Aktiv

Wenn die Schüler nicht zum Dojo kommen, kommt das Dojo zu den Schülern

In der Halle ist das Training komfortabler, doch die Kampfkunstschule gibt sich große Mühe, seine Schüler bei Laune zu halten. Foto: Asahi
+
In der Halle ist das Training komfortabler, doch die Kampfkunstschule gibt sich große Mühe, seine Schüler bei Laune zu halten.

Die Solinger Kampfkunstschule Asahi hält den Kursbetrieb auch während des Lockdowns erfolgreich aufrecht.

Von Celine Derikartz

Wer dieser Tage einen Blick in die Halle – das Dojo – der Kampfkunstschule Asahi in Solingen wirft, dürfte sich verwundert die Augen reiben. „Technisch haben wir ordentlich aufgerüstet. Man erkennt die Halle fast gar nicht mehr wieder“, sagt Inhaber und Großmeister Charls Müller lachend. Damit meint er vor allem die Beleuchtung und nicht zuletzt einen großen Fernsehbildschirm an der Stirnseite der Halle. Diese technischen Hilfsmittel machen es möglich, den normalen Kursbetrieb online auf der Plattform „Zoom“ aufrecht zu erhalten. So können die Schülerinnen und Schüler das Dojo virtuell besuchen und vom heimischen Wohnzimmer aus den Anweisungen ihres Großmeisters, dem Sensei, folgen.

Sogar Prüfungen können von Zuhause abgelegt werden

Auch zu Hause gilt dabei: Training bleibt Training – und dazu gehört selbstverständlich das komplette Outfit. „Wir wollen ja nicht, dass die Kampf-Anzüge zu Hause verstauben“, meint Charls Müller. Dafür, dass das nicht passiert, ist in jedem Fall gesorgt: 18 Kurse geben er und sein Team pro Woche. Ein straffes Programm – täglich unterrichtet er im Schnitt um die fünfzig Schülerinnen und Schüler. „Wir wollten nicht, dass der Kontakt zueinander abreißt“, erklärt Müller, der vom Trainingsfleiß und der positiven Resonanz der Mitglieder begeistert ist und sich regelmäßig über volle Kurse beziehungsweise Bildschirme freut.

Zu diesem Konzept gehört seit kurzem auch ein spezieller Familienkurs am Wochenende. Wem das noch nicht reicht, kann darüber hinaus auf einen YouTube-Kanal mit weiteren Übungen und Tipps zurückgreifen. Ein Anreiz, die Angebote fleißig zu nutzen: Im November standen traditionell die Gürtel-Prüfungen an. „Darauf haben wir akribisch hintrainiert, ein Ausfall wäre extrem schade gewesen.“

Somit hat der Sensei neben dem regulären Kursbetrieb auch insgesamt 80 Prüfungen abgenommen. Auf Wunsch auch inklusive Lieferdienst: Bei bestandener Prüfung wurde der neue Gürtel anschließend zu Hause vorbeigebracht, schließlich sollte dieser beim nächsten Training auch gleich stolz getragen werden. Dadurch, dass es beim Kung Fu weniger um den Zweikampf mit einem Gegner, sondern in erster Linie um sauber ausgeführte Techniken und Bewegungsabläufe geht, sind die Kurse und Prüfungen auch virtuell sehr gut umsetzbar – sogar in kleinen Wohnzimmern. Lediglich die weiche Bodenmatte aus der Halle fehlt in den eigenen vier Wänden natürlich.

Am Bildschirm ist Müller dauerhaft gefordert

Und noch einen letztlich sogar großen Unterschied hat Charls Müller mittlerweile festgestellt: Während er bei einer normalen Kurseinheit in der Halle zwischendurch die Rolle des Beobachters einnimmt, um auf die saubere Kampftechnik seiner Schüler achten zu können, ist er am Bildschirm dauerhaft gefordert. „Da muss ich jetzt aber wohl durch.“ Kung Fu bedeutet eben „harte Arbeit“. Oder wie Charls Müller es ausdrückt: „Eigentlich ist alles wie immer, nur eben anders.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Frauen-Verbandsliga: WMTV verliert
Frauen-Verbandsliga: WMTV verliert
Landesliga: Der WMTV startet furios
Landesliga: Der WMTV startet furios
Landesliga: Der WMTV startet furios
BHC gibt den nächsten Vorsprung aus der Hand
BHC gibt den nächsten Vorsprung aus der Hand
BHC gibt den nächsten Vorsprung aus der Hand

Kommentare