Lieferengpass

Engpass in Dortmunder Apotheken betrifft mehrere Medikamente

Viele Medikamente sind in NRW aktuell nicht lieferbar. Einige lassen sich ersetzen, andere nicht. Zwei Apotheken aus Dortmund haben nichts Gutes zu berichten.

Dortmund – Besucht man momentan eine Apotheke im Ruhrgebiet, bekommt man nicht unbedingt das, was man eigentlich haben wollte. Viele Medikamente werden nur mit großer Wartezeit geliefert. Lieferengpass schimpft sich das Wort, vor dem sich viele Familien, aber auch Rentner und alle, die auf Medikamente angewiesen sind, fürchten. RUHR24 klärt, wie schlimm die Lage in Dortmund wirklich ist.

Medikamente in Dortmund sind knapp – Lieferengpässe machen Apotheken zu schaffen

Gegenüber der Bild zeichnet der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, ein nicht gerade optimistisches Bild. Die Lage sei schlimm und in 2023 erwarte man „eine Steigerung der Lieferdefizite“. Auch einer Sprecherin der Apotheke am Hansaplatz in Dortmund ist das Problem nicht fremd. „Damit hat, glaube ich, gerade jede Apotheke zu kämpfen“, meint sie am Telefon.

Schuld an den ausbleibenden Medikamenten ist ein komplexes Konstrukt, welches das gesamte Gesundheitssystem in Deutschland betrifft. Wegen des hohen Kostendruckes werden viele Medikamente in Asien produziert. Das Problem: Die Wege nach NRW sind lang. Wird die Lieferung aufgehalten, hat das Auswirkungen auf den Medikamenten-Bestand der Apotheken in Dortmund.

Probleme gibt es übrigens momentan bei Hustensäften und Blutdruckmitteln, aber auch bei Epilepsie-Medikamenten und Schmerzmitteln. Ebenso Kinder-Fiebersaft mit Ibuprofen ist knapp, wie aus Informationen unserer Redaktion bekannt wurde. Die Sprecherin der Apotheke am Hansaplatz in Dortmund bestätigt das. „Auch Magensäureblocker ist momentan oft vergriffen“, sagt sie gegenüber RUHR24.

Lieferengpässe bei Medikamenten in Dortmund – „Apotheken helfen sich gegenseitig“

Die Apotheke am Hansaplatz in Dortmund ist mit dem Problem „Lieferengpässe bei Medikamenten“ nicht allein. Auch die Hirsch-Apotheke am Ostenhellweg in Dortmund kämpft vor allem bei Fiebermitteln mit Knappheit. „Oft müssen wir Kunden weiterschicken“, erklärt eine Sprecherin am Telefon. „Zum Glück helfen sich Apotheken gern gegenseitig.“

Die Hirsch-Apotheke am Ostenhellweg hat mit Lieferengpässen zu kämpfen – genauso wie viele andere Anbieter auch.

Wegen der Lieferengpässe muss glücklicherweise meistens keine Medikamentengabe in Deutschland ausfallen. Denn viele Pharmakonzerne produzieren ähnliche Produkte. Was eigentlich ein wirtschaftlicher Kampf ist, wird Kunden nun zum Vorteil. Häufig sind die Produkte von den Inhaltsstoffen sehr ähnlich, sodass sie nach Rücksprache einfach ersetzt werden können.

Doch das gilt nicht für alle Mittel: „Wir raten unseren Patienten besonders bei verschreibungspflichtigen Medikamenten nochmal mit dem Arzt zu reden“, heißt es von der Apotheke am Hansaplatz in Dortmund.

Auch Medikamente speziell für Kinder werden in Dortmund knapp

Es gibt aber auch Ausnahmen. Manche Medikamente sind zum Beispiel ausschließlich für Kinder gedacht. Fallen sie weg oder werden als Ersatz gekauft, gibt es kaum Alternativen für junge Patienten. „Für Kinder gibt es noch die Zäpfchen“, erklärt die Sprecherin der Apotheke am Hansaplatz in Dortmund. Aber auch die seien teilweise schon knapp.

Die Apotheke am Hansaplatz in Dortmund hat mit Lieferengpässen zu kämpfen – wie viele andere Apotheken auch.

Bei Epilepsie-Patienten hingegen ist der Austausch von Medikamenten ein heikles Unterfangen. Oft sind die Betroffenen ganz genau auf ein Produkt eingestellt. Ist dieses nicht lieferbar, gibt es ein Problem. Schon die kleinsten Änderungen können bei bestimmten Patienten nämlich einen Krampfanfall auslösen (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Die Lieferengpässe bei Medikamenten sind kein Problem, das allein Dortmund betrifft. Apotheken in ganz NRW und deutschlandweit haben mit fehlenden Arzneimitteln zu kämpfen.

Um die Lieferengpässe zu lösen, müssten wieder mehr Medikamente in der EU hergestellt werden, meint der Apothekerverband Westfalen-Lippe gegenüber der Bild. So würden die Wege zu den Apotheken kürzer und man könnte die Produktion besser überwachen und steuern.

Rubriklistenbild: © Giljen, Lara/ RUHR24

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