Basketball

TSG-Talent eifert den Großen nach

Linus Lettermann und sein liebstes Spielgerät. Mit dem Basketball in der Hand (oder auf dem Finger) ist er voll in seinem Element. Foto: KUtoPiART
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Linus Lettermann und sein liebstes Spielgerät. Mit dem Basketball in der Hand (oder auf dem Finger) ist er voll in seinem Element.

Der zwölfjährige Linus Lettermann ist hochveranlagt und basketballverrückt.

Von Fabian Herzog

Bei den Basketballern der TSG Solingen gehört er zu den vielversprechenden Talenten. Spätestens in der vergangenen Saison hat Linus Lettermann auf sich aufmerksam gemacht, als er mit der U12 nicht nur ungeschlagen den Titel in der Jugend-Oberliga gewann, sondern dabei auch noch als kaum zu stoppende Offensivwaffe glänzte. So verwundert es auch nicht, dass der Zwölfjährige vor wenigen Wochen erstmals bei den 1. Herren mittrainieren durfte und in diesen Genuss nun auch regelmäßig kommen soll. „Das war schon echt eine tolle Erfahrung“, erzählt Lettermann, der dem Verein sehr dankbar ist, „so eine Chance“ zu bekommen.

Mit acht Jahren hat der Solinger mit dem Basketballspielen bei der TSG begonnen. Vorher hatte er sich als Schwimmer beim TSV versucht. „Aber das war mir zu wenig Mannschaftssport“, begründet Linus Lettermann, warum er lieber seinem Vater Marc nacheiferte und sich der Korbjagd widmete. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich schon kurze Zeit später herausstellen sollte. Denn bei der TSG fand er alles, was er suchte. Und entdeckte dabei sein Talent.

„Linus hat eine riesige Entwicklung genommen.“ 

Benjamin Heck, TSG-Coach

Ganz nebenbei durfte er auch diverse Erfolge feiern. Wie in der vergangenen Saison, als er mit der U12 bis zum Corona-Abbruch 18 Spiele bestritt – und 18 Mal als Sieger vom Feld ging. „Ich war meinen Gegenspielern meist körperlich überlegen“, erzählt der Zwölfjährige, der es schon auf eine Körpergröße von 1,74 Meter bringt. Schuhgröße dabei: 45. In der nächsten Saison wird er damit alleine nicht mehr herausragen. Linus Lettermann rückt in die U14 auf und muss sich dort auf andere Gegenwehr einstellen. „Da wird es sicherlich nicht mehr so leicht und deutlich anspruchsvoller“, glaubt er.

Um gerüstet zu sein, hat er auch in der Corona-Zwangspause fleißig trainiert. Als Gegner im heimischen Garten musste seine Mutter herhalten. „Aber ich hatte keine Chance“, erzählt Stephanie Lettermann lächelnd. Alternativ spielte der Zwölfjährige Basketball auf der Playstation und eiferte dort seinen großen Idolen virtuell nach. Michael Jordan, Kobe Bryant, LeBron James und Giannis Antetokounmpo – an Vorbildern mangelt es ihm nicht. „Er kennt alle Spieler der NBA“, sagt seine Mutter.

Die nordamerikanische Profiliga hat es Linus Lettermann angetan. Entsprechend groß war die Freude, als das Christkind zu Weihnachten keine Bücher oder Gesellschaftsspiele unter den Baum gelegt hatte, sondern ein Abonnement des Streaminganbieters DAZN. „Ich gucke jedes Spiel“, sagt das wissbegierige Basketballtalent. Auch die Netflix-Dokumentation über Michael Jordan hat ihn begeistert. „Das war verblüffend.“

Sportliche wie sprachliche Weiterentwicklung im Training

So oft er kann, eifert der Zwölfjährige seinen Idolen nach. Drei- bis viermal pro Woche steht für ihn Training auf dem Programm. Dabei muss er sich bei der U14 schon enorm umstellen. Denn mit Jordan Rose, Neuzugang der 1. Herren, ist ein gebürtiger Kanadier nun sein Trainer. „Da wird nur Englisch gesprochen“, erzählt Linus Lettermann angetan und glaubt: „Der wird mir noch viel beibringen.“ Er spricht in dem Zusammenhang aber auch voll des Lobes von seinem bisherigen Coach Benjamin Heck: „Benni ist ein super Trainer.“

Der neue Verantwortliche der 1. Herren war es auch, der Lettermann bei den Erwachsenen hineinschnuppern ließ und dafür sorgt, dass die Talente der TSG regelmäßig Erfahrungen wie diese sammeln sollen. „Man muss immer neue Reize setzen“, begründet Heck die Maßnahme. Er sieht im Nachwuchsbereich jede Menge Potenzial: „Wir haben sehr viele talentierte Jungs dabei, die es schaffen können, irgendwann mal bei den Herren Fuß zu fassen.“

Von Linus Lettermann ist er begeistert. „Er hat eine riesige Entwicklung genommen“, schwärmt Heck. Dies habe er auch in den Trainingseinheiten mit der ersten Mannschaft beeindruckend unter Beweis stellen können. „Er zieht das immer super durch und schafft es dabei, gar nicht aufzufallen.“

Konzept

Talentförderung: Die Spieler aller Jahrgänge mit dem größten Potenzial bekommen die Chance, einmal pro Woche an einem Elite-Training teilzunehmen. „Das bringt unheimlich viel“, sagt TSG-Coach Benjamin Heck. Im Rahmen dieser sogenannten Academy, die Ken Pfüller seinerzeit initiiert hat, wird ganz gezielt trainiert. Heck: „Das ist ein Riesengewinn.“ Geplant ist, die systematische Weiterentwicklung der Talente auszubauen. Eventuell mit einer zweiten Einheit pro Woche oder einem positionsspezifischen Training.

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