Fußball

TSV kommt in letzter Minute gegen DV zurück

Am Ball präsentierten sich Yuji Adachi (l.) und DV stärker, doch der TSV mit Florian Heuschkel (M.) und Torben Rüdingloh hielten bis zum Schluss dagegen. Foto:
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Am Ball präsentierten sich Yuji Adachi (l.) und DV stärker, doch der TSV mit Florian Heuschkel (M.) und Torben Rüdingloh hielten bis zum Schluss dagegen.

Fußball-Bezirksliga: Ditib-Vatanspor geht in der 90. Minute in Führung, doch am Ende jubeln die Gastgeber über das 1:1 (0:0)

Von Thomas Rademacher

Die Verhältnisse waren eigentlich bereits nach wenigen Minuten geklärt. DV Solingen war im Bezirksliga-Derby an der Neuenkamper Straße seiner Tabellenposition entsprechend (zwei Spiele, zwei Siege) spielerisch tonangebend. Je länger die Partie dauerte, desto seltener tauchte der TSV Solingen gefährlich vor dem Gehäuse Ditib-Vatanspors auf. Gleichzeitig verteidigten die Gastgeber leidenschaftlich und kamen insbesondere in der ersten Halbzeit zu einigen Gelegenheiten. Dass sie auf den späten Rückstand noch eine Antwort hatten, kam aber doch eher überraschend.

Die 90. Minute war bereits angebrochen, als Umutcan Önel zum 1:0 für DV traf. TSV-Torhüter Robin Schulze war die Sicht versperrt, so dass er den Schuss ins Eck nicht abwehren konnte. DV jubelte, wähnte sich am Ziel nach einem harten Stück Arbeit. Doch die Gäste hatten die Rechnung ohne das Team von Coach Nils Esslinger gemacht. Das war in der vorigen Woche nach einem Rückstand gegen Wald 03 derbe eingebrochen. „Wir hatten uns vorgenommen, es dazu nicht mehr kommen zu lassen und unseren Weg weiterzugehen“, sagte der Trainer. Und tatsächlich: Die Mannschaft warf nicht die Flinte ins Korn, sondern stattdessen für die letzten Minuten alles nach vorne.

Florian Heuschkel passte den Ball scharf herein, DV-Schlussmann Justin Illmann konnte nur abklatschen lassen, und in Tobias Haitz vollstreckte ein Abwehrspieler der Gastgeber zum 1:1. Wieder war der Jubel enorm. Und beim TSV hielt er bis zum Schlusspfiff wenige Momente später an. Das Remis bedeutete den ersten Punkt in dieser Saison. „Gegen einen Kontrahenten, der ganz hoch anzusiedeln ist“, freute sich Nils Esslinger. „Das war ein Unentschieden für die Moral.“

„Da müssen sich die Spieler auch an die eigene Nase fassen.“

Vedat Atalay, DV-Sportdirektor

Gleichzeitig verpasste Ditib-Vatanspor im dritten Spiel zum ersten Mal einen Dreier. „Das ist natürlich enttäuschend, weil wir zum Schluss das verdiente Tor gemacht hatten, dann aber doch noch den Rückschlag kriegen. Wir haben uns zu früh gefreut“, haderte DV-Coach Alfonso del Cueto. Sportdirektor Vedat Atalay ergänzte: „Da müssen sich die Spieler auch an die eigene Nase fassen. Es wäre unter dem Strich ein verdienter Sieg für uns gewesen.“

Enttäuscht vom Spiel war die DV-Delegation allerdings keinesfalls. „Wir haben viel dafür getan, hatten zwar unsere Probleme mit dem Platz (| Infokasten), aber auch ohne die ganz großen Chancen waren wir überlegen“, fand del Cueto. Gerade in der zweiten Hälfte waren die Verhältnisse klar. Strafraumszenen gab es nur vor dem TSV-Gehäuse, die Gastgeber konnten nur selten Entlastungsangriffe fahren.

Das war in den ersten 45 Minuten noch anders gewesen. DV hatte zwar mehr Ballbesitz, doch beide Teams kamen zu Gelegenheiten. Yuji Adachi donnerte für DV die Kugel aus der zweiten Reihe knapp über das Tor, TSV-Stürmer Max Zäh lupfte hauchdünn über den Querbalken, Habib Daffs Kopfball hätte wiederum fast das 1:0 für die Gäste bedeutet. Etwas Glück hatte der TSV unmittelbar nach Wiederanpfiff, als Jaouad Jaha im Strafraum zu Fall kam. Der Aufschrei war groß, doch der Unparteiische ließ sich nicht beirren und setzte die Partie ohne Pfiff fort.

Letztlich werden wohl beide Parteien mit dem Punkt leben können – denn vor dem späten 1:0 fehlte es der Partie an den allerzwingendsten Chancen. So meinte auch del Cueto: „Mit einem 0:0 wäre ich zufrieden gewesen.“

TSV: Schulze; Haitz, Magner, Krone; Kugel, Bernhard (85. Danisch), Mitchell (67. Schürg), Heuschkel, Rüdengloh, Inden (57. Koshorst), Zäh (57. Barretta)

DV: Illmann; Demitras, Urata, Uzunlar, Yagmur; Adachi, Demba, Karakus (75. Önel), Jaha (81. Okerke), Srikanthan (60. Dogan); Daff

Tore: 0:1 (90.) Önel, 1:1 (90. + 1) Haitz

Der Platz

Mit dem Untergrund an der Neuenkamper Straße hatten beide Mannschaften ihre Probleme. Immer wieder rutschten die Fußballer weg, was DV – vielleicht auch mangels Gewohnheit – besonders nervte. „Da muss man etwas verbessern. Natürlich mussten beide Teams damit klarkommen, aber unserem Spielfluss hat das Hin- und Hergerutsche ganz besonders geschadet“, sagte DV-Sportdirektor Vedat Atalay.

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