Handball

„Dramatische Lage“ beim Zweitligisten HSV

Mandy Reinarz, hier gegen Leipzig auf dem Weg zum Tor, fehlt im Spitzenspiel gegen die Füchse Berlin. Foto:
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Mandy Reinarz, hier gegen Leipzig auf dem Weg zum Tor, fehlt im Spitzenspiel gegen die Füchse Berlin.

Zwei Solinger Jugend-Regionalligisten haben schwere Auswärtsspiele vor der Brust.

Von Lutz Clauberg

Der Handball-Höhepunkt des Wochenendes geht am Samstag in der Klingenhalle über die Bühne. Allerdings ist der HSV Solingen-Gräfrath gegen die Füchse Berlin wohl nur Außenseiter.

Frauen, 2. Bundesliga: HSV Solingen-Gräfrath - Füchse Berlin (Sa., 18.15 Uhr, Klingenhalle). Die Füchse Berlin sind der einzige aktuelle Zweitligist, gegen den der Spitzenreiter noch nie etwas Zählbares erreicht hat. Fünf Niederlagen sind es seit dem 7. September 2019. Ob endlich der erste Sieg gegen den Tabellenvierten eingefahren werden kann, ist – vorsichtig ausgedrückt – eine Herkules-Aufgabe. Denn dem in der Klingenhalle ungeschlagenen HSV bleibt das Pech treu. „Mandy Reinarz, Hannah Kamp und Natascha Krückemeier sind raus“, berichtet Trainerin Kerstin Reckenthäler. „Ich weiß wirklich nicht, was alles noch passieren soll. Die Lage ist nicht nur schlecht, sondern dramatisch.“ Der Ausfall der Spielmacherin und Abwehr-Organisatorin wäre unter normalen Umständen schon nur schwerlich zu kompensieren, angesichts der langen Ausfall-Liste sogar nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.

Lara Karathanassis fällt auf jeden Fall weiter aus. Nach langer Pause zeigte immerhin Luca Tesche bei ihren ersten Trainingseinheiten, dass sie auf einem guten Weg ist. „Luca bekommt das Okay vom Physiotherapeuten“, weiß Reckenthäler. „Man darf natürlich dabei nicht vergessen, dass sie noch lange nicht bei 100 Prozent ist.“ Jule Polsz’ Einsatz ist hingegen ziemlich unwahrscheinlich, hinter Jette Clauberg steht ebenfalls ein ganz großes Fragezeichen. Dafür deutet sich ein Comeback nach neunmonatiger Auszeit an. Melina Fabisch sitzt zumindest auf der Bank. „Ausgerechnet gegen Berlin“, erinnert Reckenthäler an die Kreuzband-Verletzung, die sich die Rückraum-Linkshänderin am 19. Mai 2021 in der Hauptstadt zugezogen hatte.

„Favorit sind wir definitiv nicht.“

Kerstin Reckenthäler, HSV-Trainerin

Die Trainerin wird reichlich improvisieren müssen. Gegen einen Gegner, der im Hinspiel ziemlich souverän auftrumpfte, 29:27 nach klarer 25:19-Führung in der 52. Minute gewann und im Fall eines Sieges weiter oben dran bleibt. Vanessa Brandt, die nach 19 Partien 171 Treffer erzielt hat und die Zweitliga-Torjägerliste weiter anführt, kam am 23. Oktober nur auf drei Einschüsse – in elf Partien traf sie dafür zweistellig. „Wir werden alles reinwerfen und das Beste daraus machen“, gibt sich Reckenthäler kämpferisch. „Man darf aber nicht zu viel erwarten. Favorit sind wir definitiv nicht.“

Berlin hat 2022 sieben Spiele absolviert und 13 Zähler geholt. Ein Top-Gegner war nicht dabei. Der erste dicke Brocken ist der HSV, der am 19. März zum TSV Nord Harrislee reist und am 26. März Frisch Auf Göppingen zu Gast hat in der Klingenhalle. Das ausgefallene Spiel gegen den VfL Waiblingen ist für den 13. April vorgesehen.

Oberliga, TV Witzhelden - Bergischer HC (So., 17 Uhr). Das glorreiche 27:24 gegen Fortuna Düsseldorf II nach klarem Rückstand ging an die Substanz. „Alle waren ziemlich platt, auch mental“, sagte Trainer Lars Faßbender. Witzhelden sei an guten Tagen nicht zu unterschätzen. Faßbender hat zudem einige Sorgen um diverse Stammspielerinnen, die aus verschiedenen Gründen auszufallen drohen.

HSV Solingen-Gräfrath II - Bergische Panther (So., 17 Uhr, Kannenhof). Wiedergutmachung ist angesagt, sagt Trainer Lars Braun, der sich noch gut an das miserable 23:38 aus Runde eins erinnert. Er baut auf eine bessere Einstellung und einen kompletten Kader.

B-Jugend, Regionalliga: TSV Bayer Dormagen - Bergischer HC (Sa., 15 Uhr). Der Tabellenführer fährt optimistisch zum Gipfeltreffen beim ebenfalls verlustpunktfreien Zweiten. „Ich rechne mit einem offenen Spiel, wir müssen uns nicht verstecken“, sagt Trainer Lars Halfmann. In der Vorbereitung gewann sein Team zwei Mal, der dritte Vergleich endete unentschieden. Halfmann: „Das und unsere Leistungen in der Saison sowie im Training trotz einiger Handicaps stimmen mich optimistisch.“ Der Meister erreicht das „First Four“ um die Deutsche Meisterschaft direkt, der Zweite muss in die Qualifikation. In der Verlosung sind noch Bonner JSG, HC Düsseldorf und VfL Gummersbach.

C-Mädchen, Regionalliga: Tschft. St. Tönis - HSV Solingen-Gräfrath (Sa., 15 Uhr). In dieser Altersklasse wird kein nationaler Titelträger ermittelt, es geht „nur“ bis zur Westdeutschen. Julias Spitzers HSV (20:0-Punkte) hat das Hinspiel 24:20 gewonnen, der Gegner (18:2) könnte gleichziehen. Beide werden in das Final Four um die Westdeutsche einziehen, alle anderen Clubs sind abgeschlagen. „Wir sind etwas aus dem Rhythmus, von daher bin ich eher vorsichtig“, meint die Trainerin. Sie hofft, dass die Auswahlspielerinnen Paulina Kampel, Lina Seiffarth und Clara Leenen das von der erfolgreichen DHB-Sichtung mitgebrachte Selbstbewusstsein ins Spitzenspiel transportieren können.

Männer-Landesliga

Alles ist möglich im Titelrennen – und der Zweite erreicht nach Lage der Dinge die Aufstiegsrunde. Der TSV II läuft Gefahr, am Sonntag um 15 Uhr Platz eins in Rade abgeben zu müssen. Dem WMTV stünden im Abstiegskampf zwei Zähler bei Unitas Haan II (Sonntag, 13.15 Uhr) gut zu Gesicht. Am Sonntag um 18.30 Uhr wird in der Klingenhalle das Derby zwischen dem gesicherten BHC III und dem ambitionierten OTV angepfiffen.

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