Handball

HSV will im Derby die Weichen Richtung Saisonziel stellen

Melina Fabisch (l.) fiel im Hinspiel aus, wird am Samstag aber gegen ihren Ex-Club auflaufen. Die Linkshänderin ist für Trainerin Kerstin Reckenthäler (r.) ein wichtiger Faktor. Foto: Kurt Kosler
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Melina Fabisch (l.) fiel im Hinspiel aus, wird am Samstag aber gegen ihren Ex-Club auflaufen. Die Linkshänderin ist für Trainerin Kerstin Reckenthäler (r.) ein wichtiger Faktor.

Die Zweitliga-Handballerinnen empfangen zum Auftakt der Rückrunde den TV Beyeröhde Wuppertal in der Klingenhalle.

Von Thomas Rademacher

Mit dem einem 29:23-Erfolg beim TV Beyeröhde Wuppertal begann die erfolgreiche Serie des HSV Solingen-Gräfrath, die wohl niemand in dieser Form vorausgesehen hatte. Vor allem nicht, nachdem die Mannschaft die abgebrochene Saison 2019/20 auf dem letzten Platz beendet hatte. „Wir wussten am Anfang überhaupt nicht, wo wir stehen“, erinnert sich Trainerin Kerstin Reckenthäler. „Da war der Sieg wie ein Befreiungsschlag, der sicher auch für das Selbstvertrauen gesorgt hat, das uns bei vielen weiteren Aufgaben geholfen hat.“ Mit 17:9-Punkten schlossen die Solingerinnen die Hinrunde in der 2. Bundesliga ab und haben damit nach 13 Partien bereits acht Zähler mehr als in der gesamten vorigen Spielzeit in 22 Begegnungen auf dem Konto.

„Wenn wir gegen Wuppertal gewinnen, ist unser Saisonziel zum Greifen nah“, sagt Reckenthäler vor dem Rückrunden-Auftakt gegen den TVB am Samstagabend ab 18.15 Uhr in der Klingenhalle. 20 Punkte hatten sich die Gräfratherinnen vorgenommen. Dass es Mitte Mai, wenn die Saison zu Ende geht, mehr sein werden, ist sehr wahrscheinlich. Als Selbstverständlichkeit würde die Trainerin dies allerdings nie bezeichnen. So ist der HSV gegen Wuppertal inzwischen zwar klar favorisiert. „Aber der Gegner hat sich erheblich gesteigert.“

Mit acht Punkten befindet sich das Team aus der Nachbarstadt zwar in erheblicher Abstiegsgefahr, hat in diesem Jahr aber bereits zwei Mal gewonnen – mit 32:23 gegen Freiburg und 26:25 gegen Kirchhof. „Sie haben eine Weile gebraucht, um zueinander zu finden, aber inzwischen hat sich die Truppe gut entwickelt.“ Acht Zugänge mussten die Wuppertalerinnen integrieren. Hanna Wagner, Anna Lena Bergmann und Nika Matavs funktionieren neben Spielmacherin Ramona Ruthenbeck als Haupttorschützinnen. Letztere ist mit 101 Treffern nicht nur Wuppertals numerisch stärkste Spielerin, sondern liegt in der ligaweiten Statistik nur drei Tore hinter Topscorerin Vanessa Brandt vom HSV Solingen-Gräfrath.

„Trotzdem sollte man auch ein solches Spiel nicht zu hoch hängen.“
Kerstin Reckenthäler, HSV-Trainerin

Auch wenn Kerstin Reckenthäler das Duell am liebsten als ganz normales Ligaspiel betrachtet, ist das Derby auch für sie eine besondere Angelegenheit. „Mit Ramona Ruthenbeck habe ich zwei Mal die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Sie kenne ich schon ewig“, sagt die 38-Jährige, die 2013 und 2014 die Wuppertaler Torjägerin in Leverkusen trainierte und jeweils den A-Jugend-Titel holte. Auch bei den Spielerinnen gibt es zahlreiche Verbindungen. „Die Mädels kennen sich alle untereinander, sind teilweise miteinander befreundet“, weiß Reckenthäler. Zudem haben mit Mandy Reinarz, Natascha Krückemeier und Melina Fabisch drei aktuelle Leistungsträgerinnen des HSV einst beim TVB gespielt.

„Es ist also davon auszugehen, dass die Anspannung hoch sein wird“, meint die Trainerin. „Trotzdem sollte man auch ein solches Spiel nicht zu hoch hängen, um nicht zu überdrehen.“ Die Gefahr könnte bestehen, zumal die Solingerinnen am vorigen Wochenende eine ärgerliche Niederlage kassiert haben. Mit 24:25 unterlag die Mannschaft in letzter Sekunde beim Tus Lintfort. „Da waren wir natürlich alle enttäuscht, aber wir wissen auch, woran es lag“, erläutert Reckenthäler. „Im Angriff haben wir einfach nicht so agiert, wie uns das in vielen Spielen zuvor gelungen war. Im Schnitt machen wir um die 29 Tore, diesmal waren es fünf weniger. Da hat uns auch eine gute Abwehrleistung nicht geholfen.“

Wichtig sei, darüber nicht zu sehr ins Grübeln zu geraten. „Ich mache mir dazu genug Gedanken. Das ist mein Job“, betont die 38-Jährige. „Es war zwar eine Niederlage mit einem Tor. Aber die haben wir abgehakt. Weiter geht’s.“

Rund um den HSV Solingen-Gräfrath

Übertragung: Zuschauer sind in diesen Tagen weiterhin nicht zugelassen. Daher wird das Derby des HSV gegen den TVB Wuppertal erneut auf Sportdeutschland.TV übertragen.

sportdeutschland.tv

Personal: Verzichten muss das Team erneut auf Alina Bohnen und Henriette Clauberg. Erstere wurde gerade erfolgreich an der Hand operiert, Clauberg hat mehrere Bänderrisse, so dass beide langfristig ausfallen.

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