Kegeln

Sportkegler suchen eine neue Heimat

Dennis Grohmann wird mit Blau-Weiß auf den Heimvorteil am Schmalzgraben verzichten müssen. Foto: Christian Beier
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Dennis Grohmann wird mit Blau-Weiß auf den Heimvorteil am Schmalzgraben verzichten müssen.

Mietvertrag gekündigt

Von Thomas Rademacher

Die Sportkegler von Blau-Weiß Solingen-Hilden stehen ab dem 1. Juni ohne Spielstätte da. Der Vermieter hat dem Verein seinen seit 2003 bestehenden Mietvertrag am Schmalzgraben wegen Eigenbedarfs gekündigt. Für Dennis Grohmann, der als Erster davon erfuhr, war die Nachricht ein Schock. „Wir haben uns über die Hintergründe informieren lassen. Wir akzeptieren und respektieren sie, haben darüber aber Stillschweigen vereinbart“, sagt der Blau-Weiß-Vorsitzende. Der Zweitligist wird also ausziehen und steht vor einer ungewissen Zukunft.

Die vier Kegelanlagen gehören dem Verein und werden samt Technik in den kommenden Wochen fachgerecht ausgebaut. Wo sie wieder installiert werden, ist allerdings noch offen. „Wir benötigen eine Halle von mindesten 30x10-Metern Fläche“, erläutert Geschäftsführer und Zweitliga-Teamsprecher Markus Gruben. „Wir hatten am Schmalzgraben sehr gute Konditionen und eine eigene Theke, über die auch Einnahmen reinkamen. Ob das an anderer Stelle so wieder gelingt, ist zumindest fraglich.“ Aktuell hat Blau-Weiß 35 Mitglieder, von denen mehr als zehn passiv sind und einen geringeren Beitrag bezahlen. „Darüber müssen wir uns finanzieren, so dass wir für viele Lösungen offen sind. Auch Kooperationen mit anderen Sportvereinen halten wir für möglich. Sicher ist aber, dass das bis zum Start der nächsten Saison nicht realisierbar ist.“ Daher planen die Kegler, sich übergangsweise auf einer bestehenden Anlage einzumieten. In Remscheid und Wuppertal gibt es geeignete, heimlicher Favorit ist aber die „Manni Jung Sportkegelanlage“ in Langenfeld. „Es handelt sich um die Vereinsanlage des SKC Langenfeld/Paffrath mit acht Bahnen“, beschreibt Gruben. „Der Verein weiß noch nichts von seinem Glück. Aber vielleicht kann uns dort geholfen werden, denn das Potenzial ist in Langenfeld bestimmt vorhanden.“

Die Enttäuschung angesichts der Situation kann freilich auch der Teamsprecher nicht verbergen: „Ich bin seit acht Jahren am Schmalzgraben dabei. Die Halle wird mir fehlen. Noch schlimmer ist es für Daniel und Dennis Grohmann. Sie sind dort groß geworden.“ Doch nicht nur das Heimatgefühl wird in einer Ausweichspielstätte fehlen – einen echten Heimvorteil wird Blau-Weiß ebenfalls vermissen. Im Kegeln ist der Trumpf, auf bekannten Bahnen zu spielen, so immens, dass auf Bundesliga-Niveau der Gast eigentlich nie die Holz-Wertung gewinnt. „Um den Vorteil auf einer uns jetzt noch fremden Bahn zu bekommen, müssen wir hart und oft trainieren“, weiß Gruben und erinnert sich: „Wattenscheid hat einen solchen unfreiwilligen Umzug schon mal mit dem Abstieg bezahlt.“

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