Die Woche im Sport von Jürgen König

Wichtiger Profisport spaltet und ist selbst entzweit

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juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Damit gerechnet, dass am vergangenen Dienstag die politisch Verantwortlichen in der Corona-Krise grünes Licht für den Vereinssport geben würden, hat wohl niemand ernsthaft.

Umso mehr werden die Diskussionen befeuert, warum dem Profisport ein Sonderstatus eingeräumt wird. Sicherlich werden durch ein Spiel wie dem der Gräfrather Handballerinnen an diesem Abend Personen (Helfer, Offizielle, Hallenpersonal) in Gang gesetzt, die es sich sonst auf dem heimischen Sofa bequem machen würden. Aber solange die Kontakte klar begrenzt und kontrolliert sind, ist es zu vertreten, wenn nicht sogar erforderlich. Denn der Sport benötigt – immer im Rahmen der Hygienekonzepte – seine Leuchttürme, um überhaupt ein Lebenszeichen geben zu können. Ganz besonders in Richtung des Nachwuchses, dessen Möglichkeit zur dringend benötigten Bewegung seit Monaten auf Eis liegt. Und auch bezüglich der Normalität, nach der wir uns alle sehnen – das könne eben „König Fußball“ bieten, sagte in dieser Woche auch Solingens Weltmeister Christoph Kramer, der voll hinter dem alle Auflagen erfüllenden Konzept steht.

Dass Profisport nicht gleich Profisport ist, machen beeindruckende Zahlen deutlich. Arminia Bielefeld, Letzter bei den TV-Einnahmen der Fußball-Bundesliga, kassiert in der laufenden Spielzeit mit seinen 34,31 Millionen Euro mehr als doppelt so viel, wie die drei Top-Ligen im Handball, Eishockey und Basketball zusammen auf diesem Weg einnehmen. Auf den Bergischen HC und die anderen Clubs der HBL entfallen jeweils geschätzte 170 000 Euro – eine erschreckende Diskrepanz, die es unbedingt zu beseitigen gilt. Sogar im Sinne des Fußballs, damit dieser wieder näher zum Fan kommt.

Daraus abzuleiten, dass Vereinstreue eher bei einem Handball-Profi-Verein ihren Niederschlag finden kann, dürfte trotz dieses Zahlenmaterials gewagt sein. Aber im Fall von Jens Scheffler war es so – 30 Jahre lang Sprecher bei den Heimspielen der Löwen und seiner Vorgänger-Vereine. Vom Verbandsligisten Sportring bis zum Erstligisten BHC, eine fantastische Zahl. Vor solchen Menschen, die sich Wochenenden, Abende, Feiertage für ihr Hobby und ihren Verein ehrenamtlich um die Ohren schlagen, kann man nur den Hut ziehen.

Das Ehrenamt bleibt die Basis der Vereine, wie es auch die Paladins-Footballer erleben dürfen. Ohne das Engagement in ihrer „Familie“ hätte man jetzt wohl kaum die Planung der kommenden Zweitliga-Saison mit einem Importspieler forcieren können. Hoffentlich kann Football wieder zur Belebung des Sportparks Wald beitragen. Neben den Paladins ist dort der WMTV zu Hause, der seine in positiver Hinsicht exponierte Stellung weiter festigt. Solingen zum E-Sports-Standort machen – eine zukunftsweisende Idee, zumal auf Klassiker statt Ego-Shooter gesetzt wird.

TOP Der Bergische HC darf eine erfreuliche sportliche Bilanz zur WM-Pause ziehen. Das Hinze-Team steht hinter den Großen der Zunft – und untermauert seinen starken Status mit vielen Profis, die derzeit international tätig sind.

FLOP Sport-Lockdown trifft unter anderem die Fußball-Jugend hart. Und Landesligist VfB verliert seinen „Unter- schieds- spieler“ Vincenzo Lorefice an Remscheid.

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