Tennis

STC sucht noch seinen Führungsspieler

Benjamin Loccisano ist im Sommer-Team des STC gesetzt, kämpft aber mit College-Verpflichtungen.
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Benjamin Loccisano ist im Sommer-Team des STC gesetzt, kämpft aber mit College-Verpflichtungen.

Hallen-Saison läuft, doch die Blicke gehen auch schon gen Sommer.

Von Jürgen König

Es ist in diesem Winter so wie immer. Die Tennis-Teams in Solingen, am Niederrhein und darüber hinaus spielen in den Hallen und denken bereits an den Sommer – denn die Saison im Freien genießt einen weitaus größeren Stellenwert. Das ist beim STC nicht anders, dessen Herren am Samstag mit 6:0 gegen die Zweitvertretung des Gladbacher HTC II gewannen und dadurch in der Tabelle der 1. Verbandsliga auf Platz zwei vorrückten.

Jahrzehntelang waren die Widderter im männlichen Bereich die Nummer eins der Klingenstadt, schafften es sogar vorübergehend bis in die 1. Bundesliga. Seit der vergangenen Spielzeit ist die Führungsposition futsch, der TC Ohligs schlägt nunmehr eine Klasse höher auf. Die seit Jahren kontinuierlich aufstrebende Truppe von der Kiefernstraße schaffte als Nachrücker den Sprung in die 2. Bundesliga. Derweil durfte der STC froh sein, aufgrund von Wertungen in anderen Begegnungen die 3. Liga gehalten zu haben. „Wir sind stark genug, nach oben zu schauen“, gibt Karsten Saniter selbstbewusst die neue Devise aus – wohl wissend, dass es bei dem bekannten Modus mit fünf Clubs in der Vorrunde schnell in die Abstiegsrunde gehen kann.

„Wir sind stark genug, nach oben zu schauen.“

Karsten Saniter, STC-Coach

Blau-Weiß Halle, Marienburger SC, Blau-Weiß Köln und TC Bredeney II heißen die Gegner. Noch sieht der erfahrene Coach der Solinger keinen überragenden Kontrahenten, die endgültigen Aufgebote müssen aber erst bis Mitte Februar gemeldet sein. Auch vom STC. „Wir befinden uns in den letzten Zügen“, sagt Saniter zu den Vertragsverhandlungen, die bei einem Leistungsträger nicht zum Abschluss geführt haben. Der Franzose Clement Tabur, Nummer 320 der Weltrangliste, wird sich anderweitig orientieren. Auf der Suche nach adäquatem Ersatz sei man indes gut dabei.

„Wir wollen vorne stark spielen“, weiß der Trainer um die hohe Qualität in der Liga, seit die Gruppen als Folge des Corona-Saisonausfalls 2020 kleiner geworden sind. Der Belgier Simon Beaupain (518 der Welt) und der Franzose Lilian Marmousez (851) sollen es mit dem noch zu verpflichtenden Top-Mann an den vorderen drei Positionen richten. Dahinter folgen die eigenen Kräfte, die in jüngster Vergangenheit eine gute Entwicklung nahmen. Die Poswiat-Brüder Moritz und Jonas, Ferdinand Spickhoff und Benjamin Loccisano zählen hierzu, wobei Letzterer Termin-Probleme aufgrund seiner College-Präsenz in den USA bekommen könnte. „Die frühen Begegnungen können ungünstig sein“, blickt Karsten Saniter etwas skeptisch auf den Spielplan, der für die fünfte und letzte Runde einen freien Tag beschert. Zuvor geht es jeweils ab 11 Uhr in Halle (7. Mai), gegen Marienburg (14. Mai), gegen Köln (18. Mai) und in Bredeney (21. Mai) um Punkte.

„Es ist schön, solche Jungs drin zu haben, aber auch ein gewisses Risiko. Dieses müssen wir gegebenenfalls vorne kompensieren“, weiß Saniter auch noch um das Potenzial des erfahrenen Nico Mertens, stets eine feste Größe. Der war in der Halle gegen schwächer als erwartet angetretene Gladbacher wieder eine Bank, gewann ebenso 6:0, 6:0 wie Philip Binus. Dieser steht wie ein Joshua Kehren (6:3, 6:3) für die nachrückenden Talente. Den vierten Punkt im Einzel sicherte sich Moritz Poswiat, der an Position eins den größten Aufwand betreiben musste – der Widderter setzte sich schließlich mit 6:4, 1:6 und 10:6 durch. Damit war die Entscheidung gefallen, die Gäste verzichteten in der Folge auf die Austragung der Doppel. Am kommenden Samstag (14 Uhr) geht es als Favorit zu Schlusslicht Bayer Wuppertal II.

Mattia Bellucci

Auch der TC Ohligs darf darauf ein bisschen stolz sein: Mattia Bellucci, in der vergangenen Zweitliga-Aufstiegssaison ein Erfolgsgarant, hat nach drei souveränen Siegen in der Qualifikation das Hauptfeld der Australian Open erreicht. Der 21-jährige Italiener, mittlerweile schon die Nummer 153 der Welt, trifft dort auf den Franzosen Benjamin Bonzi (Nummer 50). Bellucci wechselt vom TCO zum Bundesligisten Blau-Weiß Neuss.

Kommentar von Jürgen König: Nahe am Top-Tennis

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Dass Solinger TC und TC Ohligs derzeit beide auf Pächter-Suche für ihre Gastronomie sind, ist nicht etwa das Spiegelbild einer kritischen Situation. An der Widderter Straße wie auch an der Kiefernstraße wird großartiges Tennis auf verschiedenen Ebenen geboten – beim TCO demnächst in Sachen Spitzensport sogar in der 2. Bundesliga. Die Personalie von Mattia Bellucci, der in Ohligs die Herzen eroberte und sich dort von Weltranglisten-Position 411 aus prächtig entwickelte, zeigt die Nähe zum „ganz großen Tennis“ deutlich auf.

Noch in diesem Monat will der Tennis Club Ohligs 1914 seine ehrgeizigen Pläne vorstellen, bereits jetzt wird das Zweitliga-Team offiziell mit dem Zusatz Maku – der Gastronomie-Sparte von Unternehmer Mirko Novakovic – vorneweg geführt. Was auf einen weiteren Top-Sponsor schließen lässt. Und darauf, dass man sich beim eingangs erwähnten Problem zumindest bei guten Ratschlägen in besten Händen befindet.

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