Sportlicher Adventskalender

Stress nimmt sie für den OTV gerne in Kauf

Schon seit 2017 trägt Jacqueline Börste das Trikot des Ohligser TV, in dem sie sich von Beginn an wohlgefühlt hat. Foto: OTV
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Schon seit 2017 trägt Jacqueline Börste das Trikot des Ohligser TV, in dem sie sich von Beginn an wohlgefühlt hat.

Türchen Nummer 7 im Adventskalender des ST-Sports: Faustballerin Jacqueline Börste.

Von Fabian Herzog

Unwissend und mit viel Fantasie könnte man herleiten, warum sie die Rückennummer 7 trägt. Jacqueline Börste kam 2017 zu den Faustballerinnen des Ohligser TV, mit denen sie seitdem in der 1. oder 2. Bundesliga spielt. Tatsächlich ist der Grund ein ganz banaler, wie die 20-Jährige erläutert: „Ich bin mit 1,84 Metern relativ groß. Da gab es bei der Auswahl des Trikots damals nicht viele Möglichkeiten.“

Passend – zumindest theoretisch – wäre auch die 75 gewesen. Denn in etwa so viele Minuten benötigt sie jedes mal, um aus ihrer Heimatstadt Hamm, wo sie beim ansässigen Sportclub als Neunjährige mit dem Faustballspielen angefangen hat, zum Training oder zu den Spielen nach Ohligs zu kommen. Eine ganz schöne Tortur, die ihr aber nicht viel ausmacht. „Im Zug kann man viel erledigen“, sagt Börste, die beim Jugendamt in Hamm arbeitet und aufgrund ihres dualen Studiums im Besitz eines NRW-Tickets der Deutschen Bahn ist.

In ihrer Anfangszeit beim OTV – über Kaja Hutz und Hartmut Maus, Mitspielerin und Trainer der damaligen U18-Nationalmannschaft, war sie nach Solingen gekommen – hatte sie die Strecke nur für eine Einheit pro Woche auf sich genommen und parallel noch in ihrer Heimatstadt trainiert. Mittlerweile hat Börste dieses Pensum verdoppelt. Weil sich ihre Trainingsmöglichkeit in Hamm aufgelöst hat, aber vor allem auch, weil sie sich in Ohligs pudelwohl fühlt. „Ich bin so toll aufgenommen worden“, schwärmt die U18-Europameisterin von 2017 und -Weltmeisterin von 2018.

Vor allem eines hat es ihr angetan: das Vereinsleben. Beziehungsweise das innerhalb der Abteilung. „Das ist beim OTV etwas Besonderes.“ Dass immer alle Mannschaften, also nicht nur die Seniorenteams, sondern auch die Jugend, gemeinsame Sache machen, hat sie so noch nicht erlebt. Börste: „Das gefällt mir sehr.“

Der Zusammenhalt spielte für sie auch eine große Rolle, als vor gut einem Jahr der personelle Umbruch der Mannschaft eingeleitet wurde und ihre Zukunft in Ohligs nicht in Stein gemeißelt schien. Jeder hätte es wohl verstanden, wenn Börste wegen des großen Aufwands ihren Abschied verkündet hätte. So wie Christopher und Johannes Hafer, die ebenfalls aus Hamm kommen.

Ambitionen gehen Richtung 1. Liga

Doch die 20-Jährige blieb dem OTV treu. „Natürlich gibt es nichts Schöneres, einen Verein direkt vor der Tür zu haben“, sagt sie. Sogar Gedanken um einen Wechsel der Sportart, etwa zum Volleyball, kreisten ihr durch den Kopf. Letztlich fiel die Entscheidung aber für den Faustball. „Das ist meine Leidenschaft.“ Und damit eben für Ohligs, wo sie zu schätzen weiß, auf hohem Niveau spielen zu können. „Wir wollen sowohl in der Halle als auch im Feld in die 1. Liga aufsteigen. Und da dann auch drin bleiben“, sagt sie, die Nummer sieben des OTV.

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