Rugby

Zebras nehmen es mit Zweitligisten auf

Spielertrainer Leon Merten (l.) und die SG Solingen/Hürth/Brühl brennen darauf, endlich wieder Rugby spielen zu können. Fotos: Luzie Justa
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Spielertrainer Leon Merten (l.) und die SG Solingen/Hürth/Brühl brennen darauf, endlich wieder Rugby spielen zu können.

Am Sonntag beginnt für die Solinger Spielgemeinschaft eine besondere Corona-Saison.

Von Fabian Herzog

Lange Zeit stand in den Sternen, ob in diesem Jahr überhaupt noch einmal Rugby gespielt werden könnte. Entsprechend groß war auch die Ungewissheit bei den Zebras des WMTV Solingen, die als Spielgemeinschaft mit dem RC Hürth und dem RC Brühl in der Regionalliga antreten wollten, aber, wie viele andere Vereine und Sportarten auch, von Corona ausgebremst wurden. Doch nun ging alles ganz schnell. Der Verband NRW organisierte einen Ersatzspielbetrieb, der an diesem Wochenende startet und unter besonderen Bedingungen ausgetragen wird. „Wir sind sehr dankbar, dass endlich wieder gespielt werden kann“, sagt WMTV-Spielertrainer Leon Merten.

Am Sonntag geht´s für die Zebras in Hürth endlich wieder ab ins Gedränge.

Im sogenannten NRW-Tackle-Corona-Cup, der regional in die Bereiche Rheinland und Westfalen unterteilt ist, treten alle Mannschaften des Bundeslandes gegeneinander an. Also egal, in welchen Ligen sie sonst zu Hause sind. „Das wird eine echte Herausforderung“, verweist Merten auf die Zweitligisten aus Düsseldorf und Köln, mit deren Zweitvertretungen man es bisher zu tun bekommen hat. Ebenfalls spannend ist der Modus: Statt mit 15 gegen 15 zu spielen, werden sich nur jeweils zehn Akteure gegenüberstehen. Dazu kommen auch nur je zwei Auswechselspieler (sonst sieben) und eine Spielzeit von dreimal 20 Minuten. „Die Profis spielen zweimal zehn Minuten“, verdeutlicht der Solinger, was für eine körperliche Beanspruchung auf ihn und seine Mannschaft zukommt. „Das klingt alles sehr hart.“

An der Vorfreude der Spielgemeinschaft aus Solingen, Hürth und Brühl ändert dies aber nichts. Bei ihr galt es, aus dem knapp 30 Mann umfassenden Kader die zulässigen 18 Spieler auszuwählen, von denen pro Spiel nur zwölf zum Einsatz kommen können. So auch am Sonntag, wenn um 15 Uhr das erste von zwei Heimspielen ansteht. Zu Gast ist mit Verbandsligist DJK VfL Willich der vermeintlich leichteste Gegner. Allerdings nicht in der Walder Jahnkampfbahn, sondern in Hürth.

„Das Interesse an unserem Sport ist leider zurückgegangen.“
Leon Merten, Spielertrainer

Dort wird auch einmal pro Monat gemeinsam trainiert. Alle anderen Einheiten absolvieren die drei Vereine autark. „Wir würden es gerne anders machen“, erzählt Leon Merten, „aber das ist aufgrund der Distanz organisatorisch schwierig.“ Er bittet die Zebra-Spieler, die etwa 40 Prozent des Kaders ausmachen, aber zum Großteil auch aus Wuppertal, Langenfeld oder Leverkusen stammen, zweimal wöchentlich (jeweils 19 bis 21 Uhr) zum Training. Dienstags auf dem Kunstrasen an der Adolf-Clarenbach-Straße, donnerstags auf dem Halfeshof-Rasen.

Dabei ist man seitens des WMTV bemüht, so oft es geht auch die Jugend mit einzubeziehen und diese bei der Stange zu halten. „Das ist ganz wichtig“, findet der Coach, der in diesem Zusammenhang extrem froh über ein Talent wie Fabian Ostgathe ist. Der 18-Jährige senkt nicht nur den Altersdurchschnitt drastisch, sondern bringt auch jede Menge ansteckende Motivation ein. Und mit seinem jüngeren Bruder Gianluca (16) steht schon ein weiterer vielversprechender Jugendspieler in den Startlöchern.

Da sie als nachrückende Talente aber eher die Ausnahme als die Regel darstellen, ist man in Solingen auf das Bilden einer Spielgemeinschaft angewiesen. „Das Interesse an unserem Sport ist leider zurückgegangen“, weiß auch Merten um die Schwierigkeit. Als er vor sechs Jahren aus dem Nachwuchs hervorging, versuchten es die Zebras noch auf die eigene Faust. „Da haben wir mangels Personal manchmal in dreifacher Unterzahl gespielt und nur auf die Schnauze bekommen“, erinnert er sich. „Das war schon hart.“ 2016 entstand dann die Spielgemeinschaft mit Hürth, vergangenes Jahr kam Brühl dazu.

Die Kombination der drei Vereine scheint zu funktionieren. „Wir ergänzen uns perfekt“, sagt der 24-jährige Solinger, der das sportliche Kommando in Doppelfunktion 2017 übernahm. „Ich bin einer der Jüngsten“, sagt Leon Merten. „Aber ich habe sie trotzdem im Griff.“

Protest

Während der mehr als sechsmonatigen Corona-Zwangspause sorgte der Rugby-Weltverband für Aufsehen, indem er plant, transgeschlechtliche Frauen in Zukunft auszuschließen. Daraufhin und auf Initiative der Berlin Bruisers haben sich mehr als 30 Vereine und Mannschaften in einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, um sich dagegenzustellen. Dazu gehört auch der WMTV Solingen, dessen stellvertretender Abteilungsleiter Alexander Justa betont: „Rugby ist ein Sport, in dem es immer heißt, alle seien willkommen. Deswegen fordern wir den deutschen Verband auf, sich gegen dieses Vorhaben stark zu machen.“

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