Badminton

„Wie gegen Boris Becker zu spielen“

Oliver Binus traf bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Spanien mit Jens Eriksen auf einen der ganz Großen der Badmintonszene. Foto: Daniela Tobias
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Oliver Binus traf bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Spanien mit Jens Eriksen auf einen der ganz Großen der Badmintonszene.

Der Solinger Oliver Binus trat bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Spanien an.

Von Daniel Bernards

Solingen. Der Pandemie und den allgegenwärtigen Corona-Bestimmungen zum Trotz: Die Senioren-Weltmeisterschaften im Badminton waren ein sportliches Großereignis. Knapp 1250 Spielerinnen und Spieler aus 50 Nationen nahmen an den Wettkämpfen im spanischen Küstenort Huelva teil. Für das deutsche Aufgebot wurden 130 Akteure nominiert. Mittendrin und voll dabei: Der Solinger Oliver Binus, der in der Altersklasse O50 im Einzel und Doppel antrat.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich vor der Einreise einem PCR-Test zu unterziehen, blieben mitsamt Anhang dann auch in den Hotels beziehungsweise im Arenabereich unter sich. Dennoch: Oliver Binus, der zuletzt vor zwei Jahren in Indien gestartet war, erlebte seine dritten Weltmeisterschaften im Seniorenbereich nicht nur insgesamt als „eine tolle Geschichte“, sondern auch als Möglichkeit, „sich zumindest eine Zeit lang von der Corona-Krise abzulenken“. Grundlage für Nominierung und Start war sein Resultat der letzten Deutschen Meisterschaft, bei der der Spieler und Vorsitzende der DJK Solingen das Halbfinale erreicht hatte.

Während Oliver Binus in der Einzelkonkurrenz schnell das Aus gegen den Schweden Magnus Gustafsson ereilte, hinterließen die Begegnungen in der Doppelkonkurrenz nachhaltig Eindruck. Mit seinem Bonner Doppelpartner Michael Anhäuser lieferte er sich gegen das Lokalmatadoren-Duo Luis Antonio Morcillo/Alvaro Rangil eine der stimmungsvollsten und dramatischsten Partien der gesamten Titelkämpfe: Die beiden Spanier führten bereits zur Freude der nicht gerade wenigen spanischen Zuschauer mit 20:14 im dritten Satz, ehe Binus/Anhäuser das Unheil noch abwenden konnten. Dementsprechend „groß gefeiert“ wurde noch am Abend, dass die beiden Deutschen Spiel und Satz Nummer drei mit 26:24 zu ihren Gunsten entschieden.

In der nächsten Runde kam das Aus

In der nächsten Runde kam dann erwartungsgemäß das Aus gegen die kroatisch-dänische Paarung Sandi Saban/Jens Eriksen. Doch vor allem das Aufeinandertreffen mit dem Dänen stellte ebenfalls ein besonderes Erlebnis dar: „Das ist ein bisschen so wie im Tennis gegen Boris Becker zu spielen“, berichtet Oliver Binus davon, dass der 51-jährige Eriksen als einer der Großen in der europäischen Badmintonszene galt und gilt. Er ist mehrfacher Europameister und zudem Gewinner der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2004 im Mixed.

Auf neun Feldern wurde in der Haupthalle der Carolina Marin Arena gespielt, die nach der in der Stadt geborenen Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Badminton benannt ist. Vielleicht lag es an dieser Affinität zu Sportart und Sportstar, dass auch die Titelkämpfe der Senioren Anklang fanden, wie Oliver Binus im Nachklang erzählt: „Die Tribünen waren fast immer voll. Sehr viele Schulklassen durften zuschauen.“ Dabei konnte man die Titelkämpfe der Altersklassen O35 bis O75 auch nur als Aufgalopp für etwas noch Größeres betrachten: Kurz danach wurden in derselben Sportstätte die 26. Weltmeisterschaften der besten Badmintonspieler überhaupt ausgetragen.

Hintergrund

Nicht nur der DJK-Vorsitzende spielte bei der Senioren-Weltmeisterschaft: Auch die Solingerin Cornelia Ern-Joachim griff in Huelva zum Schläger. Die Spielerin von Blau-Weiß ging im Mixed und Doppel an den Start. Mit Mixed-Partner Alexander Tandun aus Polen erreichte sie das Viertelfinale der Altersklasse O50, ehe in diesem gegen die britische Paarung Simon Gilhooly/Sara Foster das Aus kam. Im Doppel schied sie an der Seite von Reni Molla-Hassan (Bulgarien) in der zweiten Runde aus.

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