American Football

Tim Rüttgers ist der Fels in der Brandung

Sein Wort hat Gewicht, sein Wissen ist gefragt: Wenn Tim Rüttgers Anweisungen gibt, hören die Spieler ganz genau hin.
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Sein Wort hat Gewicht, sein Wissen ist gefragt: Wenn Tim Rüttgers Anweisungen gibt, hören die Spieler ganz genau hin.

Bei den Paladins weiß man zu schätzen, was der langjährige Spieler und Trainer leistet.

Von Fabian Herzog

Er gehört zu den tragenden Säulen. Zu den unverzichtbaren Größen der Solingen Paladins. Zu den sich selbst nie wichtig nehmenden wichtigsten Persönlichkeiten. Und das von der ersten Minute des Vereins an. Es verwundert daher nicht, dass Ingo Hübner Silva, der 1. Vorsitzende des Football-Zweitligisten, große Worte wählt, wenn er über Tim Rüttgers spricht: „Die Solingen Paladins würden ohne ihn in ihrer derzeitigen Form so nicht existieren. Wir können ihm und auch seiner Frau Bianca nur ein ganz großes Danke für die uns gegebene Zeit, Energie und Kraft sagen. Er ist jemand, auf den man sich immer verlassen kann. Ein Fels in der Brandung.“

Für den Solinger hat vor kurzem das 17. Paladins-Jahr begonnen. Bedeutet: Schon bei der ersten Trainingseinheit im Mai 2006 gehörte Rüttgers dazu. Damals noch als Spieler, heute als Teil des Trainerteams. „Wenn man so lange dabei ist, so viel Zeit und auch Nerven investiert hat, hängt man natürlich auch am Verein“, sagt der 41-Jährige, der mit seiner Frau, die sich seit vielen Jahren als Teambetreuerin engagiert, und dem elfjährigen Sohn Ben in Wald lebt. Letztgenannter hat bis vor kurzem in der BHC-Jugend Handball gespielt, wechselt nun aber auch zu den Paladins. Der Apfel und der Stamm eben. . .

Bis einschließlich der Saison 2009 stand Rüttgers (Mitte) als Cornerback, Safety oder Linebacker und sogar mal als Quarterback selbst auf dem Feld.

An Rüttgers Anfänge erinnert sich mit Jens Merten ein dauerhafter Wegbegleiter: „Tim war von Beginn an jemand, der Football gelebt und geliebt hat. Ich weiß noch, wie er mit seinen Jungs auf dem vereisten Garagenhof der Spedition Rüttgers Tacklings trainiert hat. Ein Wahnsinnstyp!“ 1996 ging´s im Jugendprogramm der Solingen Hurricanes dann richtig los, schnell übernahm er Verantwortung. „Tim war schon damals einer der Antreiber. Er brachte seinen Freundeskreis zum Training mit und sorgte dafür, dass auch immer alle dabei blieben“, erinnert sich Merten.

Weil sich die „Canes“ bekanntlich auflösten, wechselte der Defense-Spieler erst nach Langenfeld, dann nach Remscheid und Wuppertal. Als sich dann die Paladins bildeten und so die Möglichkeit entstand, wieder in seiner Heimatstadt zu spielen, kehrte Rüttgers unverzüglich zurück. Bis einschließlich 2009 stand er aktiv auf dem Feld, um anschließend direkt ins Trainerteam zu wechseln.

Auch als Coach der Linebacker und Defensive Backs brachte sich der Solinger erfolgreich ein. Genau wie immer auch als Headcoach, wenn mal wieder Not auf dieser Position war. Erstmals in der Oberligasaison 2013 an der Seite von Gunnar Peschelt als Nachfolgelösung für Maik Odenhoven, ab 2016 und bis zur Verpflichtung von Cevin Conrad ein Jahr später dann als alleiniger Cheftrainer. Auch nach dessen Abschied im August 2019 sprang Rüttgers noch einmal als Headcoach ein.

Wann und wo immer er gebraucht wurde und wird, ist der Walder zur Stelle. Was ihm bei vielen Wegbegleitern große Anerkennung eingebracht hat. Wie sein langjähriger Mitspieler und Schützling Frank Richters verdeutlicht: „Tim ist ein wirklich feiner Kerl mit einer Menge Football-Verstand. Er war für Jung und Alt immer ein Vorbild und dazu verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Er hat sich meinen Respekt mehr als verdient – und das haben nicht viele geschafft.“

Lobeshymnen wie diese sind dem Paladins-Urgestein, der als Nutzfahrzeugmechaniker bei Mercedes in Solingen (und ab April am neuen Standort in Haan) arbeitet, fast unangenehm. Statt großer Worte steht er für große Taten. Im Sport wie im Job. Aber auch Klaudiusz Cholewinski, der neue Headcoach, kann von Rüttgers, den er vor acht Jahren im Rahmen eines Trainerlehrgangs kennengelernt hat, nur schwärmen: „Tim gehört zu den zuverlässigsten Menschen, die ich in der Footballwelt getroffen habe. Er lebt Football, und ich weiß, dass ich immer auf seine Expertise und seine Erfahrung zurückgreifen kann. Tim ist für mich ein unglaublich wichtiger Teil dieses Vereins.“

Saison 2023

Das Gesicht der Solingen Paladins hat sich verändert. Unter anderem, weil Spieler weiter der Verlockung erliegen, in die vor knapp zwei Jahren gegründete und auf professionelle Strukturen setzende European League of Football zu wechseln. Auch deshalb glaubt Tim Rüttgers: „Es wird ein schwieriges Jahr für uns.“

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