Impfstoff unbeliebt?

Corona-Impfungen in NRW bleiben liegen – woran liegt das?

Im Ruhrgebiet gibt es in zahlreichen Städten Hotspot-Impfungen gegen das Coronavirus. Doch nicht immer werden dabei alle Impfdosen verbraucht.

Dortmund – Schon seit einiger Zeit gibt es in verschiedenen Städten im Ruhrgebiet Hotspot-Impfungen gegen das Coronavirus*, wie RUHR24* berichtet. Manchmal bleiben viele Impfdosen dabei ungenutzt.

StädteHagen und Essen
Inzidenzen50,9 und 19,4
AktionHotspot-Impfungen

Ruhrgebiet: Hotspot-Impfungen in Hagen und Essen – Impfstoff von Johnson & Johnson ungenutzt

Die Stadt Hagen ist in den vergangenen Monaten der Corona-Hotspot in NRW gewesen. Bis heute steht die Stadt im südlichen Ruhrgebiet laut RKI-Daten auf dem ersten Platz beim Inzidenzwert. Aus diesem Grund hat das Land NRW dort Impfdosen des Impfstoffes Johnson&Johnson für Sonderimpfaktionen bereitgestellt (alle News zu Corona in NRW* bei RUHR24).

Bei den mobilen Impfaktionen seien, wie es in einer Mitteilung der Stadt Hagen heißt, 1.700 Menschen geimpft worden. Vonseiten der Stadt Hagen hat es Lob an die vielen Helfer für die erfolgreichen Hotspot-Impfungen gegeben.

Weitere Impfaktionen seien geplant, wie am Freitag (11. Juni) im Hagener Ortsteil Eilpe. Auch am Mittwoch (9. Juni) hat es eine am Bahnhofsvorplatz von 10 Uhr bis 18 Uhr Corona-Impfungen gegeben. Wie die Westfalenpost berichtet, habe man gegen Ende der Aktion noch Impfdosen übrig gehabt.

Impfungen im Ruhrgebiet: Hagen mit mehreren Aktionen aktiv

Die Gründe? Unklar. Der Impfstoff von Johnson&Johnson ist durch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) eher für Personen über 60 Jahre geeignet. Eigentlich. Doch auch Menschen unter 60 Jahren können nach einer ärztlichen Aufklärung geimpft werden.

Wie RUHR24 aus dem Umfeld einer Organisation, die mit der Zielgruppe der Impfaktionen zu tun hat, erfahren hat, soll es bei der Impfaktion in Hagen auch andere Probleme gegeben haben. So gebe es Berichte darüber, dass nicht immer die gewünschte Zielgruppe erreicht worden sei. Es habe Menschen in prekären Wohnsituationen gegeben, die von Corona-Impfungen nichts wussten. Das berichtet eine Person aus dem Umfeld der Aktion. Sie will ihren Namen jedoch nicht in der Presse lesen.

Die Stadt Köln hat die erste Impf-Aktion in Brennpunkt-Vierteln gestartet.

Einerseits könne man dies wohl auf Sprachprobleme, andererseits aber eventuell auch auf fehlende Informationen über die Aktionen zurückführen. Zudem sei wahrgenommen worden, dass es auch Vorbehalte gegenüber den Corona-Impfungen gegeben habe. Wie die Impfaktion am Freitag (11. Juni) läuft, bleibt abzuwarten.

Impfaktionen im Ruhrgebiet: Essen sagt Impfungen für Flüchtlinge und Obdachlose ab

Aus Essen gibt es einen Bericht der WAZ, dass insgesamt 200 Corona-Impfdosen des Impfstoffes von Johnson&Johnson liegen geblieben seien. Hier habe jedoch die Stadt eine Aktion für Obdachlose und Flüchtlinge abgesagt. Die Stadt würde den Impfstoff von Johnson&Johnson ausschließlich an Menschen über 60 Jahren verimpfen.

Es sei sehr bedauerlich, dass die Mitarbeiter der Hilfs-Organisationen erst Überzeugungsarbeit leisten, die Aktionen dann aber abgesagt wurde. So würde man Vertrauen erschüttern, heißt es vonseiten der Organisationen.

Ruhrgebiet: Dortmund meldet positive Bilanz bei Hotspot-Impfungen

Doch es gibt auch andere Beispiele im Ruhrgebiet. Die Stadt Dortmund hat nach eigenen Angaben in einer Hotspot-Impfaktion* circa 1.000 Menschen mehr impfen können, als zunächst geplant. 2.591 Personen in der Nordstadt habe man durch Aufrufe mit Lautsprechern in mehreren Sprachen und direkten Ansprachen erreichen können.

Aber: Auch in Dortmund hatte es bei Hot-Spot-Aktionen in der Vergangenheit Probleme mit unerwünschtem Impfstoff gegeben – etwa im Stadtbezirk Mengede. Dort, so Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner, habe es Menschen gegeben, die sich aktiv gegen eine Impfung mit dem Stoff von Johnson&Johnson ausgesprochen hätten. Die Gründe dafür seien unbekannt. Ebenso, wie groß diese Gruppe sei.

NRW-Integrationssekretärin Serap Güler (CDU) äußerte sich in der Vergangenheit* häufiger über die vermeintliche Skepsis der Migranten und Flüchtlinge gegenüber Impfungen.

Diese sei nicht unbedingt höher als in anderen Gruppen der Gesellschaft. Es sei jedoch stets wichtig, Migranten und Flüchtlinge, die noch eine Sprachbarriere haben, in einfacher Sprache* zu erreichen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/afp, Oliver Berg/dpa; Collage: RUHR24

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