Handball

Walbrecht macht Nationalspieler stark

Sieht gesund und lecker aus, was Nils Walbrecht für die deutsche Handball-Nationalmannschaft zaubert. Foto: Sascha Klahn
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Sieht gesund und lecker aus, was Nils Walbrecht für die deutsche Handball-Nationalmannschaft zaubert. 

Wermelskirchener kocht bei der Weltmeisterschaft für das deutsche Handball-Team.

Von Andreas Dach

Er ist dabei. Wieder dabei. Als der Flieger am Dienstag vergangener Woche gen Kairo abhob, gehörte Nils Walbrecht der deutschen Delegation an. Bei der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten kocht der Wermelskirchener für die deutsche Nationalmannschaft, ist damit ein wichtiger Faktor. Auch für die beiden Profis des Bergischen HC: Lukas Stutzke und David Schmidt, der froh war, als sich ihr Koch nach anfänglichen organisatorischen Problemen – so fehlte die Lizenz vom ägyptischen Gesundheitsministerium – mehr und mehr in der Hotelküche entfalten konnte. Für den 39-jährigen Ehemann und zweifachen Vater hatte sich die Frage nie gestellt, ob er mit in das nordafrikanische Land reisen soll. Ein Spieler nach dem anderen hatte aus persönlichen Gründen abgesagt, Walbrecht ist dem Team treu geblieben. „Die Coronablase um uns herum ist sehr sicher“, glaubt der Mann vom Herd.“

Er betont, keine Angst vor dem Virus zu haben. Dabei hat er Corona schon am eigenen Leibe erlebt. Im Oktober war er positiv, litt an hohem Fieber, dazu ging der Geruchssinn flöten. Er ist genesen, sodass er ohne jegliche Einschränkungen seiner Arbeit nachkommen kann. Darüber freut sich Nils Walbrecht. Bei der Europameisterschaft vor genau einem Jahr hatte er dem Team erstmals angehört und seine Sache offenbar so gut gemacht, dass sich der DHB auch jetzt wieder einen eigenen Koch bei einem solchen Großturnier gönnt. Für Walbrecht steht fest: „Ich bin glücklich, und die Mannschaft ist glücklich.“

„Die Aufregung ist bei mir noch immer da!“
Nils Walbrecht, kocht bei der WM in Ägypten für die deutsche Handball-Nationalmannschaft

Er ist für vier Mahlzeiten zuständig: fürs Frühstück, für das Mittagessen, für einen Snack vor der Partie und für das Abendessen. Da müssen die zeitlichen Abläufe nicht nur passen – es muss auch schmecken. Und Walbrecht hat mit seinen Speisen dafür zu sorgen, dass die Akteure nach ihren Auftritten schnell regenerieren können, zudem müssen Unverträglichkeiten berücksichtigt werden. Da kann er nichts dem Zufall überlassen. „Die Aufregung ist bei mir immer noch da“, sagt er. Dabei hat er sich bei der EM ebenso bewährt wie auch bei späteren Lehrgängen. Man weiß beim DHB, was man an dem ganzheitlichen Ernährungs- und Vitalstoffberater hat, der in Dortmund eine Kochschule betreibt (Erlebbar), große Unternehmen berät und eben auch für die Handball-Nationalmannschaft kocht.

Auch David Schmidt vom Bergischen HC (r.) schaut gerne mal in der Küche bei Nils Walbrecht vorbei. 

Walbrecht möchte dazu beitragen, dass das Team erfolgreich abschneidet. Trotz der personellen Nöte. Die Generalproben mit den EM-Qualifikationsspielen in Österreich (36:27) und gegen Österreich (34:20) waren schon sehr gelungen. Damit hat das Team das Ticket für die Europameisterschaft bereits in der Tasche. Auch die ersten beiden WM-Auftritte gegen Uruguay (43:14) und Ungarn (28:29) konnten sich trotz der jüngsten Niederlage sehen lassen. „Die Mannschaft ist grandios“, findet Walbrecht. Dabei bezieht er sich vor allem auf das Miteinander: „Man wird bei jeder Mahlzeit herzlich begrüßt und spürt die Dankbarkeit der Spieler.“

Zu einzelnen Akteuren wie Jogi Bitter (Stuttgart) und Marcel Schiller (Göppingen) hält er auch außerhalb von WM oder EM Kontakt. „Marcel bittet mich beispielsweise schon mal um Ernährungstipps“, sagt Walbrecht. „Ist doch klar, dass ich ihm dann helfe.“

Man spürt: Es passt bestens mit Walbrecht und der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Und die Zusammenarbeit muss nach der Weltmeisterschaft in Ägypten noch längst nicht beendet sein. Weitere große Ziele stehen an. Man denke nur an die Olympischen Sommerspiele in Tokio (Japan), die für dieses Jahr terminiert sind. Der gebürtige Wuppertaler Nils Walbrecht hofft, dann auch wieder ein Teil der Mannschaft zu sein: „Solange ich für die Jungs kochen darf, mache ich das natürlich sehr gerne. Ich liebe meinen Job.“ Was er mit seinen Kochkünsten morgens, mittags und abends beweist. Die Löwen Stutzke und Schmidt können es bestätigen und würden die Fähigkeiten gerne über die Hauptrunde hinaus in Anspruch nehmen.

Hintergrund

Nils Walbrecht hat seine Ausbildung zum Koch im Hotel zur Eich in Wermelskirchen gemacht. Später hat er unter anderem in der Stromburg bei Johann Lafer und in der Remscheider Concordia gearbeitet. Im Jahr 2009 hat er sich selbstständig gemacht, ist in Dortmund in der Erlebbar tätig. Als Küchenchef und als Organisator von Kochevents. Der gebürtige Wuppertaler ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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