Landessportbund

Übungsleiter trotzen den Hindernissen

Team- und Übungsleiter sind zufrieden: Giuseppe Floridia (vorne v. l.), Marie-Aline Bak sowie Achim Böhm (Lehrteam, stehend v. l.), Zeinab Mansouri Bidekani, Christina Raman, Melanie Hahn, Julia Warkentin, Larissa Warkentin und Kjell Raffenberg (hinten v. l.), Lukas Urbach, Sylvia Brigitte Schynawa, Rene Kottzieper, Jona Glück, Florian Trüb, Bernd Strohmeyer (Lehrteam). Foto:
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Team- und Übungsleiter sind zufrieden: Giuseppe Floridia (vorne v. l.), Marie-Aline Bak sowie Achim Böhm (Lehrteam, stehend v. l.), Zeinab Mansouri Bidekani, Christina Raman, Melanie Hahn, Julia Warkentin, Larissa Warkentin und Kjell Raffenberg (hinten v. l.), Lukas Urbach, Sylvia Brigitte Schynawa, Rene Kottzieper, Jona Glück, Florian Trüb, Bernd Strohmeyer (Lehrteam).

Gleich zwei Lehrgänge sind erfolgreich zu Ende gegangen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Achim Böhm (l.) und Christian Schmahl (3. v. r.) freuten sich nach der Theorie und Praxis auch über Abschlüsse der Teilnehmer mit Migrationshintergrund: Tamina Abad, Ali Avci, Irina Bernevec, Zaccaria Boutaoumz, Jannis Charney, Talha Kömürcü, Christin Pacifico, Dea Francesca Papollo, Murali Prasad, Katarina Wolf, Aleyna Juneci.

Tamina Abad hatte ihre Prüf- Sequenz in der Sporthalle der Wilhelm- Hartschen- Schule samstagmorgens um 11 Uhr bereits erfolgreich hinter sich. Wie alle Teilnehmer der diesjährigen Übungsleiter-Lehrgänge des Landessportbundes musste die 46-Jährige nach der Vorlage ihrer zuvor schriftlich ausgearbeiteten Trainingsstunde ihre Kurs-Kollegen anleiten. „Aus Zeitgründen beschränken wir uns bei der praktischen Prüfung auf den Hauptteil und lassen das Aufwärmen und den Schluss weg“, erläutert dazu Sportlehrer Achim Böhm, seit Jahren einer der führenden Köpfe dieser regelmäßigen Nachwuchs-Ausbildung.

Abad ist eine von zehn Prüflingen, die trotz des durch die Corona-Pandemie schwierigen Jahres am Kurs festgehalten haben. Die Mutter von acht Kindern im Alter von 24 bis 10 Jahren war vor fünf Jahren aus Syrien nach Solingen geflüchtet und ist längst gut in ihrer neuen Heimat angekommen. Sie erinnert sich an Sprachkurse und erste Aushilfsarbeiten, zum Beispiel in der Küche von Kindertagesstätten oder Senioren-Einrichtungen.

„Es ging ja auch darum, die Gruppe zusammenzuhalten.“

Achim Böhm

Dadurch entstand ihr Wunsch, mitzuhelfen, Menschen zu fördern: Die nun erworbene Qualifikation möchte sie nutzen, selbst Bewegungsangebote für Jung und Alt zu machen. Sie habe in Böhm und den anderen Ausbildern beim Lehrgang für Menschen mit Migrationshintergrund viel Unterstützung erfahren, sagt sie. „Vor allem immer wieder Mut und Zuspruch. Das hat mich motiviert, dranzubleiben.“

Keine Selbstverständlichkeit, denn von den ursprünglich gestarteten 20 Interessenten ist nur die Hälfte zur Prüfung angetreten. Er könne es niemandem verübeln, nicht durchgehalten zu haben, räumt Achim Böhm ein. Nachdem das Basismodul von 30 Unterrichtseinheiten noch in Präsenz absolviert werden konnte, kam es zum Lockdown. Danach wurden die Themen wie die Bedeutung von Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination digital unterrichtet. Zusätzlich bot Achim Böhm praktische Übungen an: Samstags von 9 Uhr bis 10.30 Uhr gab es Onlinesport. „Es ging ja auch darum, die Gruppe zusammenzuhalten“, blickt Böhm zurück. Nach den Sommerferien ging es erneut „live“ los.

Das Prüfungswochenende setzte also einen nachdrücklichen Schlusspunkt hinter ein spannendes Jahr. Schon am Wochenende zuvor war ein zweiter Übungsleiterkurs mit der dazugehörigen Prüfung ins Ziel gekommen. 13 Absolventen konnten ihre Urkunden entgegennehmen. Der jährlich an acht Wochenenden (120 Stunden) stattfindende Lehrgang wurde aufgrund der Pandemie in zwei Kompaktwochen in den Sommerferien und in den Herbstferien platziert. Dieses Konzept sei für den Kurs der Menschen mit Migrationshintergrund nicht geeignet gewesen, sagt Achim Böhm. „Wir nehmen uns da sowieso immer mehr Zeit.“ Nicht umsonst steht diesem Kurs ein Unterrichtsstunden-Kontingent von 120 Stunden plus X zu. Dieses X könne man individuell gestalten: Je nach Teilnehmer können so noch vorhandene Sprachschwierigkeiten und Verständigungsprobleme gut und am Ende zufriedenstellend kompensiert werden. „Viele der Teilnehmer kennen aus ihrer Heimat keinen gesundheitsorientierten Breitensport wie bei uns in Deutschland und brauchen mehr Zeit, um die Idee von Sport in ihrer neuen Heimat zu verstehen.“ Das sollte gelungen sein.

Das Lehrteam

Die Leitung des „normalen“ Übungsleiter-Lehrgangs hatten Achim Böhm (Sportlehrer) und Bernd Strohmeyer (Sonderschullehrer und Konrektor). Den Kurs für Neu-Solinger haben Mirella Kuhl (Integrationsbeauftragte des Landessportbundes und vom Solinger Sportbund), Böhm und Christian Schmahl (Studiendirektor und Lehrerausbilder im Seminar) in Theorie und Praxis begleitet.

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