Neue Regeln für Gesundheitsämter

NRW: Land greift in Chaos bei Corona-Zahlen ein und beendet Durcheinander

Die Corona-Zahlen in NRW sollen übersichtlicher werden. Das Land gesteht zuletzt wenig aussagekräftige Fallzahlen beim RKI ein und will das ändern.

Dortmund – Bisher war es in NRW mit den Corona-Fallzahlen so: Manche Gesundheitsämter meldeten am Wochenende und an Feiertagen ihre Zahlen an das RKI, andere nicht. So änderten sich die Fallzahlen von Tag zu Tag. Die Inzidenz bewegte sich in Wellenformen auf und ab. Das Land will diese Unregelmäßigkeiten jetzt loswerden, berichtet RUHR24.

EinrichtungRobert-Koch-Institut (RKI)
Gründung1. Juli 1891
HauptsitzBerlin
AufsichtsbehördeBundesministerium für Gesundheit

Corona-Fälle an das RKI übermitteln: Neue Regel für Gesundheitsämter in NRW

Ab dem Wochenende vom 25. Juni sollen alle Gesundheitsämter in NRW nach dem gleichen Muster die Corona-Infektionszahlen an das RKI übermitteln: An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen nämlich gar nicht mehr. So sieht es auch das Infektionsschutzgesetz des Bundes vor. NRW ist als Bundesland bei den Corona-Meldungen bisher aber seinen eigenen Weg gegangen und gibt jetzt zu: Ihre Vorgehen macht keinen Sinn mehr.

Denn gesetzlich verpflichtet waren die Gesundheitsämter in NRW nicht, die Zahlen an diesen Tagen an die Landesmeldestelle weiterzugeben. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hatte aber weiter darum gebeten. Die Folge: Unregelmäßige Meldungen mit wenig Aussagekraft. Damit soll jetzt Schluss sein.

Corona-Zahlen in NRW: Kein Vergleich zu anderen Bundesländern

Die Fälle am Wochenende und an Feiertagen werden ab dem 25. Juni immer erst am nächsten Arbeitstag gemeldet. So wird zukünftig zum Beispiel ein am Samstag gemeldeter Fall am Montag übermittelt, am Dienstag ausgewiesen, aber rückwirkend
dem Samstag zugeordnet.

So steht es auch im Infektionsschutzgesetz des Bundes, das NRW angesichts der steigenden Corona-Zahlen gerne ändern würde. In Sachen Datenübermittlung zieht NRW jetzt vielen anderen Bundesländer nach, die bereits mit dieser Regelung arbeiten. Der Vorteil: Wenn alle Bundesländer nach denselben Regeln melden, können die Zahlen untereinander besser verglichen werden.

Ab dem Wochenende vom 25. Juni sollen alle Gesundheitsämter in NRW nach dem gleichen Muster die Corona-Infektionszahlen an das RKI übermitteln.

Land NRW gibt zu: Zahlen waren ohnehin wenig aussagekräftig

Das Land NRW gibt außerdem zu: Die zuvor gemeldeten Zahlen waren ohnehin wenig aussagekräftig. Weniger Arztbesuche, Testungen, Labordiagnostik, Meldungen und Übermittlungen sorgten dafür, dass die „tagesaktuelle Berichterstattung der Neuinfektionen am Wochenende und an Feiertagen ohnehin eingeschränkt“ gewesen sei. Deshalb waren sinkende Inzidenzen waren laut RKI oft ein Trugschluss.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa; panthertubi/Panthermedia/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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