Corona

Vereine zeigen „Rot“ und wünschen sich den baldigen Trainingsbetrieb

Allein ohne den Nachwuchs: Dustin Lau vom TSV befürchtet allerdings keine große Welle an Abmeldungen. Foto: Christian Beier
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Allein ohne den Nachwuchs: Dustin Lau vom TSV befürchtet allerdings keine große Welle an Abmeldungen.

Verschiedene Befürchtungen sind im Jugendfußball wegen der aktuellen Zwangspause präsent.

Von Timo Lemmer

Solingen. Ein Dachverband, den ohnehin Nachwuchssorgen – qualitativ wie quantitativ – plagen und Vereine, die sich zu Initiativen zusammenschließen: Die Sorgen um den Kinder- und Jugendfußball sind bundesweit groß. So groß, dass der Deutsche Fußballbund direkt mit der Einstellung aller sportlichen Aktivitäten forderte, den Trainingsbetrieb im Nachwuchsbereich unter freiem Himmel weiterlaufen zu lassen. Und unter „Rote Karte für Corona“ fordern auch mehrere Dutzend Vereine, den Trainingsbetrieb für Unter-18-Jährige zu ermöglichen – ein Aufruf, den beispielsweise der VfB Solinger teilte.

Den Protagonisten geht es gleichermaßen darum, weiterhin soziale Kontakte zu ermöglichen als auch um die Sorge, viele Nachwuchssportler nachhaltig zu verlieren. In Wald, bei der Sportvereinigung 03, in Höhscheid und Aufderhöhe beim TSV oder Post SV teilt man die Sorgen grundsätzlich. „Der Verein ist normalerweise Anlaufstelle und wöchentlicher Fixpunkt für Kinder und Jugendliche. Wenn das wegfällt, ist das schon dramatisch für den Kopf und die sportliche Verfassung“, sagt Simon Brams, bei Wald 03 Geschäftsführer und Jugendtrainer. Es sei indes verständlich, dass Corona den Alltag bestimmt, und zu hören sei bislang von keinem Jugendspieler, dass er nach der Pandemie nicht zurückkehrt – nicht zuletzt dank „unseren gewissenhaften Trainern, die regelmäßig Kontakt halten, Trainingspläne erarbeitet haben und virtuelle Workouts machen.“

Mitgliedergewinnung hat keine Chance

Dustin Lau und Sarah Görtz, beim TSV Sportliche Leiter für die Jungen beziehungsweise Mädchen, untermauern ebenfalls, dass die Trainer ihr Bestes geben, keine Spieler zu verlieren: ob mit ausgearbeiteten Trainingsplänen für die Älteren oder fußballbezogenen Challenges für die Jüngeren. Lau: „Wir erwarten daher keine große Welle an Abmeldungen. Trotz allem ist die Situation sehr schwierig, weshalb wir hoffen, möglichst bald zumindest wieder trainieren zu dürfen.“ Görtz unterstreicht das: „Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir vor allem nicht trainieren können. Gerade jetzt im Winter, wo es dunkel ist, haben viele auch nicht viele anderweitige Möglichkeiten, sich zu bewegen.“ Sie gibt zudem zu bedenken, dass erst mal abzuwarten sei, wie sich die Mitgliederzahlen wirklich entwickeln.“ Gar nicht möglich sei aktuell die Mitgliedergewinnung, die bei den TSV-Mädchen sonst prima insbesondere bei Grundschulturnieren funktioniert.

Der Post SV verweist unter anderem auf die sehr guten Hygiene- und Verhaltenskonzepte, die mit hohem ehrenamtlichen Aufwand erarbeitet seien. „Wir halten den sportlichen Ausgleich für wichtig“, sagt Robert Sopella, Pressesprecher der Jugend.

Allerorten erhofft man sich, dass es möglichst bald in sicherer Form wieder losgehen kann. Brams: „Wir wünschen, bald wieder auf den Platz zurück zu können. Nicht nur, um den Kindern ihre Lieblingsbeschäftigung zurückgeben zu können, sondern auch um das soziale Miteinander wieder ankurbeln zu können.“ In Wald kümmert man sich dabei um 380 aktive Kinder und Jugendliche, beim TSV sind es rund 450 Jungen und Mädchen: Ob die wirklich alle zurückkehren, wird erst die Zeit zeigen.

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