Türchen 19

Wegen der Rückennummer hatte Valentin Römer ein schlechtes Gewissen

Seit 20 Jahre ist der Baseball fester Bestandteil in Valentin Römers Leben. Dass er seit ein paar Jahren mit der Nummer 19 aufläuft, ist kein Zufall.
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Seit 20 Jahren ist der Baseball fester Bestandteil in Valentin Römers Leben. Dass er seit einiger Zeit mit der Nummer 19 aufläuft, ist kein Zufall.

Türchen Nummer 19 in Adventskalender des ST-Sports mit dem Baseballer Valentin Römer.

2003 absolvierten die Solingen Alligators ihre erste Saison in der Baseball-Bundesliga und blieben dort 19 Jahre. Valentin Römer war fast immer irgendwie dabei, gehörte aber nie zum Stammpersonal des Erstliga-Teams. Der Solinger ist sich daher sicher: „Ich hätte mehr rausholen können. Aber zwischendurch wurden andere Dinge interessanter als Sport. Trotzdem habe ich Baseball nie aus den Augen verloren.“ Jetzt ist er aus dem Kader nicht mehr wegzudenken. Als Werfer hatte Römer maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Alligators in die 2. Bundesliga.

Weil das Erstliga-Team nur noch mit aus dem Ausland hinzugeholten Spielern bestehen konnte und die Jugendabteilung vor einem Neuaufbau stand, entschied sich der neue Vorstand der Alligators zum Rückzug in die NRW-Liga. Mit einem auf diesem Level überlegenen Team gelang mit 25 Siegen und einer Niederlage sofort der Sprung nach oben. „Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack“, meint Römer. „Es fehlte der Wettkampf, weil manche Gegner es zu locker gesehen haben und gar nicht erst zu den Spielen erschienen sind. Deshalb freuen wir uns jetzt umso mehr auf die 2. Liga.“ Der 28-Jährige schließt sich mit ein, denn als Werfer besetzt er eine Schlüsselposition. „Ich habe die Kurbel angespannt, laufe, gehe zum Fitnesstraining. Ich bin sehr motiviert.“

Es habe Jahre gegeben, in denen es anders gewesen sei. Deshalb reichte es für Römer oft nur sporadisch für den Erstliga-Kader. Meistens wirkte er in der Reserve mit. Die Treue hat er den Alligators aber nahezu immer gehalten. Nur vor sechs Jahren absolvierte er aus persönlichen Gründen eine Saison für die Wuppertal Stingrays.

Dass Römer in seiner Kindheit beim Baseball landete, war kein Zufall. Vater Uli, ein zu seiner Zeit bekannter Eishockeyspieler, und Mutter Antje waren von dem Sport begeistert. „2001 war die EM in Solingen. Danach haben mich die beiden zum Baseball gebracht.“ Nicht nur er blieb, sondern seine Eltern auch. Sie engagierten sich auf unterschiedliche Art und Weise bei dem Verein, während ihr Sohn spielte und es sogar ins Jugend-Nationalteam schaffte. „Höhepunkt war für mich die EM in Brünn, als wir Fünfter geworden sind und ich im Viertelfinale auf dem Wurfhügel stand“, erinnert sich Römer.

2018 durfte er dann auch in der Männer-Bundesliga starten und feierte seinen ersten offiziellen Sieg gegen die Dohren Wild Farmers. Da trug er schon die Nummer 19, die er nicht immer hatte. „Sie ist ein Mix aus meinem Geburtstag, der am 9. Oktober ist“, erläutert Römer, der zunächst ein schlechtes Gewissen bei der Auswahl hatte. Denn mit der 19 spielte früher Alligators-Legende Kai Gronauer. „Ich habe das zur Sicherheit auch intern besprochen, es war kein Problem.“

Mittlerweile kümmert sich Valentin Römer, der sich selbst als liebenswert, offen, aber auch sehr chaotisch beschreibt, auch um die Social-Media-Kanäle der Alligators. „Wobei mein Fokus gerade auf der Vorbereitung meiner Abschlussprüfung liegt. Also vielleicht sollte man die Kanäle gerade lieber nicht besuchen“, flachst er. Bei der Solinger Werbeagentur POS-Kreativ absolviert er eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation und ist dort für Projektmanagement zuständig. Eine erste Ausbildung zum Zahntechniker lag dem mit Freundin Franziska in Ohligs lebenden Baseballer nicht. Römer: „Es war mir zu unkreativ.“

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