Coronavirus-Pandemie

Merkel unterstützt Laschet – wie lange soll der Brücken-Lockdown andauern?

  • Dario Teschner
    vonDario Teschner
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Angesichts der Corona-Infektionszahlen plädiert Angela Merkel für einen einheitlichen Lockdown in Deutschland. Über eine Regierungssprecherin meldete sich die Kanzlerin zu Wort.

Berlin/NRW – Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch (7. April) die aktuellen Fallzahlen. In Deutschland liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei 110,1. Der Wert ist zwar niedriger, als vor den Feiertagen. Doch über Ostern wurden weniger Tests durchgeführt und noch immer haben nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten an die Bundesoberbehörde übermittelt. Auf die Infektionszahlen kann man sich daher noch nicht verlassen.

Angesichts der angespannten Corona-Lage sprach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schon vor Wochen für einen einheitlichen Lockdown in Deutschland aus, um die Coronavirus-Pandemie* wirksam zu bekämpfen und die Zahlen zu senken. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will einen Brücken-Lockdown* und erntete dafür zunächst viel Kritik. Ausgerechnet von seinem Kontrahenten um die Kanzlerkandidatur, Markus Söder (CSU), bekam er nun Rückendeckung*. Über ihre Vize-Sprecherin Ulrike Demmer reagierte auch die Kanzlerin am Mittwoch (7. April) auf den Vorstoß des CDU-Parteichefs.

ThemaBrücken-Lockdown in Deutschland
BefürworterArmin Laschet, Markus Söder, Angela Merkel
bundesweite 7-Tage-Inzidenz110,1. (7. April)

Einheitlicher Lockdown in Deutschland: Sprecherin von Angela Merkel meldet sich zu Wort

Die Zahl der belegten Intensivbetten wächst und die Corona-Zahlen in Deutschland sind auch nach Ostern auf einem hohen Niveau. Über ihre Regierungssprecherin ließ Angela Merkel verkünden: „Deswegen ist jede Forderung nach einem kurzen, einheitlichen Lockdown richtig.“ Mit dieser Aussage unterstützt sie offenbar den Plan von Laschet. Ziel sei es weiterhin, einen stabilen Inzidenzwert unter 100 zu erreichen. Aufgrund des Infektionsgeschehens sprachen sich einige Länder-Chefs für eine Vorverlegung des anstehenden Corona-Gipfels aus. Doch die Mehrheit war dagegen.

Zwei bis drei Wochen könnte der Lockdown andauern, wenn er denn beschlossen wird. Obwohl Armin Laschet für seinen angestrebten Brücken-Lockdown viel Ablehnung erfuhr (Kommentar), verteidigte der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sein Vorhaben. „Alle sollten sich jetzt noch einmal schnell, hart und klar zusammenraufen“, sagte der CDU-Parteichef am Mittwoch beim Besuch eines Drive-In-Impfzentrums in Schwelm im Ennepe-Ruhr-Kreis. Das Saarland ist als Modellregion aktuell dabei, das öffentliche Leben wieder hochzufahren. „Die Vielfalt der Regelungen trägt nicht zur Akzeptanz bei“, äußerte sich die Vize-Sprecherin der Kanzlerin zu dem unterschiedlichen Vorgehen der 16 Bundesländer.

Einheitlicher Lockdown in Deutschland: Was sagt die SPD?

Merkel, Laschet und Söder haben sich dafür ausgesprochen ganz Deutschland für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen mit härteren Corona-Regeln* herunterfahren, bis die bundesweite Inzidenz die Zielmarke von 100 unterschritten wird. Die Umsetzung dieses Planes könnte laut Bayerns Ministerpräsidenten jedoch schwierig werden, da die SPD-geführten Länder sich offenbar gegen einen einheitlichen Lockdown aussprechen, berichtet mekur.de.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* hat sich derweil dafür ausgesprochen, Corona-Beschränkungen für geimpfte Personen teilweise zurückzunehmen. Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kann sich dies vorstellen. Gegenüber der „Bild“ soll sie folgendes gesagt haben: „Wenn jetzt wissenschaftlich belegt wird, dass von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgeht als von negativ getesteten Personen, entfällt eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte.“ Im nächsten Schritt müssten ihrer Meinung nach Geimpfte in Zukunft mit negativ getesteten Personen gleichgestellt werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Nach einer Impfung gegen das Coronavirus sollen Geimpfte wieder mehr Freiheiten erhalten.

Der Gesundheitsminister muss sich am Mittwoch (7. April) erneut mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca* auseinandersetzen. Wie nun bekannt wurde, rät die Ständige Impfkommission (Stiko) von einer Zweitimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca ab*. Der Grund ist bekannt: In Deutschland kam es im Zuge der Corona-Impfung mit dem Wirkstoff aus dem vereinigten Königreich zu einzelnen Fällen von Sinusvenenthrombosen, die bei manchen Betroffenen tödlich verliefen. (*msl24 und Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/dpa

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