Mein Blick auf die Woche im Sport in Solingen

Verzicht auf Namenstradition ist ein gutes Zeichen

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de
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Aus zwei Vereinen wird einer - mit ganz neuem Namen. ST-Sportredakteur Thomas Rademacher findet es gut, dass es einen komplett neuen Namen gibt.

Solingen. In dieser Woche wurde es endgültig offiziell. Ab dem 1. Juli gehen VfB Solingen und FC Britannia im Sportverein Solingen 08/10 auf. Bewusst haben sich die Verantwortlichen beider Vereine für einen komplett neuen Namen entschieden. Damit entfällt auch die leidige Diskussion, welcher Club nun „Gewinner“ der Fusion ist. Beim TSV Solingen, der aus TSV Aufderhöhe und dem alten Sportring Höhscheid 80/95 hervorging, sind dies recht deutlich die Aufderhöher. Der Sportring seinerseits hatte 2014 die Namenshoheit, als er sich mit der Fußballabteilung des SSC 95/98 zusammentat und damit nebenbei den Zusatz „Widdert“ aus dem Vereinsnamen strich – womit das letzte Relikt der SF Widdert verloren ging. Der BSC Union hat den BSC Aufderhöhe zwar noch im Namen, bekannt ist der Verein aber nach wie vor als Union. Aus dem SV Ditib und Vatanspor wurde indes einfach Ditib-Vatanspor Solingen – oder kurz DV: Hier ist am ehesten eine Balance zu erkennen.

Was wie eine Randnotiz erscheint, ist vielen offenbar unheimlich wichtig. Es ist kein Zufall, dass es einen neu gegründeten Sportring gibt mit quasi demselben alten Logo, der darauf bedacht ist, die Tradition zu erhalten. Außenstehende müssen da erstmal den Überblick behalten. Erinnert sich eigentlich noch jemand an Rosaneri Solingen? Oder Canlarspor, Borac und Enosis? Auch diese Vereine haben die hiesige Fußballszene einst ein wenig aufgemischt, bevor sie wieder verschwanden.

Seit vielen, vielen Jahren erhärtet sich der Eindruck, dass im Solinger Fußball am liebsten jeder sein eigenes Süppchen kochen möchte. Während der glorreichen Zweitliga-Zeit der Union in schöner Regelmäßigkeit nachgetrauert wird, hält sich die Bereitschaft, gemeinsam etwas neues Großes zu schaffen, in engen Grenzen. Am Ende geht es – so der Eindruck – doch oft um persönliche Befindlichkeiten und den unbedingten Willen, Tradition zu erhalten, auch wenn dies überhaupt keinen Sinn ergibt. Wer hätte etwas davon gehabt, die zuletzt nur noch 200 Mitglieder starke Britannia eigenständig am Leben zu erhalten? Der Name wäre geblieben, eine positive sportliche Prognose liegt fast im Bereich der Utopie.

Es ist ein tolles Zeichen, dass VfB und Britannia auf ihre Namen verzichten. Es dokumentiert die Ernsthaftigkeit des Projektes, zusammen etwas Besseres zu schaffen, ohne dabei an das Ewiggestrige erinnern zu müssen. Wie nachhaltig dies funktioniert, müssen die Macher nun beweisen. Aber es ist ein guter Start.

TOP: Beachvolleyball: Nachwuchstalent Levi Weissenbach dominiert.

FLOP: Fußball: Brian Mitchell verliert sein 25. Saisontor im Nachgang und ist damit doch nicht Torschützenkönig – albern!

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