Eiskunstlauf

STB-Eissterne: Hoffnung bleibt die Devise

Ein tolles Bild aus der Vergangenheit – und hoffentlich auch der näheren Zukunft: Der Weihnachtszauber der STB-Eissterne ist immer wieder ein Höhepunkt des Solinger Sports. Foto: Moritz Alex
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Ein tolles Bild aus der Vergangenheit – und hoffentlich auch der näheren Zukunft: Der Weihnachtszauber der STB-Eissterne ist immer wieder ein Höhepunkt des Solinger Sports.

Die Eiskunstlauf-Trainerinnen blicken zurück auf eine Winter-Saison, die eigentlich keine war.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Wenn Stephanie von der Thüsen gemeinsam mit ihren Trainer-Kolleginnen auf den vergangenen Winter zurückschaut, zuckt sie resignierend mit den Schultern. „Es war eine Eissport-Saison, die keine war“, ist das einhellige Fazit der Runde. Es sei „merkwürdig, unbefriedigend und von ständiger Ungewissheit“ geprägt gewesen. „Eigentlich haben wir immer nur neu geplant und Hygiene-Konzepte entwickelt, die aber durch den immer länger werdenden Lock-down nicht zum Tragen kamen und schließlich im Papierkorb landeten“, sagt zum Beispiel Sandy Bacher. „Je weiter es in den Frühling hineinging, umso klarer wurde uns, dass wir gar nicht mehr aufs Eis kommen werden.“

Trainerin Sandy Bacher mit ihrer Tochter auf der gefrorenen Rheinwiese.

Seit November, als die Eishalle aufgrund der steigenden Infektionszahlen und der sich aufbauenden „zweiten Welle“ erneut geschlossen wurde, bestimmte die Hoffnung auf Besserung und Rückkehr zu einem „echten“ Training die Wochen und Monate von Trainerstab und Läuferinnen. Zur Erinnerung: Aufgrund technischer Schwierigkeiten stand die Eisfläche im Herbst erst mit deutlicher Verzögerung zur Verfügung. „Nicht im September, sondern erst im Oktober konnten wir nach der Sommerpause starten“, erinnert Stephanie von der Thüsen. „Umso trauriger waren alle, dass nach vier Wochen schon wieder Schluss war.“

„Wir haben alle unser Herz an den Schlittschuh-Sport verloren und hoffen auf die nächste Saison.“

Stephanie von der Thüsen

Besonders enttäuscht waren die Kinder, die nach ersten Erfolgen bei Wettbewerben richtig „Biss“ und Freude an dem Sport entwickelt hatten, berichtet von der Thüsen. „Die sind durch den allgemeinen Stopp sehr ausgebremst worden und müssen, wenn wir hoffentlich im Frühherbst endlich aufs Eis kommen, wieder weiter unten im Leistungsniveau anfangen.“

Natürlich sei man nicht untätig gewesen, sondern habe jede Menge Ideen und Übungsanleitungen online zu den „Eissternen“ geschickt, sagt Seraphina Henkels. Das habe bei den Größeren gut geklappt, bei den Kleineren nicht so sehr. Je jünger Kinder sind, desto mehr bräuchten sie Präsenz-Erläuterungen, spontanes Lob und konkrete Hilfestellungen. Außerdem könne man natürlich etwa in größeren Wohnzimmern andere Dinge üben als in kleinen.

Natürlich habe das Trainerteam via Telefon oder E-Mail den Kontakt zu allen gehalten, es gab auch kleine, bebilderte Trainings-Aufgaben, zum Beispiel für individuelle Laufrunden inklusive Sprungübungen und zu Weihnachten eine digitale Feier. „Wir haben uns via Zoom vor den Bildschirmen verabredet und bei Keksen und Tee die Aufnahmen des zuletzt stattgefundenen Weihnachtszaubers auf dem Eis angeschaut, unserer bis dato jährlichen Gala zum Start in den Advent.“

Stephanie von der Thüsen auf einem Hochwasserfeld am Rhein: „Eine tolle Erfahrung.“

Jetzt, mit Blick in den beginnenden Frühling, hoffen alle auf ein baldiges Abebben der dritten Corona-Welle, damit wenigstens das Draußen-Training halbwegs normal stattfinden kann. Allein schon, um sich noch mal wiederzusehen. „Wir vermissen alle sehnlichst das Eis, und das muss in jedem Fall noch warten, aber zumindest wir untereinander möchten uns bald jenseits digitaler Formate wieder treffen können“, sagt Stephanie von der Thüsen.

Natureisflächen im Winter trösten ein wenig

Immerhin habe der kalte Februar mit dem gefrorenen Rheinhochwasser für gute Laune bei allen Eisläuferinnen gesorgt. Von der Thüsen: „Zwar durften wir uns nicht verabreden und jeder hat sich individuell auf diese wunderbare außergewöhnliche Natureisfläche organisiert, aber unsere WhatsApp-Gruppen liefen heiß mit Tipps und Fotos.“ Sie selber habe in Monheim auf einem zum Eissee erstarrten Kohlfeld ihre Runden auf den Kufen gedreht: „Ein Traum!“

Super sei, dass weder Trainer noch Läuferinnen Motivation und Lust verloren hätten. „Wir haben alle unser Herz an den Schlittschuh-Sport verloren und hoffen auf die nächste Saison“, sagt die Trainerin.

Ballett

Als Zusatzmotivation und durch eine Fortbildung von Trainerin Seraphina Henkels ist zudem seit dem Herbst eine Kooperation mit der Ballettschule

Angel Blasco entstanden: „Ballett für Eiskunstläufer“. Angeboten werden zwei Stunden pro Woche, je einmal für Kinder und einmal für Erwachsene. Das Angebot wurde gut angenommen und wird seit dem Lockdown auch online fortgeführt.

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