Schach

Triumph beim Wimbledon des Schachs

Jorden van Foreest hat in Wijk aan Zee den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der Spieler der Schachgesellschaft Solingen gewann das prestigeträchtige Turnier als erster Niederländer seit 1985. Foto: imago
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Jorden van Foreest hat in Wijk aan Zee den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der Spieler der Schachgesellschaft Solingen gewann das prestigeträchtige Turnier als erster Niederländer seit 1985.

Mit Jorden van Foreest gewinnt ein Spieler der SG Solingen in Wijk aan Zee.

Von Thomas Rademacher

Es war eine ganz besondere Situation für den niederländischen Schach. Seit 1985 hatte kein Landsmann mehr beim Turnier in Wijk aan Zee, dem sogenannten Wimbledon des Schachs, gewonnen. Und diesmal stand sogar vorzeitig fest: Es würde endlich wieder einen niederländischen Sieger geben. Da Anish Giri und Jorden van Foreest ins Stechen mussten, war jedoch gleichzeitig klar, dass ein Spieler der SG Solingen die prestigeträchtige Veranstaltung gewinnen würde.

„Man muss fairerweise sagen, dass das Turnier 2021 nicht ganz so stark besetzt war wie üblich“, sagt SG-Vorsitzender Oliver Kniest. „Das ist auf geltende Reisebeschränkungen zurückzuführen.“ Dennoch war es ein illustres Feld. In Magnus Carlsen und Fabiano Caruana waren die Nummer eins und zwei der Weltrangliste dabei. Doch die beiden Topspieler landeten auf den Plätzen sechs beziehungsweise vier des 14er-Feldes. Weltmeister Carlsen unterlag sogar sensationell dem 18-jährigen Andrey Esipenko.

Die Show stahlen aber die beiden Niederländer. Während Giri konstant stark spielte und die 8,5 aus 13 möglichen Punkten mit einem Remis im letzten Spiel gegen David Anton ins Ziel brachte, schloss van Foreest in buchstäblich letzter Sekunde zu ihm auf. Der SG-Spieler, der im Gegensatz zu Giri auch regelmäßig für Solingen zum Einsatz kommt, setzte in einer Glanzpartie Nils Grandelius matt, schaffte so ebenfalls 8,5 Zähler im Gesamtklassement und zwang Giri ins Stechen.

Nach zwei Blitzpartien, in denen Giri leichte Vorteile hatte, diese aber nicht zum Erfolg nutzen konnte, musste ein sogenanntes Armageddon-Match über Sieg und Niederlage entscheiden. In dieser hatte der Weiß-Spieler – in diesem Fall Giri – fünf Minuten Bedenkzeit, während van Foreest mit den schwarzen Figuren mit vier Minuten auskommen musste. Sein Vorteil: Ihm genügte ein Remis zum Titel. Van Foreest verteidigte stark, wehrte viele Giri-Angriffe ab und brachte den historischen Sieg ins Ziel.

„Wir haben uns natürlich riesig gefreut, dass einer unserer Spieler einen solchen Erfolg feiern darf“, meint Kniest. „Das darf man schon Sensation nennen.“ Schließlich war van Foreest nur an Position elf gesetzt. Mit dem Erfolg verbesserte der 21-Jährige seine ELO-Zahl – der Wert, der die Stärke eines Schachspielers bemisst – um 31 Punkte auf 2702. „Das ist eine enorme Steigerung in diesen Sphären und überhaupt das erste Mal, dass er die 2700er Schallmauer durchbricht“, ordnet Kniest ein. Mit Pentala Harikrishna und Aryan Tari waren im Übrigen zwei weitere SG-Spieler in Wijk aan Zee dabei. Das Duo spielte ordentlich und landete auf den Plätzen sieben beziehungsweise acht.

Bundesliga-Saison geht erst im Sommer weiter

Bis Jorden van Foreest und Co. wieder für Solingen am Brett sitzen, werden noch ein paar Monate vergehen. Aufgrund der aktuellen Lage wurde die Wiederaufnahme der Bundesliga-Saison 2019 (!) verschoben. „Die ausstehenden sieben Runden sollen nun zentral im Juli oder August in Berlin stattfinden“, sagt Kniest. Erst in der kommenden Spielzeit geht es in den Regelbetrieb zurück.

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