Fitness

Tag der Wahrheit für die Bauchmuskeln

Teil der Studie (v.l.): Pascal Schusdzarra, Kristina Mähler, Dirk Mähler, Sasha Javanmardi, Sebastian Wagener und Celine Derikartz. Foto: Fitness Centrum
+
Teil der Studie (v.l.): Pascal Schusdzarra, Kristina Mähler, Dirk Mähler, Sasha Javanmardi, Sebastian Wagener und Celine Derikartz.

ST-Mitarbeiterin Celine Derikartz ist Teil einer Studie der Uni Wuppertal und des Fitness Centrum TM.

Von Celine Derikartz

„Das wird der Tag der Wahrheit für deine Bauchmuskeln“, sagt Sebastian Wagener, Doktorand an der Uni Wuppertal, als die Elektroden nacheinander entlang der zu testenden Muskelgruppen auf meiner Haut aufgebracht werden. Das befürchte ich auch, aber ich habe mich schließlich bereitwillig als Probandin gemeldet. Zunächst werden die entsprechenden Stellen mit Schmirgelpapier abgerieben und dann desinfiziert, um eine möglichst gute Haftung der aufgeklebten Elektroden zu erzielen. Diese werden die Aktivität von drei verschiedenen Muskelgruppen im Bauch- und Oberschenkelbereich aufzeichnen, während ich diverse Übungen durchführe.

Elektromyographie – kurz EMG – nennt sich diese Methodik zur Erfassung und Messung der Muskelaktivität. Nachdem ich von Probandin Kristina Mähler und Masterstudent Sasha Javanmardi entsprechend präpariert worden bin, bekomme ich zunächst einen Überblick über die bevorstehenden Übungen. Anschließend wird meine maximale Muskelaktivität ermittelt: Pascal Schusdzarra, der die Studie mit Wagener und Javanmardi entwickelt hat, simuliert einen Widerstand, indem er mich an Beinen und Schultern festhält, während ich mit aller Kraft versuche, die entsprechende Körperpartie anzuheben. Die Ermittlung der individuellen Maximalkraft ist wichtig für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse, wie Javanmardi erläutert: „Wir haben sehr unterschiedlich trainierte Teilnehmer verschiedenen Alters. Da immer die Belastung im Verhältnis zum eigenen Maximum gemessen wird, können wir die Werte miteinander vergleichen.“

„Die Abweichung von meiner Erwartung war dann doch deutlich.“

Celine Derikartz, Probandin

An der Studie nehmen Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 32 Jahren teil. Ebenfalls wichtig: Alle Probanden haben identische Voraussetzungen während der sieben Übungen. Daher wird stets auf eine saubere Ausführung in gleichbleibendem Rhythmus geachtet. Wie jeder Teilnehmer muss auch ich vorher angeben, welche Muskelpartien meiner Meinung nach wahrscheinlich angesprochen werden. Nach der Übung gebe ich dann an, ob sich meine Vermutung bestätigt hat, und wie stark ich die Belastung bewerten würde.

„Ziel ist, das subjektive Empfinden im direkten Vergleich zu objektiven Messungen zu untersuchen und auszuwerten,“ sagt Schusdzarra, der die Studie im Rahmen seiner Bachelorarbeit am Institut für Sportwissenschaft im Arbeitsbereich der Bewegungs- und Trainingswissenschaften der Universität Wuppertal entwickelt hat. Kooperationspartner ist das Fitness Centrum TM in Solingen. „Jede Muskelkontraktion sendet einen Impuls“, erklärt mir Dirk Mähler, Leiter des Fitnessstudios. Diese elektrischen Impulse werden über die Elektroden erfasst, digital verstärkt und auf einem Bildschirm angezeigt. Noch während ich die Übung durchführe, kann das Team also sehen, wie meine Muskeln tatsächlich arbeiten, und, wie stark diese Aktivität von meiner subjektiven Einschätzung im Vorfeld abweicht.

Und tatsächlich: Die Abweichung von meiner Erwartung war dann doch deutlich. Die Ergebnisse der Studie werden gesammelt und ausgewertet. Sie bieten die Grundlage für eine Vielzahl an Fragestellungen, denen das Institut für Sportwissenschaft der Universität Wuppertal nachgeht. Das Fitness Centrum TM wartet ebenfalls gespannt auf die Ergebnisse. „Durch die Kooperation mit dem von Professor Freiwald geleiteten Arbeitsbereich der Bewegungs- und Trainingswissenschaften haben wir die Möglichkeit, unsere langjährige Praxiserfahrung einzubringen und direkt mit der aktuellen Forschung im Bereich der Trainingslehre zu verbinden,“ freut sich Mähler.

Die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis, um ein qualitativ hochwertiges Training anzubieten, bildet den Kern des Konzepts. Diese Philosophie findet Anklang: „Kein Proband wurde aus Werbezwecken angeworben. Alle trainieren bereits hier und haben sich aus einem persönlichen Interesse heraus bereit erklärt, an der Studie teilzunehmen,“ betont Mähler. Dieser Linie will er daher treu bleiben und die Zusammenarbeit intensivieren.

Theorie & Praxis

Von der Verbindung zwischen Theorie und Praxis profitieren Universität und Fitness Centrum TM enorm. Dirk Mähler: „Unser Studio verfügt zum einen über das entsprechende Platzangebot, zum anderen sind auch wir an einer wissenschaftliche Herangehensweise interessiert, da die meisten unserer Kunden im Bereich Gesundheitssport trainieren.“. Ein Bereich, der sich schnell verändert und weiterentwickelt. Anhand der Forschungsergebnisse könne das Kursangebot auf den aktuellen medizinischen Kenntnisstand ausgerichtet und entsprechend individualisiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Unveränderter Modus macht in den Kreisligen Hoffnung
Unveränderter Modus macht in den Kreisligen Hoffnung
Unveränderter Modus macht in den Kreisligen Hoffnung
Paladins müssen Berlins Top-Offensive bremsen
Paladins müssen Berlins Top-Offensive bremsen
Paladins müssen Berlins Top-Offensive bremsen
STC ist diesmal besonders stark gefordert
STC ist diesmal besonders stark gefordert
STC ist diesmal besonders stark gefordert
Sportprogramm am Wochenende
Sportprogramm am Wochenende
Sportprogramm am Wochenende

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare