Eishockey

Solinger Zwillinge blicken nach Titel auf eine Profikarriere

Marvin (l.) und Robin (r.) Drothen posieren mit dem Meisterpokal und Trainer Jochen Molling.Foto: Jörg Drothen
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Marvin (l.) und Robin (r.) Drothen posieren mit dem Meisterpokal und Trainer Jochen Molling.Foto: Jörg Drothen

Marvin und Robin Drothen gewinnen mit den Eisbären Berlin die Deutsche U20-Meisterschaft.

Von Thomas Rademacher

Solingen. Sie hatten lange auf diese Chance gewartet. Seit drei Jahren treten Marvin und Robin Drothen für die Eisbären Juniors Berlin in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) an, doch um die U20-Meisterschaft durften sie erst in diesem Jahr spielen. Gleich zwei Mal in Folge war der renommierte Eishockey-Titel coronabedingt nicht vergeben worden. 2022 war es wieder soweit, und die Solinger Zwillinge ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen. Im entscheidenden dritten Finalspiel bei den Kölner Haien gewannen die Hauptstädter 3:2 und feierten damit ihren ersten DNL-Titel der Vereinsgeschichte.

„Uns war klar, dass wir oben mitspielen, aber Favorit waren wir im Finale nicht“, blickt Marvin Drothen zurück. Köln war nach der Hauptrunde Erster, Berlin Dritter. Während die Haie damit für das Halbfinale gesetzt waren, mussten sich die Eisbären durch das Viertelfinale kämpfen. Einem 2:1-Seriensieg gegen Augsburg folgte ein 2:0 über Kaufbeuren und damit die große Chance für die beiden 19-Jährigen. „Es ist für uns beide der bisher größte Erfolg unserer sportlichen Karriere“, sagt Robin.

Beide Zwillinge haben entscheidend dazu beigetragen. Gemeinsam mit Eric Hördler spielen sie in der ersten Sturmreihe. In acht umkämpften Play-off-Spielen erzielte Marvin vier und Robin zwei Tore. „Die Freude nach dem 3:2 im entscheidenden Spiel war natürlich riesig. Die Busfahrt zurück nach Berlin war eine einzige Party“, berichtet Marvin. Doch auch schon in der kleinen Kölnarena 2 hat das Duo gefeiert. „Für unsere Solinger Freunde war das dritte Finale natürlich gut erreichbar. Allerdings konnten gar nicht so viele dabei sein, wie wir uns das gewünscht hätten“, erklärt Marvin. „Die Halle ist sehr klein und war direkt ausverkauft.“

Der Moment des Triumphs: Die U20-Mannschaft der Eisbären Berlin liegt sich nach dem Sieg im dritten Finale bei den Kölner Haien in den Armen.

Heimisch fühlt sich die Spielstätte in der Domstadt für die beiden Solinger aber noch immer an. Denn dort haben sie das Eishockeyspielen erlernt. Über einen kurzen Ausflug zur Düsseldorfer EG ging es nach Abschluss der 10. Klasse an der Friedrich-Albert-Lange-Schule für ein Jahr ins kanadische Ottawa. Erst dort entstand der Kontakt zu den Eisbären. „Die U20 war auf einer Rundfahrt in der Nähe, und wir wurden zum Probetraining eingeladen“, erinnert sich Marvin. Den damaligen Trainer Chris Lee hat das Duo direkt überzeugt.

„Er ist zwar kurz darauf überraschend gestorben, aber Geschäftsführer Sven Felski hat uns versichert, dass man weiter auf uns setzt“, sagen die beiden Stürmer. Ihren neuen Trainer Jochen Molling überzeugten sie, so dass beide sogar im ersten von drei U20-Jahren viele Einsatzminuten bekamen. Denn darum geht es. „Um besser zu werden, muss man auf dem Eis stehen. Das ist uns auch jetzt sehr wichtig.“

Im April werden beide 20 Jahre alt, schließen in Berlin ihr Abitur ab und werden in den Männerbereich wechseln. Der Sprung ist nicht einfach. „Wo wir hingehen, haben wir noch nicht entschieden. Angebote sind da“, sagt Marvin, der sich auf die Herausforderung freut: „Bei den Männern geht es noch etwas schneller und härter zu, aber das kriegen wir hin.“ Eine Partie haben die Brüder bereits in der 2. Liga für die Lausitzer Füchse absolviert. Sie wissen also, auf was sie sich einlassen.

Fest steht, sie wollen Profis werden. „Klar würden wir gerne zum selben Club gehen, weil wir seit Lebzeiten zusammenspielen und immer wissen, wo der andere hinläuft. Wenn es sich aber anders ergibt, ist das auch in Ordnung“, betont Robin. „Unser Fokus gilt zunächst dem Sport. Damit wollen wir unser Geld verdienen. Mit dem Abitur haben wir eine gute Basis für weitere Bildung gelegt.“ Beim EC Bergisch Land wird man die beiden starken Zwillinge also mittelfristig nicht sehen, sondern eher in der 2. Liga oder sogar der DEL, Deutschlands höchster Spielklasse.

Hintergrund

Eliteförderung: In der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) sind die größten Eishockey-Talente des Landes aktiv. Das Spiellevel ist hoch, und die Akteure, die der Klasse entsprungen sind, namhaft. In jungen Jahren trat sogar Deutschlands erfolgreichster Profi, Leon Draisaitl, in der DNL an.

Zeitfaktor: Marvin und Robin Drothen leben aktuell für Eishockey und Schule. Für Freundinnen bleibt beiden keine Zeit, wie sie scherzhaft anmerken.

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