Fußball

VfB und 03 – Rollentausch bahnt sich an

Ein fassungsloser VfB, ein jubelnder Gegner – symptomatisch für den Verlauf der Hinrunde beim Landesligisten. Foto: Andreas Horn
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Ein fassungsloser VfB, ein jubelnder Gegner – symptomatisch für den Verlauf der Hinrunde beim Landesligisten.

Rückblick, Ausblick, Personalien zu den fünf Teams in der Landes- und Bezirksliga.

Von Ben Busch und Jürgen König

Solingen. Nach 14 Spielen war in der Landesliga Gruppe 1 und Bezirksliga Gruppe 2 Hinrunden-Schluss – erst am 6. März geht es weiter. Wie sinnvoll diese lange „Winterpause“ eingestuft wird, beleuchten wir in Kürze. Heute geht es um den Blick zurück und nach vorne sowie anstehende personelle Veränderungen.

Landesligist VfB hat Ladehemmung

Wenn man zum Ende der Hinrunde den ersten Punkt auf dem heimischen Kunstrasen holt, kann es nicht gut gelaufen sein. Mit sieben Punkten ist Solingens klassenhöchstes Fußball-Team derzeit Letzter und auf Bezirksliga-Kurs. „Wir schießen die Tore nicht“, hat Geschäftsführer Manuel Habljak das Haupt-Manko herausgearbeitet. 10:35-Treffer stehen zu Buche – zu wenig, um wirklich konkurrenzfähig zu sein. Wenngleich Habljak der ersten Elf durchaus bescheinigt, für die Landesliga gut genug zu sein.

In der Pause wird es einen personellen Umbruch geben, neben dem bisherigen Kapitän Francesco La Rosa verlassen fünf weitere Akteure den Bavert: Niklas Apelt, Leon Kauermann, Luis Garcia, Samuel Scheele und Rachid Bajut. Bis zu drei erfahrene Neuzugänge sollen die Lücken schließen, grundsätzlich werden junge Spieler die Basis bilden. Ein anderes Problem: Im derzeitigen 22er-Kader sind sieben Spieler nicht gegen das Corona-Virus geimpft. „Wir tragen eine gesellschaftliche Verantwortung“, hofft Manuel Habljak auf eine Steigerung der Quote. Was auch Tore und Punkte betrifft. Spaß haben und den Glauben finden, in der Liga Punkte sammeln zu können – das ist die Vorgabe für die Mannschaft des Trainer-Duos Rossi Tilaro und Erdim Soysal, das der mageren Ausbeute zum Trotz über jede interne Kritik erhaben ist.

Bezirksliga-Herbstmeister 03 tätigt weitere Transfers

Mit einem Paukenschlag endete aus Solinger Sicht die Bezirksliga-Hinrunde. Das von 400 Zuschauern verfolgte 0:0 der Sportvereinigung Wald 03 gegen Schlusslicht FC Britannia war unter anderem von fünf Roten Karten sowie einer Unterbrechung begleitet und hielt dem mit einem Punkt vor dem TSV Eller führenden Aufstiegsanwärter dennoch die Herbstmeisterschaft bereit. Peter Resvanis macht die Ambitionen zudem durch Transfers deutlich. Auf Vincenzo Lorefice folgt Francesco La Rosa, weitere Verpflichtungen sollen sich anschließen. „Er zählt zu den erfahrenen Solingern mit Qualität und möchte an der Weiterentwicklung des Fußballs in der Klingenstadt teilhaben“, sagt Resvanis.

Der Sportliche Leiter von 03 räumt anfängliche Irritationen beim Wechsel des Defensiv-Mannes ein, diese seien aber in eine lösungsorientierte Zusammenarbeit mit dem VfB gemündet. Dort schätzt man La Rosa aufgrund seiner jahrelangen Vorbildfunktion, hat dessen sportliche Veränderung gemeinsam aufgearbeitet: „Die Initiative ging nicht von 03 aus“, stellt Manuel Habljak fest und denkt über den Tellerrand hinaus. „Vielleicht ist es der Anlass, sich noch mal an einen Tisch zu setzen und für Solingen zusammenzuarbeiten.“ Beide Vereine hatten bereits intensive Verhandlungen über eine enge Kooperation geführt, zu einem Abschluss kam es seinerzeit aber nicht.

Durchwachsene Hinrunde für den TSV

„Was uns am meisten fehlt, ist Konstanz.“ TSV-Trainer Nils Esslinger fasst zusammen, was nicht zu leugnen ist: Nur fünf der 14 Bezirksliga-Spiele konnten die Aufderhöher für sich entscheiden – das Ergebnis: der achte Platz. Zufrieden ist damit an der Höher Heide niemand. Klang die Zielsetzung vor der Saison noch optimistisch, ist Motivations-Motor der Rückrunde weniger der Zehn-Punkte-Rückstand zur Tabellenspitze als der schmelzende Vorsprung auf die Abstiegsplätze. „Wir müssen den Blick eher nach unten als nach oben richten, alles andere wäre mathematisch nicht richtig – so ehrlich müssen wir sein“, gesteht Esslinger.

Zeit sich auszuruhen, bleibt keine: Bis Anfang Januar das Mannschaftstraining startet, arbeiten die TSV-Kicker mit individuellen Trainingsplänen ihres Athletik-Trainers. Personelle Rückrunden-Verstärkung beziehen die Aufderhöher neben externen Neuzugängen auch aus der eigenen Jugend.

DV durchlebt Höhen und Tiefen

„Wir haben eine durchwachsene Saison gespielt – geprägt von Höhen und Tiefen“, erklärt DV-Sportdirektor Vedat Atalay, obwohl es, wenn man es genau nimmt, nur ein Hoch und ein Tief war. Auf sechs Spiele ohne Niederlage folgten sechs ohne Sieg – die Konsequenz: ein Trainerwechsel. Dass Ditib-Vatanspor damit nicht bis zur Winterpause wartete, zahlte sich aus. Seit Deniz Aktag den Cheftrainer-Posten übernommen hat, läuft es wieder. Mit zwei wichtigen Siegen zum Hinrunden-Abschluss geht DV als Tabellenvierter in die Winterpause.

Peter Resvanis (r.) plant die sportliche 03-Zukunft auf Hochtouren – mit Francesco La Rosa.

Es ist eine gute Ausgangsposition, um in der Rückrunde an der Tabellenspitze mitzumischen. Verlieren will DV nämlich nicht mehr, mit einem Augenzwinkern erklärt Atalay: „Wir haben für diese Saison genug Zeit im Tief verbracht, für die Rückrunde reichen uns die Hochphasen. Tiefs stehen uns einfach nicht.“ Mit diesen kamen auch Abgänge (Kevin Okereke, Tevfik Köse, Shanthushan Srikanthan), die es jetzt in der Winterpause zu ersetzen gilt. Wen genau die Weyersberger in der Pipeline haben, behält Atalay jedoch vorerst für sich.

Britannia genießt die positive Entwicklung

Je eindeutiger die Außenseiterrolle – desto besser die Britannia. Zwar hat das Liga-Schlusslicht erst einen Sieg eingefahren, konnte aber mehrfach beweisen, was Kampfgeist und Zusammenhalt ausmachen. Sowohl gegen Herbstmeister Wald 03 als auch gegen den Tabellenzweiten aus Eller ließ die Elf um Spielertrainer Bastian Kreienbaum mit unerwarteten Unentschieden mächtig aufhorchen.

Darauf setzt auch Kreienbaum mit dem Blick nach vorne: „Die positiven Entwicklungen der vergangenen Wochen sind für uns aktuell wichtiger als die Tabelle.“ Ohne Neuzugänge wird auch der Tabellenletzte nicht auskommen, denn mit Christopher Nötza verlässt ein für die Britannia enorm wichtiger Innenverteidiger den Weyersberg und hängt seine Fußballschuhe zumindest vorerst an den Nagel.

Bezirksliga

Der 6. März 2022 hat es gleich in sich, wenn das Weyersberg-Derby steigt. Gastgeber ist dann ab 15.30 Uhr DV gegen den FC Britannia. 03 (gegen Unterbach) und TSV (in Benrath) starten mit lösbaren Aufgaben.

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