Fußball

Spitzers Traumtor macht dem Namen alle Ehre

Mit 15 Jahren hat Lisa Spitzer bei der Britannia begonnen, mit 29 hat sie ihr erstes Tor erzielt. Foto: FCB
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Mit 15 Jahren hat Lisa Spitzer bei der Britannia begonnen, mit 29 hat sie ihr erstes Tor erzielt.

Verteidigerin des Bezirksligisten FC Britannia trifft erstmals nach 14 Jahren Fußball.

Von Fabian Herzog

Wenn sie mal ein Tor machen würde, hört sie mit dem Fußballspielen auf. Das hatte sich Lisa Spitzer in den vergangenen Jahren – nicht ganz ernst gemeint – mal vorgenommen, während die Verteidigerin des FC Britannia auf ein solches Erfolgserlebnis sehnsüchtig wartete. Doch dann passierte es. Im Heimspiel gegen die Zweitvertretung der Eintracht traf die 29-Jährige zum zwischenzeitlichen 3:0 und wusste kaum, wie ihr geschah. „Das war wie ein Traum“, erzählt Spitzer und strahlt noch immer.

Wir schreiben den 11. Oktober 2020. Tatort: Weyersberg. Im Derby der Bezirksliga wagt sich Spitzer auf der linken Seite ein Stück mit in die gegnerische Hälfte und bekommt den Ball von Adriana Cusumano, ihrer kongenialen Partnerin auf dieser Seite vorgelegt. Doch nicht nur das: „Schieß“, ruft ihr diese zu. „Warum auch immer?“, fragt sich die Solingerin, die mit 15 Jahren beim FCB begonnen hat, bis heute. Ohne aber weiter darüber nachzudenken, hält sie mit dem rechten Fuß aus 25 Metern drauf und sieht, wie das Runde in Richtung Eckiges fliegt. „Das geschah wie in Zeitlupe.“ Als der Ball dann im linken oberen Eck einschlug, war sie völlig überwältigt.

Einstudierter Torjubel? Fehlanzeige – Teamkolleginnen freuen sich mit

Statt einen Salto à la Miro Klose oder Cristiano Ronaldos typische Jubelpose einzunehmen, schaute sich Spitzer – noch immer völlig perplex – auf dem Platz um. Von allen Seiten kamen ihre Mitspielerinnen angerannt und begruben sie unter einer Jubeltraube. „Wie sich alle mit mir gefreut haben – das war das Schönste überhaupt“, erzählt Spitzer. Nach 14 torlosen Jahren, wobei ihr Aufgabengebiet immer das Verhindern von Gegentreffern war, hatte die Solingerin die Hoffnung fast schon aufgegeben. „Ich hatte nicht mehr dran geglaubt“, gibt sie zu. Um so schöner habe es sich nun angefühlt.

Während ihre Eltern den besonderen Moment und die Freude ihrer Tochter am Platz miterlebten, hatte Spitzers Freund das Traumtor verpasst. „Das Erste, was ich nach dem Abpfiff gemacht habe, war, ihm eine Nachricht zu schreiben“, erzählt sie. „Ich habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen könne, was passiert sei.“ Die Antwort kann man sich ausmalen. Genau wie die Stimmung im Vereinsheim nach dem Spiel, wo die Britannia nicht nur den 5:1-Sieg feierte, sondern eben auch das besondere Tor.

Dem Anlass entsprechend soll dieses aber noch ausgiebiger zelebriert werden. „Wenn Corona vorbei ist“, verspricht Lisa Spitzer, „werde ich noch ausgelassener einen ausgeben.“ Wobei die Verteidigerin dann vielleicht sogar noch mehr Offensivdrang verspürt und Tor Nummer zwei in Angriff nimmt. Denn: „Das Erste hat sich schon verdammt gut angefühlt.“ Eines steht jedenfalls fest: Ans Aufhören verschwendet die 29-Jährige keinen Gedanken mehr.

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