Zertifikat

WMTV ist erster „Sicherer Sportverein“

Rolf Fischer (v. l.), Claus Weingärtner, WMTV-Vize Marco Bick und David Schulz präsentieren das Zertifikat. Foto: Daniel Konrad/WMTV
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Rolf Fischer (v. l.), Claus Weingärtner, WMTV-Vize Marco Bick und David Schulz präsentieren das Zertifikat.

Die Stiftung verleiht dem Großverein die Urkunde für die erste von drei Stufen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Stufe eins der Triple-Zertifizierung ist erreicht: Der Wald-Merscheider Turnverein ist Deutschlands erster Sportverein mit solch einer Auszeichnung der bundesweit tätigen Stiftung „Sicherheit im Sport“. Die offizielle Urkunden-Übergabe erfolgte auf dem Vereinsgelände an der Adolf-Clarenbach-Straße.

Gibt es irgendwo auf der Sportstätte Stolperfallen oder auf dem Zuweg dorthin? Wie sieht es beim Sporttreiben mit schnell erreichbaren Fluchtwegen im Falle eines Brandes aus? Hat jeder Übungsleiter regelmäßig aufgefrischtes Wissen als Ersthelfer? Was muss man alles bedenken, wenn der Verein eine Veranstaltung plant? Und auch: Wie sind die Arbeitsbedingungen der administrativen Kräfte? Sind die Büros so ausgestattet, dass man in puncto Sicherheit durchdacht ist? Hängen beispielsweise erreichbare Feuerlöscher dort, die auch im Ernstfall jeder bedienen kann? Zuletzt inhaltliche Aspekte: Wie sind die Trainingsabläufe in den Übungsstunden, ist genügend Zeit fürs Aufwärmen eingeplant? Das alles fällt unter das Stichwort „Sicherheit im Sport“ – ein Thema, das der WMTV schon lange auf dem Schirm hat.

„Wir nehmen die Verrantwortung aller sehr ernst.“

Andreas Lukosch, Vorstandsmitglied des WMTV

Entsprechende Passagen im Leitbild machen klar, dass die Vereinsführung nicht nur rein sportlich denkt, sondern Unfallvermeidung ernst genommen wird. Seit Mai 2019 arbeitet der Vorstand mit der Stiftung „Sicherheit im Sport“, in engem Schulterschluss an einem noch intensiveren, regelrechten Sicherheitskonzept, das in Teilen bereits umgesetzt wird. „Wir müssen nun vor allem schauen, dass unsere Theorie auch tatsächlich in der Praxis ankommt“, sagt Rolf Fischer, Vorsitzender des WMTV. Dabei denkt er zum Beispiel an Mitarbeiter-Schulungen, um Handlungsabläufe beim Training zu ritualisieren. Es dürfe zum Beispiel nicht als lästig oder „uncool“ empfunden werden, zu Beginn der Stunde mal eben schnell die Halle oder das Gelände abzugehen und auf mögliche Gefahrenquellen zu überprüfen, sondern als normal. „Wir wollen unsere Leute durch Überzeugung mitnehmen“, meint er. Schließlich gehe es ja darum, den Spaß an sportlicher Aktivität unterm Strich durch automatisiertes Sicherheitsdenken- und Handeln zu erhöhen, nicht auszubremsen.

Die Stiftung „Sicherheit im Sport“ habe sich auf die Fahnen geschrieben, vermeidbare Unfälle durch konsequente Prävention zu reduzieren, sagt Claus Weingärtner, einer der beiden geschäftsführenden Vorsitzenden der Stiftung. Er überreichte zusammen mit seinem Kollegen David Schulz die Zertifizierungs-Urkunde. „Von den zwei Millionen Sportunfällen in der Bundesrepublik passieren 700 000 im Vereinssport“, zitiert er die aktuelle Statistik. „Dass der WMTV bei dem Thema Unfall-Prävention Vorreiter ist und sich an uns als Partner bei seinem individuellen Sicherheitskonzept gewandt hat, ist einzigartig in Deutschland und hat Leuchtturm-Charakter.“

„Der WMTV hat mittlerweile mit über 15 Beschäftigten, zahlreichen Übungsleitern und Trainern sowie an die 2700 Mitgliedern und zirka 500 Kursteilnehmern eine Größe erreicht, wo wir es uns nicht mehr erlauben können, das Thema Arbeitssicherheit zu vernachlässigen“, erläutert Andreas Lukosch, Leiter Geschäftsbereich Sport des Walder Traditionsvereins. „Wir nehmen die Verantwortung für die Unversehrtheit aller der Menschen im und um den Verein herum sehr ernst.“

Stiftung

Kooperation: Auch für die Stiftung „Sicherheit im Sport“ war die Zusammenarbeit mit dem WMTV ein Mehrwert. Durch den dadurch erstmalig engen Kontakt zur Praxis eines Vereins und den gewonnenen Erkenntnissen vor Ort ist sie nun gut für weitere Anfragen dieser Art gerüstet.

Träger: Die Stiftung Sicherheit im Sport bezweckt, die Anzahl und Schwere von Unfällen, Verletzungen und Schäden im Sport zu reduzieren. Vor fünf Jahren wurde sie gegründet von: Arag Allgemeine Sicherungs-AG Düsseldorf, Deutscher Olympischer Sportbund, Landessportbund NRW, Sporthilfe NRW, Ruhr-Universität Bochum, Erwin Himmelseher Assekuranz Vermittlung GmbH &Co KG, TÜV Süd Management Service GmbH. Zahlreiche Partner in verschiedenen Sportbereichen auf Bundes- und Landesebene sind dazu gekommen.

www.sicherheit.sport

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