Handball

Das West-Derby verspricht Spannung

Die 100 im Blick: 97 Mal traf Vanessa Brandt bislang schon für den HSV. An diesem Samstag geht es nach Lintfort. Fotos: Kurt Kosler
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Die 100 im Blick: 97 Mal traf Vanessa Brandt bislang schon für den HSV. An diesem Samstag geht es nach Lintfort.

Zweitligist HSV tritt an diesem Samstag in Lintfort an.

Von Lutz Clauberg

Immerhin drei Mannschaften repräsentieren den Handball-Verband Niederrhein in der 2. Frauen-Bundesliga: der HSV Solingen-Gräfrath, der TVB Wuppertal und der Tus Lintfort. Insofern hat das Duell zwischen dem Tus und dem HSV an diesem Samstag – Anpfiff in der Sporthalle Eyller Straße in Kamp-Lintfort ist um 17.30 Uhr – durchaus Derby-Charakter. „Das ist schon etwas Besonderes“, freut sich Kerstin Reckenthäler auf den 13. und letzten Hinrundenspieltag.

Der souveräne Sieg gegen Freiburg sorgte bei Kerstin Reckenthäler (v. l.), Carina Senel, Luca Tesche und Steffi Osenberg für gute Laune.

Die Erfolgstrainerin rechnet mit einem spannenden Spiel und sieht Parallelen: „Lintfort ist ähnlich aufgestellt wie wir.“ So vergleicht sie zum Beispiel „ihre“ Top-Torjägerin im linken Rückraum, Vanessa Brandt, mit der Lintforter Shooterin Naina Klein. Beide sind im Juli 1999 geboren und trotz ihres jungen Alters die tragenden Säulen. „Naina spielt schon ihre sechste Saison in der 3. und 2. Liga“, berichtet ihr Vater Ulrich Klein. Er selbst trainierte den Tus von 1984 bis 2000 – bei allen drei Aufstiegen in die 3. Liga immer mit dabei: Ehefrau Bettina Grenz-Klein, Jahrgang 1966. Sie übernahm 2001 den Trainer-Job als Nachfolgerin von dem auch in Gräfrath bestens bekannten Bernd Vatter, machte nur eine Saison Pause und verlängerte ihren Kontrakt unlängst erneut. Unter ihrer Führung ist Lintfort 2004, 2010, 2016 und 2018 in die 2. Liga aufgestiegen.

„Es wird spannend, wie wir das Zentrum kompakt bekommen werden.“
Trainerin Kerstin Reckenthäler

„Lintfort ist bestens etabliert und hat uns vielleicht etwas Erfahrung voraus“, lobt Kerstin Reckenthäler den Gegner, der neben Naina Klein im Rückraum auf die ehemalige Bundesligaspielerin Prudence Kinlend sowie Jule Samplonius baut und am Kreis mit Jana Willing top besetzt ist. „Es wird spannend, wie wir das Zentrum kompakt bekommen werden“, meint Reckenthäler. Der Gegner beklagt zwei wichtige Ausfälle. Lisa Kuhnert und Hannah Haase können nicht spielen. Gräfrath ist mit Ausnahme von Alina Bohnen komplett und bester Dinge. Reckenthäler: „Lintfort ist zwar gut drauf, aber wir wollen uns nicht verstecken.“ Der Tus, der im Sommer seine drei starken Holländerinnen und die ehemalige Gräfratherin Mie Norup Isaksen abgeben musste, startete mit zwei Niederlagen, machte dann unter anderem mit einem Remis in Berlin und einem Heimsieg gegen Berlin-Bezwinger Zwickau auf sich aufmerksam und ist mit 13:9-Punkten Sechster. Der HSV (17:7) ist Vierter.

Das letzte Duell am 30. November 2019 endete nach einer guten ersten Halbzeit (12:14) mit einem Fiasko aus HSV-Sicht. 23:34 hieß es in der Klingenhalle. Mit einer neuerlichen „Klatsche“ ist nicht zu rechnen. Gräfrath habe sich, betont Ulrich Klein, „mit Vanessa Brandt in Top-Form in der Liga akklimatisiert“. Das unterstreicht auch das deutliche 32:25 gegen Freiburg. „Letzte Saison waren wir noch auf Augenhöhe, jetzt haben wir ganz souverän gewonnen“, freut sich die HSV-Trainerin. Übertragen wird das Derby, in dem der HSV neben einer stabilen Deckung erneut auch im Angriff viele Akzente setzen möchte, per Live-Stream. Lintfort setzt auf Professionalität: „Mit drei Kameras und geschulten Kommentatoren“, sagt Klein.

sportdeutschland.tv

Hintergrund

Lizenzierung: Sportlich spricht alles für ein drittes Jahr des HSV in der 2. Bundesliga. Gleichwohl geht es auch darum, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen: Die Unterlagen müssen zum 1. März bei der HBF in Dortmund eingehen. Stefan Bögel, der Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, spricht von hohem Aufwand und Corona-Unwägbarkeiten, wie beispielsweise der Zuschauer-Kalkulation.

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