Handball

Spielstarker HSV mit viel Selbstvertrauen

Lara Karathanassis ließ sich auch von der vehement zupackenden Marie-Christine Beddies nicht aufhalten. Foto: Kurt Kosler
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Lara Karathanassis ließ sich auch von der vehement zupackenden Marie-Christine Beddies nicht aufhalten.

200 Zuschauer sehen das überzeugende 32:22 in der Klingenhalle.

Von Lutz Clauberg

Noch nie hatte der HSV Solingen-Gräfrath gegen die SG H2Ku Herrenberg gewinnen können. Am Samstag gelang der erste Sieg nach einer Punkteteilung und zwei Niederlagen – und zwar beeindruckend hoch. Mit 32:22 (15:8) fegte der Überraschungs-Fünfte der Spielzeit 2020/21 den Dritten aus der Klingenhalle. „Wir haben den Gegner 40 Minuten dominiert“, sagte Kerstin Reckenthäler. „Das gibt Mut und Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben.“

Im ersten Drittel hatte die Trainerin reichlich Arbeit. „Ich habe schon gedacht, ich bekomme 3000 graue Haare mehr“, kommentierte sie die zunächst ziemlich magere Vorstellung. Ängstlich, angespannt, fehlerhaft spielte der HSV. Verlass war nur auf Natascha Krückemeier. „Hätten wir sie nicht im Tor gehabt, hätte es ganz anders stehen können.“ Mit ihr als überragendem Rückhalt und der früh auf Rechtsaußen eingewechselten Merit Müller gelang die erste Führung in der 12. Minute. Sie erzielte auch die Treffer zum 7:5 und 8:5, Cassandra Nanfack kam immer besser zum Zug und lochte regelmäßig ein. Das tat Vanessa Brandt „nur“ von der Siebenmeter-Linie. Sie erwischte nicht ihren besten Tag, musste einige Zeit auf die Bank. Für sie kam in der 17. Minute Lara Karathanassis. Fortan lief es wie am Schnürchen. Karathanassis überzeugte mit ihrer Schnelligkeit und ebenso präzisen wie schlauen Würfen. Weil auch Nele Weyh am Kreis eine überzeugende Vorstellung gab, machte der HSV aus dem 10:8 (21.) die 15:8-Halbzeitführung.

Mit Wiederanpfiff präsentierte sich Herrenberg aggressiver in der Deckung und bekam mehr Abschlüsse hin. Tatsächlich schien die Partie kippen zu können, nachdem Rebecca Rott per Strafwurf auf 16:20 (42.) verkürzte. Der HSV wackelte aber nur kurz, schlug eiskalt mit einem 4:0-Lauf zurück.

Vanessa Brandt kommt ganz stark von der Bank zurück

Erneut bewies Kerstin Reckenthäler ein glückliches Händchen: Vanessa Brandt kam erstarkt nach fast 20 Minuten auf der Bank zurück, traf fortan immer die richtige Entscheidung. „Das hätte sie vor zwei Jahren noch nicht geschafft“, lobte die Trainerin die Entwicklung der Top-Torjägerin. Cassandra Nanfack bekam nach einer verletzungsbedingten Bankpause die zweite Luft, im Tor machte Lisa Fahnenbruck eine richtig gute Figur. Kurzum: Herrenberg – ohne die verletzte Spielmacherin Annika Blanke angetreten – hatte nicht den Hauch einer Chance, irgendetwas Zählbares aus der mit knapp 200 Zuschauern besuchten Klingenhalle mitzunehmen.

Die einzige Schwachstelle war über das gesamte Spiel gesehen die Linksaußen-Position mit Franziska Penz und Sandra Münch. „Zissi zweifelt gerade ziemlich an sich, Sunny ist nach ihrer langen Pause noch nicht soweit“, meinte Kerstin Reckenthäler. Mandy Reinarz benötigte im Angriff eine gewisse Anlaufzeit, war aber wie so häufig zur Stelle, als es darauf ankam. Sie bildete mit der vorne etwas unglücklichen Carina Senel erneut einen tollen Innenblock. Reckenthäler: „Sie halten das Zentrum zusammen.“

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck, Gün (nicht eingesetzt); Brandt (12, 7), Nanfack (6), Karathanassis (4), Müller (3), Weyh (2), Reinarz (2), Polsz (1), Kamp (1), Clauberg (1, 1), Senel, Penz, Münch, Tesche

Zeitstrafen: HSV 4, H2Ku 3

Schiedsrichter: Rosana Sug und Sophia Janz pfiffen in der ersten Halbzeit gut, nach der Pause deutlich schlechter

2. Liga

Absage: In Runde eins gab es einen Corona-Fall in Bremen – die Partie gegen den HSV wurde abgeblasen. Jetzt fiel das Duell Kurpfalz Bären gegen Leipzig aus. Eine Leipzigerin wurde positiv getestet, neun Spielerinnen sind in Quarantäne. Der nächste HSV-Gegner ist: Leipzig! „Kein Mensch weiß jetzt, ob wir am Sonntag spielen werden“, meint HSV-Boss Stefan Bögel. Das nächste Heimspiel ist am 25. September gegen Beyeröhde.

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