihn Menschen in NRW kennen und lieben, wird es auch in der Session 2021/2022 nicht geben. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat sich dazu geäußert. Der Karneval sei tief verwurzelt in NRW - Heimat und Brauchtum, betonte er. Corona, das Infektionsgeschehen und die Belastung der Krankenhäuser seien aber große Unsicherheitsfaktoren. Die Omikron-Variante verschärfe die Situation erheblich.

Weiberfastnacht24. Februar 2022
Rosenmontag28. Februar 2022

„Karneval als Massenveranstaltung scheint nicht verantwortbar“, sagte Wüst in einer Pressekonferenz am Dienstagmittag. Veranstaltungen, bei denen sich viele Menschen in engen Innenräumen begegnen, seien auch in der Session 2021/ 2022 nicht verantwortbar, hieß es weiter. Das gelte etwa für Karnevalsbälle, Partyformate und gesellige Karnevalssitzungen, bei denen Abstandgebote und Maskenpflicht nur schwer umsetzbar sind. Wie es in einer ergänzenden Pressemitteilung heißt, machen das Infektionsgeschehen und die Belastung der Krankenhäuser Karnevalsveranstaltungen selbst für Geimpfte oder Genesene unter Einhaltung hoher Schutzmaßnahmen wie 2G-plus nicht bedenkenlos möglich. 

Karneval 2022 in NRW: Sitzungen „nicht verantwortbar“ - wie es um Rosenmontagszüge steht

Wüst sagte, er sei dankbar, dass sich der organisierte Karneval seiner Verantwortung bewusst sei. Die Einschränkungen sei für alle Ehrenamtlichen, die sich im Karneval engagieren, hart. Sicherheit und Gesundheit hätten aber Priorität.

Grundsätzliche Entscheidungen seien deshalb schon jetzt nötig, so der NRW-Ministerpräsident. Für alle Beteiligten müsse Planungssicherheit her. Wirtschaftshilfen für Karnevalsvereine sind laut Wüst deshalb abgesprochen und vorbereitet. Wie Wüst hervorhob, müssten existenzgefährdende Absagen vermieden werden, sodass eine Absicherung durch Wirtschaftshilfen für Vereine und Veranstalter notwendig würden.

In der NRW-Pressemitteilung aus der Staatskanzlei heißt es dazu wörtlich: „ Der Staat hilft hier bei pandemiebedingten Absagen mit finanzieller Unterstützung unter anderem durch den Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen, der für Karnevalsveranstaltungen bei pandemiebedingten Absagen auf nachdrücklichen Einsatz des Landes einschlägig ist, sowie dem Förderprogramm ‚Neustart miteinander‘ des Landes für eingetragene Vereine.“       

Karneval 2022 in NRW: Züge noch nicht abgesagt - pandemische Entwicklung abwarten

Unterm Strich haben Karnevalsveranstalter und Landesregierung ein gemeinsames Vorgehen beschlossen - das heißt auch, dass Karnevalisten mit Blick auf den Gesundheitsschutz freiwillig auf Veranstaltungen in Innenräumen verzichten werden.

Was die Karnevalszüge an der frischen Luft betrifft, geht die Landesregierung nach Angaben von Frank Prömpeler, Präsident des Festausschusses Aachener Karneval und Vizepräsident des Bundes Deutscher Karneval, mit Augenmaß vor. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Booster-Kampagne auszahle und wie sich die pandemische Lage entwickle. Die Hoffnung auf Karnevalszüge sei noch nicht begraben. Mitte Januar müsse die Situation eingeschätzt werden, um eine Entscheidung für die Züge zu treffen, sagte Prömpeler.

Karneval 2022 in NRW: Eine Absage für Karnevalszüge gibt es noch nicht. Auf Veranstaltungen in Innenräumen wird der organisierte Karneval aber verzichten.

Dass die Tür für Umzüge noch einen Spalt offensteht, bestätigte auch Christoph Kuckelkorn, Präsident den Festkomitees Kölner Karneval und Regionalpräsident des Bundes Deutscher Karneval, auf Nachfrage eines Journalisten.

Ob der Straßenkarneval und der Rosenmontagszug 2022 möglich sind, ist noch nicht klar, erklärt 24RHEIN.

[Erstmeldung vom 14. Dezember, 12.19 Uhr] NRW - Verkleiden und ausgelassen feiern: Karneval ist für viele Menschen in Nordrhein-Westfalen* ein Jahreshighlight. Macht Corona* den Plänen für Straßenkarneval und Karnevalssitzungen - zum Beispiel in den Hochburgen Köln und Düsseldorf - einen Strich durch die Rechnung? Droht die Absage, oder ist eine 2G-plus-Regelung denkbar?

Karneval 2022 in NRW: Droht die Absage? Ministerpräsident Wüst äußert sich

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst*(CDU) will sich am Dienstagmittag in Düsseldorf zum Thema Karneval äußern. Zuvor tauscht Wüst sich digital mit Vertretern des organisierten Karnevals aus. In einer Pressekonferenz will er dann informieren - gemeinsam mit Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval von 1823 e.V., sowie Frank Prömpeler, Präsident des Festausschusses Aachener Karneval und Vizepräsident des Bundes Deutscher Karneval.

Zuletzt hatte sich Wüst für Finanzspritzen an die betroffenen Veranstalter ausgesprochen, sollte Karneval im Jahr 2022 erneut wegen Corona abgesagt werden müssen. Darüber berichteten verschiedene Medien. „Vom Festwirt bis zur Technikfirma haben viele Betroffene 2021 auf den Karneval und ihre Geschäftsgrundlage verzichtet“, hatte Wüst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) Ende vergangener Woche gesagt. „Und viele haben keine finanziellen Polster mehr und brauchen bei erneuten Ausfällen und Absagen finanzielle Hilfen.“

Karneval 2022 in NRW: Absage oder 2G-plus?

Dabei verwies der NRW-Ministerpräsident darauf, dass der Karneval Brauchtum und Kultur sei - für viele Menschen „ein Teil ihrer Kultur und Heimat“. Doch müssen die Menschen in NRW, allen voran in Köln und Düsseldorf, im Jahr 2022 erneut auf diesen wichtigen Bestandteil ihres Lebens verzichten? Ausgeschlossen scheint das angesichts der angespannten Corona-Situation in NRW* nicht. Sollte der Karneval doch in irgendeiner Form stattfinden können, ist mit verschärften Regeln zu rechen - so wie 3G, 2G und 2G-plus auch derzeit schon vielerorts gelten*.

Längst nicht überall wird übrigens an Weiberfastnacht, 24. Februar 2022, und Rosenmontag, 28. Februar 2022, festgehalten. Düsseldorf hat bereits Anfang des Monats auf die Corona-Lage reagiert. Die Jecken verschieben ihren Rosenmontagszug 2022 auf den 29. Mai. Das hatte das Comitee Düsseldorfer Carneval gemeinsam mit der Stadt und anderen Brauchtumsvereinen entschieden. Die Karnevalisten gehen davon aus, dass Ende Mai die vierte Corona-Welle überwunden sein wird. - *wa.de und 24RHEIN sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Oliver Berg

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