Fußball

Verband will Entscheidung bis Mitte Mai

Ann-Kristin Flor und die Eintracht-Fußballerinnen sprechen sich gegen eine Fortsetzung der Saison 2019/20 aus. Foto: Christian Beier
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Ann-Kristin Flor und die Eintracht-Fußballerinnen sprechen sich gegen eine Fortsetzung der Saison 2019/20 aus.

Große Mehrheit für den Abbruch – Verband setzt Vereinsgespräche fort.

Von Timo Lemmer

Das Meinungsbild der ersten Woche ist eindeutig: Die meisten Clubs auf Verbandsebene wünschen sich, dass die Fußballsaison am Niederrhein schnellstmöglich abgebrochen wird. „Mit deutlicher Mehrheit“, sei diese Meinung vertreten worden, verkündete der Fußballverband Niederrhein (FVN). Der hatte mit seinen Verantwortlichen zwischen Montag und Donnerstag Videokonferenzen mit allen Ober-, Landes- und Bezirksligisten durchgeführt. Auch die Solinger Vertreter waren befragt worden: VfB, TSV und Britannia votierten dabei für den Abbruch, Ditib-Vatanspor wünscht sich eine Fortsetzung der Spielzeit.

Der FVN teilt nun mit: „Die Anwesenden waren zudem mehrheitlich dafür, dass die Teams aufsteigen sollen, die momentan auf den Aufstiegsplätzen stehen, und dass es keine Absteiger geben soll. Besonders erwähnenswert war hier der Solidaritätsgedanken vieler Vereine, die die Gesundheit aller über das eventuelle Erreichen eigener sportlichen Ziele stellten.“

„Nach dem klaren Votum hat der Verband nur noch eine Möglichkeit.“

Yorik Heiber, TSV-Vereinsmanager

Der TSV hatte schon vor fünf Wochen ein Solinger Bündnis hinter sich versammelt, das einen sofortigen Abbruch fordert. Diesem hatte sich auch die Britannia angeschlossen, für die Sebastian Zupanic nun noch einmal untermauerte: „Alles andere macht keinen Sinn. Wir nehmen aber jede Entscheidung an, da wir aus sportlicher Sicht keine Argumente haben, uns aus dem Fenster zu lehnen.“ Für alle Verbandsspielklassen steht als Idee im Raum, dass es temporär eine weitere Staffel geben könnte. Zupanic: „Definitiv noch geklärt werden müsste das Thema der Sperrstrafen.“

Während DV Solingen notfalls auch eine Aussetzung bis Februar oder März akzeptieren würde, um dann die aktuell unterbrochene Saison zu Ende zu bringen, plädiert Yorik Heiber vom TSV für eine zügige Entscheidung: „Ich bin glücklich, wie der Verband mit dem Thema umgeht. Gewünscht hätte ich mir das Ganze aber zwei Wochen früher.“ Er attestiert Vereinen, die trotz Aufstiegschance für einen Abbruch plädieren, Weitsicht und ergänzt: „Was die Entscheidung angeht, hat der Verband nach dem klaren Votum nur noch eine Möglichkeit.“

Den Gefallen wird der FVN Heiber indes nicht tun: Seitens des Verbands ist weiter keine schnelle Entscheidung zu erwarten. Anfang Mai stehen die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen erneut auf dem Prüfstand und werden womöglich angepasst – bis dahin wird der Verband auf jeden Fall noch warten und die Hoffnung hegen, dass die Sportanlagen dann wieder betreten werden dürfen. Ziel sei es, etwa Mitte Mai eine Entscheidung herbeizuführen.

In dieser Woche geht es erst einmal mit den Konsultationen der Vereine weiter. Jetzt sind die Frauenteams an der Reihe. Daneben sei angedacht, „diese Meinungsumfrage per Videokonferenz auch für Clubs auf Kreisebene anzubieten“.

Eintracht-Frauen sind für den Abbruch

Am Dienstag sind die Solinger Frauenteams auf Verbandsebene dran. Der SV Eintracht Solingen stellt sowohl einen Niederrhein- als auch einen Bezirksligisten. Die jeweiligen Coaches nehmen an der Videokonferenz teil. Jasmin Weide, die Spielertrainerin der Ersten, beschreibt die Vereinsmeinung: „Wir sehen es so, dass wir diese Pandemie in den Griff kriegen müssen. Fußball ist da erst einmal zweitrangig.“ Natürlich blute das Sportlerherz, nicht spielen zu können: „Wir würden am liebsten weiterspielen, das ist klar.“ Das müsse aktuell aber zurückstehen: „Wir schlagen deswegen vor, die Saison zu beenden. Es soll Aufsteiger geben, aber keine Absteiger, und dann beginnen wir im September die neue Saison.“

VERBAND

Viel Zeit hat sich in diesen Tagen Peter Frymuth genommen. Der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes ist Chef auf Niederrhein-Ebene und hat an vielen Videokonferenzen persönlich teilgenommen: „Ganz wesentlich ist nun auch die Frage, wie die Vereine in unseren Kreisen die Situation bewerten.“ Parallel beschäftige sich der Verband aktuell vor allem mit rechtlichen Fragen. Letztlich müsste sich der Beirat des FVN auf einen Saisonabbruch verständigen – und ein außerordentlicher Verbandstag als höchstes Gremium diesen bestätigen.

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