Handball und Fußball

Überragender HSV überrumpelt den Tabellenführer

Nach dem Erfolg beim Spitzenreiter hat die HSV-Siegerpose, die das Team nach jedem Punkt einnimmt, besonders viel Spaß gemacht. Foto: imago
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Nach dem Erfolg beim Spitzenreiter hat die HSV-Siegerpose, die das Team nach jedem Punkt einnimmt, besonders viel Spaß gemacht.

Sport aktuell: Fußball-Landesligist VfB kommt unter die Räder – Jubel hingegen im Handball.

Von Thomas Rademacher und Jürgen König

Am Mittwochabend um 20 Uhr wurden wegweisende Begegnungen im Solinger Sport angepfiffen. Um 21.50 Uhr war der Abend mit dem Schlusspfiff im Grevenbroicher Erftstadion vorüber, wo Fußball-Landesligist VfB mit 1:6 unterlag. Rund 400 Kilometer weiter südlich erwischte der HSV Solingen-Gräfrath den VfL Waiblingen auf dem falschen Fuß. Die Zweitliga-Handballerinnen überrumpelten den Tabellenführer in der ersten Halbzeit und gewannen im Herzschlagfinale.

Frauen, 2. Handball-Bundesliga: VfL Waiblingen – HSV Solingen-Gräfrath 35:36 (16:19). Die ganze Zeit hatte der HSV geführt, doch in der Schlussminute stand es 35:35. Würden nun die Hände doch noch zittern? Nein. Merit Müller nahm sich den Wurf, obwohl die Rechtsaußen kurz zuvor aus ähnlicher Position gescheitert war, und versenkte zum 36:35. Waiblingen konterte schnell, doch die Endstation hieß Senanur Gün im Tor der Solingerinnen. Ihre letzte Parade war gleichzeitig die wichtigste. „Wir haben heute mit Abstand unser bestes Spiel der letzten Wochen gemacht. Und Merit macht das zum Schluss einfach so cool“, zeigte sich Trainerin Kerstin Reckenthäler beeindruckt.

Ohne Druck war der HSV ins Schwabenland gefahren. Schließlich war das Thema Aufstieg erst einmal zu den Akten gelegt worden, da die sportlichen Chancen nach zuletzt zwei Niederlagen und einem knappen Erfolg über Regensburg auf ein Minimum geschrumpft waren. Doch der Tabellendritte gefällt sich offenbar in der Rolle des Favoritenschrecks. Stets, wenn niemand mehr so recht mit ihm rechnet, liefert der HSV eine außerordentliche Leistung ab. Dieses Kunststück gelang in Waiblingen ein Mal mehr.

Von Anfang an gingen beide Mannschaften ein extrem hohes Tempo. Im Angriff lag der Fokus oft auf einem schnellen Abschluss, bevor sich die Abwehrreihen sortiert hatten. Der HSV bekam defensiv zuerst Zugriff, hatte durch Senanur Gün einige Paraden und nutzte die daraus folgenden Ballgewinne auf der anderen Seite. Spielmacherin Mandy Reinarz traf in der besten Phase der ersten Halbzeit genauso wie die Außen Lucy Jörgens und Merit Müller sowie Kreisläuferin Carina Senel. Von 3:3 zogen die Solingerinnen auf 11:4 davon.

So ging es freilich nicht weiter, doch die Mannschaft setzte Nadelstiche und war eben nicht nur durch Top-Torschützin Vanessa Brandt gefährlich. Auch Lara Karathanassis agierte selbstbewusst. Und als die Waiblingerinnen gerade wieder in Schlagdistanz zu kommen schienen, drehte Gün mit Sechs-Meter-Paraden auf. So legten die Gäste halbzeitübergreifend einen 5:0-Lauf hin zum 23:16-Zwischenstand hin. Die Gastgeberinnen kamen zwar auf 20:24 heran, leisteten sich aber auch offensive Fehler, die Gräfrath konsequent bestrafte.

Dramatisch wurde es kurz vor Schluss trotzdem noch. Der VfL profitierte von einer Roten Karte gegen Karathanassis (dritte Zeitstrafe) und glich tatsächlich beim 35:35 erstmals seit dem 3:3 aus. Das Spiel stellten die Gastgeberinnen allerdings nicht auf den Kopf – dank des Schlussakkords von Müller und Gün.

HSV: Gün, Krückemeier, Fahnenbruck; Brandt (9, 3), Reinarz (7), Müller (7), Karathanassis (5), Senel (4), Jörgens (3), Penz (1), Fabisch, Polsz, Tesche, Kamp, Clauberg

Der VfB blickt mit Davide Mangia (l.) und Geonhee Lee aus der Ferne aufs rettende Ufer.

Fußball-Landesliga: SC Kapellen-Erft – VfB Solingen 6:1 (2:0). Die Hoffnungen, dass mit Eray Bastas ein erfahrener Allrounder in der Anfangsformation stehen würde, erfüllten sich nach dessen Knieverletzung nicht. „Unsere Top-Formation ist es nicht, aber eine gute, die gewillt ist, einen großen Kampf hinzulegen“, gab sich Peter Hergl aus der sportlichen Leitung des VfB vor dem Anpfiff zuversichtlich. Wie verkraftet der Abstiegskandidat die 1:7-Pleite gegen den ASV Süchteln? Nicht gut, trotz Überzahl nach einer Stunde gelang nur ein Treffer durch Davide Mangia zum 1:6 (89.).

Bereits nach zehn Minuten mussten die Gäste ihre Erwartungen an eine mögliche Rückkehr in die Erfolgsspur zurückschrauben. Kapellen erwischte einen Traumstart und ließ der frühen Führung (4.) kurz darauf das 2:0 folgen. Stets war es die Schnelligkeit der jungen Spieler in Reihen des Favoriten, die als Basis für den Doppelschlag diente. Danach normalisierte sich das Geschehen, das Stellungsspiel war deutlich besser. „Mit zunehmender Spielzeit haben wir uns auf Augenhöhe befunden“, sagte Hergl, der auch – wenn nur wenige – Torchancen der Solinger Elf in Hälfte eins notieren durfte. Aber zwei Mal Mangia und Marvin Stahlhaus blieb der Anschlusstreffer verwehrt. Hingegen sorgte der SC kurz nach Wiederanpfiff mit dem 3:0 für die Entscheidung.

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