Fußball

Sportvereinigung Wald 03 steigt am Laptop auf

Kosta Tsiougaris (M.) und Wald 03 haben allen Grund zur Freude. Sie werden ab September in der Bezirksliga antreten. Foto: Moritz Alex
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Kosta Tsiougaris (M.) und Wald 03 haben allen Grund zur Freude. Sie werden ab September in der Bezirksliga antreten.

Verband bricht Fußballsaison ab - Solinger profitieren.

Von Timo Lemmer

Es passt zum langen Prozess der vergangenen Wochen: Rein formell wird der Aufstieg von Solingen-Wald 03 aus der Kreisliga A in die Bezirksliga erst am Donnerstagabend nach Redaktionsschluss endgültig feststehen. Dann tagt der Verbandsfußballausschuss, der die Aufstiegspläne der einzelnen Kreise absegnen muss – und sie zur Überzeugung aller nur noch abnicken wird. „Zu 99 Prozent ist alles durch“, sagte Kreisgeschäftsführer Udo Reisgies dem ST am Mittwochabend. Da hatte der Fußballverband Niederrhein (FVN) gerade seinen außerordentlichen Verbandstag – erstmals in digitaler Form – beendet. Die Entscheidungen dort: Die Saison im Fußball ist endgültig abgebrochen, nachdem sie monatelang unterbrochen war. Und: „Wir haben die rechtliche Basis dafür geschaffen, dass der Abbruch gültig und sicher ist, und wir den Spielbetrieb jetzt so planen können, wie wir es uns vorstellen.“

Reisgies und der Kreis Solingen bringen damit mehr Aufsteiger durch als es jeder Aufstiegsplan hätte schaffen können: Denn die Delegierten beim FVN hatten zugestimmt, großzügig aufsteigen zu lassen, während es keine Absteiger gibt. Heißt für Solingen: Der VfB ist in der Landesliga auf einem Abstiegsplatz stehend ebenso endgültig gerettet wie die Britannia in der Bezirksliga. Aus der Kreisliga A steigt neben Spitzenreiter Monheim 2 auch Wald 03 als Herbstmeister auf. Aus dem Kreisgebiet schafft es zudem Germania Reusrath in die Landesliga. Aus der Kreisliga B gelingt sogar vier Teams der Sprung in die Kreisliga A. Nach Quotientenregel geordnet sind das: SC Leichlingen, SSVg Haan, Inter Monheim und TG Burg. Aus der Kreisliga C steigen die ersten Sechs der Aufstiegsrunde auf. Die endgültige sichere amtliche Mitteilung, wer in welcher Klasse dabei ist, folgt am Freitag.

„Ich halte es nicht für ausgemacht, dass wir im September beginnen können.“

Udo Reisgies, Kreisgeschäftsführer

Des Weiteren legte der Verbandstag fest, dass die Kreis- und Verbandspokale der abgebrochenen Saison noch zu Ende gespielt werden sollen. Für die weitere Saisonplanung hält all das viele Schwierigkeiten in der Planung bereit. Reisgies strebt daher eine außerordentliche Arbeitssitzung an – wohl am 4. Juli und ebenfalls digital. Er will von den Vereinen wissen, wie sie sich das weitere Prozedere wünschen. Denn während der FVN Gerüchten zufolge auf extrem aufgeblähte Ligen setzen würde, würde Reisgies auch einen anderen Weg gehen. Beispiel Kreisliga A: Entweder entscheidet man sich für eine 20er-Staffel mit vielen Wochenspieltagen. „Dann haben wir natürlich nicht viel Puffer, und die Belastung ist hoch“, sagt Reisgies, der sich diese Lösung aber vorstellen kann. Genauso gut hält er es aber für denkbar, zwei 10er-Staffeln spielen zu lassen, die gleichberechtigt sind und dann im Anschluss an die normalen Runden Entscheidungsspiele um Auf- und Abstieg austragen.

Der Verband peilt einen Saisonstart am 6. September an, so dass ohnehin schon alles eng sei. „Ich halte es nicht für ausgemacht, dass wir im September wirklich beginnen können oder gar keine Rückschläge mehr erleben.“ Dafür ließe die Variante mit kleineren Staffeln – auch unterhalb der Kreisliga A – mehr Spielraum. Auch für den Fall, dass erst im Oktober begonnen werden kann: Das liege nämlich ebenso in der Hand der Politik wie der Umstand, ob schon im Juli wieder Testspiele möglich sind.

Die digitale Sondersitzung offenbarte derweil alle technischen Tücken. Erst ging es knapp eine halbe Stunde später los als angesetzt, da viele Delegierte um 19 Uhr nicht korrekt eingeloggt waren. Die 167 Stimmberechtigten ließen bis zu 600 Zuseher warten. Als sie komplett waren, scheiterte die erste Abstimmung – Pause, Neuaufnahme der Sitzung, und plötzlich war der Stream weg. Als der 26. Juni als möglicher Ersatztermin beschlossen wurde, unkten bereits viele Zuseher – doch dann lief der Rest reibungslos bis zum Ende. Reisgies: „Trotz der Startschwierigkeiten ist es ja einigermaßen gut gelaufen. Bei Abstimmungen geht es digital ja sogar zügiger als mit Handzeichen.“

Pokale

Alle Pokal-Wettbewerbe sollen zu Ende gebracht werden. Der aktuelle Plan sieht vor, dass ab August die letzten Runden gespielt werden – und ein Finale entfällt, da ohnehin beide Teilnehmer automatisch in den Verbandspokal rutschen.

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