Pandemie

Das Warten auf die Rückkehr in den sportlichen Liga-Alltag

Lars Szameitpreuss allein auf weiter Flur. Die Alligators-Baseballer durften spielen. Archivfoto: Mathias M. Lehmann
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Lars Szameitpreuss allein auf weiter Flur. Die Alligators-Baseballer durften spielen.

Corona-Zwangspause: Die Lage der Dinge bei Solingens Mannschaftssportlern.

Von Thomas Rademacher und Jürgen König

Gab es in diesem Jahr überhaupt ein Football-Spiel mit den Paladins? Haben die Alligators-Baseballer ihre Saison tatsächlich vollständig absolviert? Wie lange dauert die Fußball-Pause vorbehaltlich gesetzlicher Einschränkungen noch an? Auch in der ST-Sportredaktion kommen die Antworten auf diese Fragen manchmal nicht spontan – zu komplex und verrückt ist das von der Corona-Pandemie geprägte Solinger Sport-Jahr 2020. Grund genug, noch einmal einen Überblick über die Saison mit den Teams zu verschaffen.

American Football: Unfassbar, aber leider wahr – kein einziges Spiel konnte das Zweitliga-Team in seiner „Festung Walder Stadion“ oder in der Fremde austragen, Den Frauen widerfuhr das gleiche Schicksal, ein einziges Mal durfte die U16 ran, immerhin mehrfach die Flag-Mannschaft mit ihrer kontaktarmen Variante des Footballs. Bei den Männern gab es zwischenzeitlich noch die Hoffnung auf eine abgespeckte Saison mit West-Teams, aber auch diese Erwartungen erfüllten sich nicht. „Die Planung von Oktober bis März war umsonst, die Solidarität der Paladins-Familie enorm groß“, sagt Ingo Hübner für den Vorstand. Und hofft auf einen reibungsloseren Verlauf 2021. Die Zweitliga-Lizenz ist beantragt.

Badminton: Seit Ende Oktober ruht der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga Nord, bislang lief es für den STC Blau-Weiß nicht durchgehend nach Wunsch. Akute Abstiegsgefahr besteht aber nicht, nur der Letzte soll absteigen – und da haben die Solinger noch einen Puffer. Für Ende Februar plant der Deutsche Badminton-Ligaverband die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Auf Landesebene ist die Meisterschaft auf unbekannte Dauer ausgesetzt. Als Indiz gegen die Hoffnung, dass es im Januar für die Teams ab der Oberliga losgehen kann, wird die Absage der Westdeutschen Meisterschaften im kommenden Monat gewertet. „Unsere Spieler werden online mit Übungen versorgt“, hat STC-Pressesprecher Horst Rosenstock Lob für Coach Christian Sonnenberg als Diplom-Sportwissenschaftler übrig.

Baseball: Die improvisierte Bundesliga-Saison 2020 lief überraschend reibungslos durch. Die Solingen Alligators schafften es zwar nicht ins Halbfinale, doch alle sieben Spieltage mit 14 Partien fanden wie geplant statt. Die Heidenheim Heideköpfe gewannen die Deutsche Meisterschaft. 2021 soll es wieder eine normale Spielzeit mit 28 Partien geben, auf die Austragung eines Viertelfinals wird nach aktuellem Stand aber erneut verzichtet – unter anderem, weil der internationale Terminplan mit einer Männer EM sowie U23-WM und -EM extrem eng gesteckt ist. Die Bundesliga-Saison soll am ersten April-Wochenende beginnen und spätestens am 29. August enden.

Basketball: Im Westdeutschen Basketball-Verband (WBV), unter dem auch die TSG Solingen antritt, wird seit Beginn der Pandemie entschlossen und zügig gehandelt. So hat der WBV auch auf die aktuelle Lage bereits reagiert und einen konkreten Plan vorgelegt. Die Hoffnung ist, dass ab Anfang März alle Spiele der Rückrunde absolviert werden können. Um niemanden zu motivieren, mit Krankheitssymptomen aufs Feld zu gehen, wird es in dieser Spielzeit keine Absteiger geben. Der Aufstieg wird im Anschluss an die Austragung der Partien in einem verkürzten Play-off-Modus mit den ersten vier Mannschaften jeder Liga ausgetragen. Normalerweise würde der Erste direkt nach oben dürfen, doch auch hier möchte man die Bedeutung der regulären Saisonspiele ein wenig herunterfahren, damit wirklich nur komplett fitte Basketballer zu den Partien antreten.

Betriebssport: Im Tischtennis (wie auch bei den Solingen Blades in der Bezirksliga) und Fußball hofft man auf Begegnungen in der ersten Jahreshälfte 2021. Auch die Walking Footballer pausieren derzeit.

Auch die Zweitliga-Handballerinnen des HSV dürfen vor ihren ehrenamtlichen Kräften am Weyersberg spielen. Die guten Leistungen hätten sicherlich für große Kulissen gesorgt.Eishockey: Dem EC Bergisch Land läuft die Zeit weg, zumal die Eissport-Saison im Frühling endet und in den meisten Hallen das Eis über den Sommer abgetaut wird. Trotzdem plant der Eishockey-Verband NRW weiterhin eine verkürzte Saison, die frühestens im Januar beginnt. Voraussichtlich muss der Startpunkt noch einmal verschoben werden, ein alternativer Spielmodus muss erarbeitet werden. Oberstes Ziel des Verbandes ist die Rückkehr in den Trainingsbetrieb in geschlossenen Gruppen.

Auch die Zweitliga-Handballerinnen des HSV dürfen vor ihren ehrenamtlichen Kräften am Weyersberg spielen. Die guten Leistungen hätten sicherlich für große Kulissen gesorgt.

Faustball: Die Hallen-Saison ist inklusive aller Deutscher Meisterschaften komplett abgesagt worden, so dass der Fokus auch beim Ohligser TV auf einer möglichst normalen Durchführung der Feldsaison liegt. Verbandspräsident Ulrich Meiners: „Sollten wir im April vielleicht wieder spielen können, dann auf dem Feld.“

Fußball: Im gesamten Verband Niederrhein soll die Wiederaufnahme des Spielbetriebs frühestens zwei Wochen nach der Öffnung der Sportanlagen für den Trainings- und Spielbetrieb erfolgen, um den Vereinen ausreichend Zeit für die Vorbereitung zu geben. Der verbandsweite Pflichtspielbetrieb startet frühestens am Wochenende 23./24. Januar. Die Jugend hat im Gegensatz zu den Senioren noch kein Pflichtspiel bestritten.

Handball: Die Profi-Teams von Bergischer HC 06 (1. Liga, Männer) und HSV Solingen-Gräfrath (2. Liga, Frauen) konnten und können ihre Begegnungen ohne Zuschauer durchführen. Bei der 3. Liga der Männer (Leichlinger TV) und der A-Jugend-Bundesliga (BHC) ist der zunächst für das Wochenende 9./10. Januar geplante Neustart nicht umsetzbar. Das Geschehen bleibt nunmehr bis zum 31. Januar ausgesetzt. Der Handballverband Niederrhein, unter dem alle anderen Solinger Amateurteams spielen, hat zwei Varianten ausgearbeitet – so könnte es am 6. Februar (bei Training ab 11. Januar) losgehen oder am 13. März, wenn der Übungsbetrieb spätestens bis zum 15. Februar möglich ist.

Schach in besonderem Ambiente: Coronagerecht ging es mit der SG Solingen beim Turnier um die Deutsche Schachmeisterschaft 2020 zu. Der Titelträger 19/21 steht im Mai fest.

Schach: Die SG Solingen nahm am Turnier um die Deutsche Schachmeisterschaft 2020 teil, das zentral und coronagerecht in Karlsruhe ausgetragen wurde. Baden-Baden wurde erneut Meister, die Klingenstädter erreichten den fünften Rang im Achterfeld. Die ruhende Saison 2019/20 ist damit aber nicht beendet, sondern soll im März 2021 weitergeführt werden. Der Deutsche Meister der Saison 19/21 wird am 16. Mai in Berlin gekürt.

Sportkegeln: Still ruht der See am Schmalzgraben und im Verband. „Bis Mitte Januar ist erst mal alles abgesagt“, erklärt Markus Gruben, dessen Zweitliga-Team ebenso pausiert wie die unteren Mannschaften von Blau-Weiß Solingen-Hilden. Einzel-Meisterschaften wurden abgesagt, um mehr Zeit für den Ligenbetrieb zu haben.

Tennis: Keine Deutschen Jugend-Meisterschaften, Ranglisten sind ausgesetzt, die Winter-Saison lässt auf sich warten – düster sieht es bei den Clubs aus, die auch ihre Hallen nicht nutzen dürfen. „Sollte im Januar gespielt werden können, gehen wir davon aus, dass es keine Auf- und Abstiege geben wird“, glaubt Christian Darmann, Sportwart des TC Ohligs 1914. Die Belegungspläne stehen einer kompletten Saison im Weg, für die Leistungsklassen relevante Matches könnte es geben.

Volleyball: Frühestens Mitte Januar dürfte es Spiele geben, bis zu diesem Datum ist zum Beispiel die Regionalliga mit den Volleys-Männern ausgesetzt.

Helfer bei einem Heimspiel des Bergischen HC – der Bundesligist darf unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen spielen.Wasserball: Die SGW Solingen/Wuppertal wartet weiterhin auf den Start in die 2. Liga. Verschoben wurde dieser auf Januar, doch daraus dürfte nichts werden.

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