Fußball

Verkürzte Saison ist unumgänglich

Eine Rückkehr auf den Platz ist weiter nicht absehbar. Weder für TSVer Niklas Koshorst (l.) noch für Yoshiki Urata von DV. Foto: Christian Beier
+
Eine Rückkehr auf den Platz ist weiter nicht absehbar. Weder für TSVer Niklas Koshorst (l.) noch für Yoshiki Urata von DV.

Fußball-Chefs planen mit verschiedenen Szenarien.

Von Timo Lemmer

Nach der bundesweiten Lockdown-Verlängerung haben sich die Verantwortlichen des Fußballverbands Niederrhein (FVN) abermals zusammengeschaltet. Für den Solinger Kreis war einmal mehr Udo Reisgies dabei. Dass er, mit Blick auf seine Kreisligen, entspannter auf die neue – wenngleich wenig überraschende – Situation mit verlängerten Maßnahmen reagierte als viele andere Kreischefs, hat einen einfachen Grund: In den Solinger Kreisligen war ohnehin nur mit einer einfachen Runde geplant worden. Dass die angedachten Finalrunden nur bei idealem Verlauf „on top“ gekommen wären, hatte Reisgies den Vereinsvertretern nicht zuletzt bei der Saisoneröffnung erläutert. Von der Idee habe man sich längst verabschiedet.

„Vielleicht dürfen wir im April mal wieder auf die Plätze.“
Vedat Atalay, DV Solingen

Für alle Vereine bedeutete das von Beginn an nur 19 reguläre Spiele. Sieben bis acht davon haben beispielsweise die allermeisten Teams der Kreisliga A bereits hinter sich. Und da mit Saisonstart zudem festgelegt worden war, dass die Spielzeit gewertet werden kann, sofern mindestens 50 Prozent der Partien absolviert sind, fehlen in Solingen nur noch etwa drei Spieltage, um eine verkürzte Saison rechtlich sicher abzuschließen. „Natürlich bin ich froh über jedes Spiel, das mehr absolviert werden kann“, sagt Reisgies. Gewertet wird per Quotient. „Da aber nur noch wenige Spiele zu den 50 Prozent fehlen, kann man die rein theoretisch auch spät, also zum Beispiel im Mai, spielen.“ Ein derart später Wiederbeginn scheint mit den Gesprächen über eine abermalige Lockdown-Verschärfung, die nach der letzten FVN-Runde an Fahrt aufgenommen hatten, realistischer denn je. Vorrangiges Ziel bleibe aber, die 19 Spieltage komplett zu schaffen.

Da der Solinger Kreis – zumindest, was die Absolvierung einer wertbaren Spielzeit betrifft – weniger Sorgen hat als andere Kreise, verschiebt sich auch der Fokus. „Der Pokal wird vorrangig betrachtet werden“, sagt Reisgies, „da es hier darum geht, zwei Vertreter in den Niederrheinpokal zu entsenden, die potenziell die Chance auf den DFB-Pokal haben. Diese Möglichkeit wollen wir auf keinen Fall verstreichen lassen.“ In der ersten Kreispokalrunde hatten Ende Oktober nahezu alle Spiele abgesagt werden müssen.

Klar sei zudem, dass man um Wochenspieltage nicht wird umher kommen können. Sobald gestartet werden kann, könnte auf einen Meisterschaftsspieltag am Sonntag direkt der Pokal unter der Woche folgen. „Wir bleiben aber dabei, dass den Teams drei bis vier Wochen Vorbereitung zugestanden werden müssen“, sagt Reisgies. So bestand Hoffnung, dass man mit einer Platzöffnung ab Februar nach dreieinhalb Wochen Vorbereitung am 28. Februar wieder hätte spielen können. Dieser ohnehin bereits als optimistisch betrachtete Plan ist inzwischen in weite Ferne gerückt. „Vielleicht dürfen wir im April mal wieder auf die Plätze“, sagt beispielsweise Vedat Atalay als Vertreter von Bezirksligist Ditib-Vatanspor.

Begonnen wird auf Kreisebene jedenfalls mit den zuerst ausgefallenen Spieltagen. Offen bleiben die Maßgaben, die für die fünf Solinger Teams auf Landesebene, also den VfB in der Landesliga sowie die Bezirksligisten TSV Solingen, Wald 03, FC Britannia und DV gelten sollen. Kommuniziert hat der Verband indes, für alle möglichen Daten eines Wiederbeginns Pläne in der Schublade zu haben. Immer realistischer wird, dass auch auf Verbandsebene nur die Hinrunde beendet werden kann.

Beim VfB ist nach 14 Spielen eine einfache Runde vollgemacht, sieben Partien haben die Baverter absolviert. Auch die Bezirksligisten sind in einer 15er Liga: Sieben beziehungsweise acht Partien haben sie vor der Unterbrechung spielen können. Atalay: „Ich wünsche mir, dass wir die Saison so lange wie möglich ziehen und damit möglichst viele Spiele absolvieren. Umso fairer wird die Wertung.“

Oberliga

Spielplan: Bereits diesen Dienstag kam es zu einer Sondersitzung. Es ging mit den Oberligisten, darunter die Kreis-Solingen-Vertreter 1. FC Monheim (derzeit auf dem 11. Platz) und Sportfreunde Baumberg (3.), um mögliche Lösungen der Spielplan-Problematik in der fünften Liga. Die höchste FVN-Spielklasse umfasst nach dem letztjährigen Abbruch 23 Mannschaften, sieben bis zehn Spiele haben die Teams bislang erst absolviert. Eine komplette Spielzeit scheint daher illusorisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der Bergische HC geht in seine letzte intensive Woche
Der Bergische HC geht in seine letzte intensive Woche
Der Bergische HC geht in seine letzte intensive Woche
Handball-Landesliga: Starke Abwehrreihen, vorne hakt es noch
Handball-Landesliga: Starke Abwehrreihen, vorne hakt es noch
Handball-Landesliga: Starke Abwehrreihen, vorne hakt es noch
Eintracht geht bei Spektakel leer aus
Eintracht geht bei Spektakel leer aus
Eintracht geht bei Spektakel leer aus
Rasanter Auftakt in der Wittkulle
Rasanter Auftakt in der Wittkulle
Rasanter Auftakt in der Wittkulle

Kommentare