Schach-DM

SG Solingen korrigiert ihre DM-Ziele

Blick auf den Turnierraum in Karlsruhe: Die Bretter stehen in großem Abstand zueinander. Foto: Oliver Kniest
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Blick auf den Turnierraum in Karlsruhe: Die Bretter stehen in großem Abstand zueinander.

Niederlagen gegen Viernheim und Baden-Baden.

Von Thomas Rademacher

Dass die SG Solingen gegen die OSG Baden-Baden nur Minimalchancen haben würde, hatte bereits vor Beginn des Turniers um die Deutsche Meisterschaft 2020 in Karlsruhe festgestanden. Überraschend war hingegen, dass die Klingenstädter auch dem SC Viernheim nominell deutlich unterlegen waren. Die 3:5-Niederlage bezeichnete SG-Vorsitzender Oliver Kniest als leistungsgerecht gegen eine „bärenstark aufgestellte Mannschaft.“

Erstmals überhaupt traten die Viernheimer mit ihren acht besten Spielern an, die über einen Elo-Schnitt von 2680 verfügen. Die Elo-Zahl gibt die Stärke eines Schachspielers an und ist in der Branche das Maß aller Dinge. „Bei uns verfügt nur Jorden van Foreest über diesen Wert“, betonte Kniest. Ausgerechet der Niederländer, der in seiner Partie gegen Yuriy Kryvoruchko statistisch auf Augenhöhe war, unterlief ein für seine Verhältnisse großer Fehler. „Der führte zu einer schnellen Niederlage“, sagte der Vorsitzende.

Eine Chance hatten die Solinger trotzdem noch. Erwin L’Ami, Aryan Tari, Mads Andersen und Georg Halvax gelangen Remisen, während Loek van Wely seinen Gegner sogar matt setzte. Hätte Jörg Wegerle seine Chancen in einer extrem komplizierten Stellung in Zeitnot zum Sensationssieg gegen Igor Kovalenko genutzt, wären die Solinger sogar mit einem 4:4 aus dem Wettkampf gegangen. Doch er verpasste die Möglichkeit und verlor, so dass letztlich eine 3:5-Niederlage stand.

Gegen Baden-Baden waren die Klingenstädter am Freitagnachmittag in einer noch krasseren Außenseiterrolle. In Fabiano Caruana, Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronian hatte der amtierende Deutsche Meister die ersten Bretter mit einer Welt-Elite des Schachs besetzt. Gegen Vize-Weltmeister Caruana gelang L’Ami aber die Sensation. Der mehr als 200 Elo-Punkte schwächer eingestufte Niederländer setzte den Topfavoriten am Spitzenbrett matt. Van Foreest und Alexander Naumann holten halbe Punkte, doch an den anderen Brettern siegte Baden-Baden, das damit einen klaren 6:2-Erfolg einfuhr.

Die SG ist damit nach bislang nur einem Sieg im Kampf um den erhofften dritten DM-Platz aus dem Rennen. Gegen München, Berlin und Deizisau soll aber Rang fünf gesichert werden.

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