American Football

Umtriebige Paladins streben mehr Professionalität an

Ausgelassen bejubeln konnten die Solingen Paladins und ihr Vorsitzender Ingo Hübner Silva (Mitte, umgekehrt stehend) dieses Jahr nur drei Saisonsiege. Das soll sich ändern.
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Ausgelassen bejubeln konnten die Solingen Paladins und ihr Vorsitzender Ingo Hübner Silva (Mitte, umgekehrt stehend) dieses Jahr nur drei Saisonsiege. Das soll sich ändern.

Solinger Football-Zweitligist stellt in diesen Tagen die Weichen für die Zukunft – mittelschwerer personeller Umbruch inklusive.

Von Fabian Herzog

Humor ist, wenn man trotzdem drüber lacht. Wer Ingo Hübner Silva in diesen Tagen zu den Ambitionen seiner Solingen Paladins für die in 2023 anstehende Saison in der German Football League 2 befragt, bekommt eine mit einem Schmunzler versehene trockene Antwort zu hören: „Das Ziel ist es jedenfalls nicht, wieder in letzter Sekunde und mit anderthalb Zentimetern Vorsprung die Klasse zu halten.“ Das Drama von Essen und seine Folgen. Nicht nur dem 1. Vorsitzenden hat die Nervenschlacht bei den Assindia Cardinals Ende August, als ein verheerender Touchdown des Gegners, der den Abstieg bedeutet hätte, gerade noch verhindert werden konnte, mächtig zugesetzt.

Wir wollen es professioneller aufziehen.

Ingo Hübner Silva, Vorsitzender der Paladins

Aber: Die Paladins haben daraus auch ihre Schlüsse gezogen und krempeln derzeit so einiges um. Dies wurde auch beim sogenannten Kick-off-Meeting vor wenigen Tagen deutlich, wo unter anderem der neue Headcoach Klaudiusz Cholewinski sein Konzept, seine Idee vom Football und seine Strategie vorstellte. „Er macht einen sehr modernen Eindruck und ist sehr strukturiert“, berichtet Hübner Silva. Und ehrgeizig. Eine der ersten Maßnahmen: Seit vergangenen Mittwoch wird mindestens drei-, in bestimmten Phasen der Vorbereitung sogar viermal pro Woche und damit einmal mehr als bisher trainiert. Auch damit würde ein ganz klares Ziel verfolgt werden, wie der Vorsitzende verdeutlicht: „Wir wollen es professioneller aufziehen.“

Dieser Ansatz lockte viele Neugierige zur Auftaktveranstaltung ins Kreisjugendheim an der Gillicher Straße. „Es wurde besser angenommen als je zuvor“, berichtet Hübner Silva, der sich freute, viele neue Gesichter zu begrüßen. Potenzielle Zugänge auf Spieler- und Trainerpositionen, aber auch im Bereich des ehrenamtlichen Helferteams.

Es deutet sich bei den Paladins ein mittelschwerer Umbruch an. Auf Trainerebene steht neben den bekannten Wechseln auf der Headcoach-Position und des Offensive Coordinators (Carsten Schumacher anstelle von Markus Blessmann) fest, dass U19-Headcoach Alex Thomas parallel auch die O-Line federführend übernimmt. Marco Hübner rückt ins zweite Glied und übernimmt zusätzlich das Frauen-Team als Cheftrainer. Dazugekommen sind außerdem drei Coaches von den Bochum Rebels. Hübner Silva: „Die Leute sind auf uns aufmerksam geworden, weil sie gehört haben, dass wir Gas geben wollen.“

Auch das Gesicht der Mannschaft scheint sich enorm zu verändern. „15 bis 20 Spieler“ des alten Kaders hätten bislang ihre Zusage gegeben. Dazu gehört als Quarterback aber nicht Jeremy Konzack, der aus unterschiedlichen Gründen kürzertreten möchte. Möglicherweise bleibt er als Wide-Receiver an Bord. Weil auch dessen Vertreter Alex Busch, der wie sein Bruder Lukas und Luca De Cooman an ein College in den USA gehen, nicht mehr zur Verfügung steht, besteht auf der wichtigsten Position im Football dringender Handlungsbedarf.

Sorgen bereitet Hübner Silva dies aber nicht. So sei beim Kick-off-Meeting schon ein möglicher Nachfolger dabei gewesen, außerdem habe sich ein Holländer im Training vorgestellt. „Und wenn das alles nicht klappt“, sagt der Vorsitzende, „müssen wir eben einen Import-Spot für die Quarterback-Position nutzen.“ Noch ist offen, welche US-Amerikaner für welche Position dazugeholt würden. „Ziel ist es, erst einmal einen deutschen Kader aufzustellen und dann die Bedarfslücken mit Imports füllen.“

Doch die Zusammenstellung einer schlagkräftige(re)n Truppe ist nur eine von vielen Baustellen, die den Vorsitzenden und seine Crew derzeit auf Trab halten. Dazu zählt beispielsweise auch die Suche nach einer neuen Cheerleader-Gruppe. Nach dem Abschied der Heavenly Force, die über Jahre in der Jahnkampfbahn für Stimmung und Unterhaltung am Seitenrand gesorgt haben, sind die Paladins bestrebt, eine Nachfolgelösung zu finden. „Das gehört einfach zum Football dazu“, findet Hübner Silva.

Schon einmal im Kalender eintragen können sich die Fans des Zweitligisten den 10. Dezember. Dann findet im Walder Stadion ein Paladins-Weihnachtsmarkt statt, bei dem es neben Dauerkarten und sonstigen Merchandise-Artikeln ein ganz besonders Schmankerl zu kaufen gibt. Erstmals nach sieben Jahren gehört wieder ein Jahreskalender mit besonderen Fotos zum Angebot.

Saison 2023

Gegner: Wann es gegen wen losgeht, steht noch nicht fest. Mitte Dezember ist in der Regel mit einem vorläufigen Spielplan der im April/Mai startenden Saison zu rechnen. Klar ist, dass die Paladins es neben den Langenfeld Longhorns, Hildesheim Invaders, Lübeck Cougars und Rostock Griffins (wie zuletzt) diesmal auch mit Erstliga-Absteiger Düsseldorf Panther und den beiden Regionalliga-Aufsteigern Münster Blackhawks und Oldenburg Knights zu tun bekommen. Letztgenannte scheinen eine ähnliche Rolle anzustreben wie die Paderborn Dolphins, die den Durchmarsch schafften.

Testspiele: War es vergangene Saison nur eine Probe für den Ernstfall (gegen Erstligist Köln), sind diesmal zwei Vorbereitungspartien geplant.

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