Fußball

Solinger Fußballer treiben große Sorgen um

Es wird dauern, bis Kosta Tsiougaris (Wald 03, l.) und Niklas Schwab (Britannia) wieder auf den Fußballplatz zurückkehren. Foto: Christian Beier
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Es wird dauern, bis Kosta Tsiougaris (Wald 03, l.) und Niklas Schwab (Britannia) wieder auf den Fußballplatz zurückkehren.

Umfrage: Verständnis für die Verlängerung der Unterbrechung bei Männer- wie Frauenteams.

Von Timo Lemmer

Am 23. Januar rollt wieder der Ball im Pflichtspielbetrieb. Frühestens. Es kann auch sein, dass die inzwischen offiziell eingelegte Winterpause der Fußballer am Niederrhein noch länger dauert. Denn die Verantwortlichen von Verband und Kreisen haben mit ihrer jüngsten Entscheidung gleichermaßen festgelegt, dass die Plätze mindestens zwei Wochen vor Wiederbeginn nutzbar sein sollen – der Spielbetrieb hängt damit weiterhin voll an behördlichen und politischen Verfügungen. Das Solinger Tageblatt hat sich bei den Solinger Vereinen auf Verbandsebene umgehört.

Pause: Das Gros der Solinger Vertreter hält die vorgezogene Winterpause für sinnvoll, zumal damit früher Planungssicherheit herrscht. „Das war klar“, sagt Erdim Soysal vom VfB. Aufgrund der Infektionszahlen sei das in Ordnung, findet 03-Trainer Kevin Dirks. Sein Bezirksliga-Kollege Nils Esslinger vom TSV lobt den Verband zumindest in diesem Punkt für Weitblick: „Das kommt für mich überraschend früh. Ich hoffe, der Verband trifft auch so früh vernünftige Entscheidungen mit Weitblick auf die restliche Saison.“

Jasmin Weide, Spielertrainerin der Eintracht, sagt: „Ich finde die Entscheidung richtig. Ich kann aber auch die verstimmten Personen verstehen, besonders im Jugendbereich.“ Und für die Britannia befindet Tim Evertz: „Ich denke, es wäre auch ein falsches Signal an die Gesellschaft gewesen, wenn beispielsweise die Gastronomie, wo Existenzen dran hängen, schließen muss, und der Fußball den Spielbetrieb wieder aufnimmt.“

Spielplan: Allen voran der Fusionsclub von Ditib und Vatanspor sieht sich aber auch bestätigt. Denn die Weyersberger vertraten in der vorherigen Abbruchsaison als einziger Solinger Verein die Meinung, dass die Spielzeit am besten nicht abzubrechen, sondern zu verlängern sei. Auch Kreisgeschäftsführer Udo Reisgies sagt zumindest, „dass es möglich ist, dass auch wir bis März warten müssen. Dann würde sich dieser bayerische Weg, der anfangs nur müde belächelt wurde, bewahrheiten“.

Der Fußballverband Bayern hat als einziger die vergangene Saison pausiert und will sie wieder aufnehmen. Solch eine Spielzeit 2019/2020/2021 schwebte jedenfalls auch DV-Sportdirektor Vedat Atalay vor: „Genau wegen des aktuellen Szenarios hatten wir vor einem Abbruch gewarnt. Weil es abzusehen war, dass uns diese Situation noch länger beschäftigt. Es wurden falsche Entscheidungen getroffen, die uns die jetzige Situation beschert haben.“ Esslinger warnt zudem klar: „Es gibt Mannschaften bei uns in der Liga, die noch 22 Spiele im neuen Jahr machen müssten. Da kann ich im Amateursport in diesen Zeiten nur lachen!“

Training: Die, wie er sagt, „falschen Entscheidungen“ nimmt DV um Atalay nun wie alle Solinger Teams an: „Nichtsdestotrotz müssen wir jetzt hier durch.“ Die Spieler trainieren individuell, mit einem Training ab Dezember rechnet er nicht: „Meiner Schätzung nach wird nicht vor Mitte Januar trainiert. Ich hoffe aber, dass es vorher klappt.“

Individuelle Pläne verfolgen auch die anderen Solinger Verbandsfußballer. Weide betont wie andere, dass sie hofft, dass der Trainingsbetrieb schon vor dem Spielbetrieb wieder starten kann: „Sobald das wieder erlaubt ist, können wir zu den Anfängen zurück und zumindest in Sechser-Gruppen Training anbieten.“ Dirks hätte sich gar gewünscht, dass weiter hätte trainiert werden dürfen – viele Trainer haben dabei nicht zuletzt auch die Jugend im Blick. Der 03-Trainer, der seine ersten Meriten im Jugendfußball sammelte: „Ich kenne niemanden, der sich aufgrund einer Trainingseinheit infiziert hat. Hier hätte man vielleicht anders handeln können: keine Kabinen und keine Zuschauer.“ Er rechnet ebenfalls nicht mit Training vor Mitte Januar: „Ich habe die Befürchtung, dass wir einige Kinder und Jugendliche an die Playstation verlieren. Deswegen hoffe ich, dass der Platz für Kinder und Jugendliche früher freigegeben wird.“

Kreis Solingen

Udo Reisgies wird auf Kreisebene abwarten, ehe er den Spielplan wieder anpasst und die Spiele neu ansetzt. „Aktuell ergibt es nur Sinn, von Monat zu Monat zu gucken“, sagt der Kreisgeschäftsführer. Seine Spielplan-Puffer sind inzwischen voll, dazu könnte mit Wiederbeginn der Winter einsetzen: Die Wahrscheinlichkeit, dass auf Kreisebene nur die Hinrunde gespielt und dann gewertet wird, werde immer größer.

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