Handball

Und plötzlich wurde es ganz, ganz bitter

Beim BHC II, hier Nils Artmann, gab es einige lange Gesíchter.
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Beim BHC II, hier Nils Artmann, gab es einige lange Gesíchter.

Handball-Regionalliga: Korschenbroich schlägt den Bergischen HC II 31:18.

Von Lutz Clauberg

In der Regionalliga Nordrhein ist spätestens seit dem zehnten Spieltag eines ganz klar: „interaktiv“ und der TV Korschenbroich machen den Aufstieg in die 3. Liga unter sich aus. Während die Ratinger mit Gelpe/Strombach kurzen Prozess machten, zeigte der TVK dem BHC II seine Grenzen auf. „In der momentanen Verfassung und in dieser Konstellation können wir mit beiden nicht mithalten. Da liegen schon eine oder anderthalb Klassen zwischen uns“, sagte Mirko Bernau nach der mit Abstand höchsten Saisonniederlage.

31:18 (17:12) hieß es vor 400 Zuschauern in der wunderbaren und professionell bewirtschafteten Waldsporthalle. Der wie angekündigt gehandicapte BHC (siehe Info-Kasten) machte vom Start weg einen sehr ordentlichen Job, wenngleich die ambitionierten Gastgeber mit ihrem höllischen Tempo und ihrer Kraft direkt auf einem höheren Level agierten. „Wir haben das gut gemacht“, meinte Bernau. Die Abwehr leistete Schwerstarbeit, im Angriff spielten die Solinger sehr konzentriert und schafften es, zum Beispiel für Rechtsaußen Nils Artmann abzuräumen. Jannis Keull war als Torschütze gefragt. Der in der Woche kranke Aaron Exner mühte sich ebenfalls redlich, konnte aber nicht an seine klasse Vorstellung mit 13 Toren gegen die HG Remscheid anknüpfen.

Das Unheil nahm jedoch bereits nach 19 Minuten seinen Lauf. Ein 4:0-Lauf zur 13:8-Führung (22. Minute) deutete die Korschenbroicher Übermacht an. Artmann und Exner sorgten für den etwas überraschenden Anschluss – ehe sich der schon ziemlich verausgabte Exner einen Schnitzer in der Abwehr leistete und unnötigerweise wenige Augenblicke vor dem Halbzeitpfiff des meist hervorragen leitenden Schiedsrichter-Perspektivgespanns Laurenz Haidrich/ Nicolai Luis (Bonn) einen Fehlwurf obendrauf setzte. Den nutzte Korschenbroich-Keeper Felix Krüger mit einem Treffer ins verwaiste BHC-Tor.

Auch im zweiten Abschnitt war Mirko Bernaus Mannschaft in der Abwehr zumindest weitgehend konkurrenzfähig. Dafür lief es im Angriff überhaupt nicht mehr. Drei mickrige Treffer erzielte der Liga-Neuling bis zur 52. Minute. Bernau sah einige Gründe für die bittere Entwicklung: „Die fehlenden Kräfte, eine gewisse Unsicherheit und das nicht mehr vorhandene Selbstbewusstsein.“ Korschenbroich legte durch den robusten Linkshänder Henrik Schiffmann bis zum 26:15 (41.) kernig vor, ging aber fortan deutlich fahrlässiger mit seinen Chancen um. Erst sieben Minuten später fiel das nächste Tor.

Bernau wechselte schließlich (nach Philipp Schäfer) mit Jannik Esser, Maximilian Franco und Leon Baier drei weitere junge Burschen des Jahrgangs 2003 ein. Auch das Landesliga-Quartett brachte in der allgemeinen Verunsicherung verständlicherweise nichts zustande.

„Wir durchleben gerade eine Durststrecke“, sagte Bernau nach der dritten Niederlage in Folge. „Aber da müssen wir durch.“ Seine Devise lautet: „Mund abwischen, gut trainieren und durch.“ In seiner Spielerkritik kam Jannis Keull am besten weg. „Er hat in der Summe als einziger mehr Positives als Negatives gemacht.“ Als Konsequenz für die kommende Spielzeit wies Bernau auf Nachfrage darauf hin, den Kader 2023/24 breiter aufstellen zu wollen. Ein Beispiel könnte Korschenbroich sein. Der Tabellenzweite war auch ohne Top-Torjäger Nicolai Zidorn in der Breite überragend besetzt.

BHC II: Elsässer, Johann; Büscher (5, 1), Exner (4), Artmann (4, 2), Keull (3), Breenkötter (1), Berger (1), Esser, Schäfer, Franco, Baier, Bahn

BHC II

Tobias Schmitz rutschte durch die Verletzung von Tim Nothdurft in den Profi-Kader. Außerdem fehlten Kristian Nippes, Lennart Mentges, Ivo Santos und die A-Jugendlichen.

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