Fußball

Werbebotschaft, Kirche und einige Auftritte im Walder Stadion

Erinnerungen an Fritz Walter, Horst Eckel und die anderen „Roten Teufel“.
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Am „Betze“: Erinnerungen an Fritz Walter, Horst Eckel und die anderen „Roten Teufel“.

Ein Blick zurück auf die Besuche von Fußball-Größen in Solingen.

Von Wilhelm Rosenbaum

Seit einigen Wochen steht Sascha Franz als Co-Trainer beim Fußball-Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag, derzeit befindet sich der Solinger mit dem Team zur Saisonvorbereitung in Südtirol. In seiner kurzen Amtszeit hat Franz schon die Strahlkraft des Clubs und des Betzenbergs kennengelernt. „Wenn man durch die Katakomben geht und mit den Weltmeistern konfrontiert wird, ist das schon etwas Besonderes“, sagt Sascha Franz – auch in Richtung von Horst Eckel.

Mit dem linken Außenstürmer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in den 50er-Jahren ist Ende vergangenen Jahres im Alter von 89 der letzte der erfolgreichen „Helden von Bern“ gestorben, die 1954 sensationell gegen den hohen Favoriten Ungarn in der Schweiz Weltmeister wurden.

Eckel kam im hohen Alter zu unverhofften Ehren, denn die an der Erfer Straße in Höhscheid beheimatete Firma Deuser Sport Systems, die Expander und diverse Kleintrainingsgeräte produziert, wählte den Kaiserslauterner 2016 zu ihrem Werbe-Botschafter und brachte dazu ein „Horst Eckel Limited Edition Deuserband“ auf den Markt. Der Firmenname und das von zahlreichen Sportlern verwendete Gummiband erinnert mit Erich Deuser an einen legendären Düsseldorfer Physiotherapeuten, der seit den 50er Jahren als der „Medizinmann der deutschen Nationalmannschaft“ galt.

Auch der Kapitän des Siegerteams, Fritz Walter, schaffte es in die Lokalchronik: In seinem Solingen-Band „Großstadtjahre“ hat ihm Stadtarchivar Ralf Rogge ein kurioses Denkmal gesetzt, denn er beschreibt für das Jahr 1956, dass die Solinger ihre neue evangelische Stadtkirche am Fronhof, wegen der Weltkugel auf dem Flachdach des Turmes, fußballbegeistert kurzerhand „Fritz-Walter-Gedächtniskirche“ nannten.

Zehn Jahre später war „der Fritz“ auch persönlich vor Ort, er schrieb im Solinger Sportgeschäft Voss vier Stunden lang geduldig Autogramme und erzählte dem Tageblatt-Reporter, nach seinen bergischen Eindrücken gefragt, am besten kenne er den Ohligser Bahnhof, durch den er einige Male gefahren sei.

Kurz, aber immerhin sportlich aktiv, fiel für Helmut Rahn seine Solingen-Visite 1965 aus. Der Endspiel-Torschütze Rahn, ein Kind des Kohlenpotts, war mit den Worten des Ohligser Schiedsrichters Hugo Machenbach zwar ein Schlitzohr, „aber wenn er einen Fehler gemacht hatte, war er ehrlich und bereit, das auch zuzugeben.“ „Der Boss“, so sein Spitzname, kam im Trikot des Meidericher SV ins Walder Stadion, wo der gastgebende VfL Wald mit 3:1 führte, ehe die Gäste aus Duisburg das Spiel doch noch zum 4:3 drehten.

Fürs „Haus der Jugend“und in „Ohligs aktuell“

Spektakulärer war an gleicher Stelle der begeisternde Auftritt des Düsseldorfer WM-Torwarts Toni Turek: Am Nikolaustag des Jahres 1952 nämlich fand vor 700 Fußballfans ein Wohltätigkeitsspiel statt, um die Finanzierung eines Flügels für das neue Solinger „Haus der Jugend“ zu unterstützen. Dass sich dabei die Elf des Nordwestdeutschen Rundfunks, geschmückt mit Riesenbärten und rot-weißen Weihnachtsmann-Mützen, mit einer Solinger Mannschaft mit Stadträten und Landtagsabgeordneten maß, war ein Teil des Walder Abends.

Bleibt der Spieler, den sogar familiäre Bande mit Solingen verknüpfen: Stürmerstar Hans Schäfer vom 1. FC Köln. Sein Vater, der Friseur Hugo Schäfer, lernte in der Domstadt ein bergisches Mädchen kennen und lieben, und diese Maria Bellut aus einer Ohligser Handwerkerfamilie wurde 1927 die Mutter des bekannten Kölner Idols. Als das Stadtmagazin „Ohligs aktuell“ vor zehn Jahren diesen Teil seiner Biografie veröffentlichte, signierte Hans Schäfer, der 1952 in einem Freundschaftsspiel gegen die 1. SpVg. Gräfrath im Walder Stadion brillierte, den Artikel als Dankeschön mit seinem Autogramm. Die darf vielleicht bald auch ein Sascha Franz reichlich geben, setzt er doch die Solinger Tradition von Eckhard Krautzun und Demir Hotic am „Betze“ fort.

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