Handball

Trainingsbetrieb: Meinungen divergieren

Auch für die B-Mädchen des Bergischen HC, hier mit Nora Becker in Aktion, ruht der Spielbetrieb. Foto: Moritz Alex
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Auch für die B-Mädchen des Bergischen HC, hier mit Nora Becker in Aktion, ruht der Spielbetrieb.

Die Situation in den Handball-Vereinen stellt sich unterschiedlich dar.

Von Lutz Clauberg

Der Handballverband Niederrhein (HVN) hatte am 12. März aufgrund der Corona-Pandemie entschieden, den Spielbetrieb auszusetzen. Zum 20. April wurde die Spielzeit 2019/2020 in allen HVN-Klassen für beendet erklärt. Der Neustart erfolgte Ende August – jetzt erfolgte die neuerliche Unterbrechung: bis mindestens zum 15. November 2020. Dem schloss sich der Bergische Handball-Kreis an; auf Nordrhein-Ebene – der Niederrhein und der Mittelrhein haben eine gemeinsame Regionalliga – findet ebenfalls kein Spiel statt.

Der Bergische HC unterhalb der Profis hat sich nach Rücksprache mit den Trainern dazu entschieden, den Trainingsbetrieb aufrecht zu halten. „Jeder Spieler muss aber selber wissen, ob er das möchte“, teilen Nachwuchskoordinator Christoph Rath und Mirko Bernau, Trainer und Sportlicher Leiter des Oberligisten BHC 2, in einem Schreiben an die Mitglieder mit. „So lange uns keine offiziellen Verlautbarungen der Politik erreichen, die ein Verbot oder Einschränkungen des Trainingsbetriebes angehen“, finden beide die Möglichkeit, Handball zu spielen, sehr wichtig.

Ebenso die Hygiene-Regeln, wie zum Beispiel Hände desinfizieren und Maskenpflicht vor und nach dem Training; Einbahnstraßenregelung in den Hallen; maximal zehn Spieler pro Kabine. „Außerdem bitten wir euch, euch privat so verantwortungsvoll zu verhalten, dass die eigene Trainingsgruppe geschützt wird und somit der Trainingsbetrieb aufrechterhalten werden kann.“ Rath glaubt derweil nicht, dass es übergangslos in drei Wochen weitergeht. „Was soll nach dem 15. November denn anders sein?“

Der HSV Solingen-Gräfrath hat sich zu einer anderen Lösung entschieden: Der komplette Trainingsbetrieb wurde für diese Woche eingestellt. „Das ist auch anders nicht vermittelbar“, meint Vorstandsmitglied Stefan Bögel. Ende der Woche wolle man entscheiden, wie es weitergeht. Er appelliert an alle Sportler, sich vernünftig zu verhalten – auch außerhalb der Sporthalle. „Sonst bieten wir viel zu viele Vorlagen, den Sport zu verbieten.“ Das Frauen-Zweitligateam ist von Quarantäne-Maßnahmen betroffen und trainiert stark eingeschränkt.

„Wir müssen ein Zeichen setzen.“
Lutz Nippes vom Solinger TB

Lutz Nippes vom Solinger Turnerbund geht noch einen Schritt weiter: „Wir müssen ein Zeichen setzen.“ Die erste Männermannschaft in der Verbandsliga ist deshalb das einzige Team, das trainieren darf – freilich nur unter Corona-Bedingungen. Heißt: „Nur Wurftraining, kein Kontakt, die Umkleiden dürfen nicht benutzt werden, die Gruppen nicht größer als zehn sein.“ Laufen an der frischen Luft ist erlaubt, außerdem stellt Nippes Zeiten in der Tennishalle zur Verfügung.

Der TSV Aufderhöhe wartet auf mögliche Entscheidungen des Krisenstabs der Stadt, sagt der Vorsitzende Lutz Ickler. Aus seiner Sicht sei es gut möglich, dass Solingen den Duisburger Weg geht. Dort ist seit letzter Woche jeglicher Kontaktsport verboten. Der Ohligser TV hat die Empfehlung ausgesprochen, auf die Übungseinheiten zu verzichten. „Dem folgen auch alle Mannschaften. Und wenn trainiert wird, dann in kleinen Gruppen und ohne Kontakt“, sagt Abteilungsleiter Gerhard Pfeil, der in gelegentlichem Training einen Vorteil sieht: „Das Verletzungsrisiko ist höher, wenn alle nach einer langen Pause wieder bei Null anfangen würden.“

Der Wald-Merscheider TV zwingt keinen Sportler, am Training teilzunehmen. „Die Hälfte der Mannschaften trainiert“, sagt Pressewart und Trainer Daniel Konrad. Ansonsten halte man sich penibel an die Vorgaben wie das regelmäßige Lüften.

Programm

Die A-Jugend des Bergischen HC hat in der West-Staffel der Bundesliga am Samstag den TV Hüttenberg zu Gast. Die Partie des Tabellenachten gegen den Dritten soll um 18 Uhr in der Sporthalle Wittkulle angepfiffen werden. Die Zweitliga-Frauen des HSV Solingen-Gräfrath greifen laut Spielplan am 7. November (18.15 Uhr, Klingenhalle) gegen den TSV Nord Harrislee wieder ins Geschehen ein. In der 3. Liga Mitte der Männer hat der Leichlinger TV die Partie am Freitag (30. Oktober) gegen die Bergischen Panther verlegen lassen.

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