Handball

Jule Polsz will sich mit dem HSV weiterentwickeln

Hier noch mit der Trikotnummer 24 agierend, wird die mit viel Potenzial gesegnete Jule Polsz in der Liga die 17 tragen. Fotos: Lars Breitzke
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Hier noch mit der Trikotnummer 24 agierend, wird die mit viel Potenzial gesegnete Jule Polsz in der Liga die 17 tragen.

Die neue Rückraum-Linkshänderin des Handball-Zweitligisten kommt aus Leverkusen.

Solingen. Nicht nur wegen des langfristigen Ausfalls von Melina Fabisch ist sie ein ganz wichtiger Neuzugang: Jule Polsz soll im rechten Rückraum das Vakuum füllen, das durch den Kreuzbandriss der abwehrstarken Linkshänderin Fabisch entstanden ist. Die ersten Wochen hat die 19-Jährige beim HSV Solingen-Gräfrath nun hinter sich und zieht ein erstes positives Fazit: „Es geht sehr familiär zu, ich fühle mich wohl.“

Was aber auch nicht allzu schwer fiel, denn die bisherige Handballerin des TSV Bayer 04 Leverkusen kannte Spielerinnen schon von dort – und natürlich die Trainerin. Gemeinsam mit Kerstin Reckenthäler durfte sie 2018 den Triumph der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft auskosten. Guter Instinkt, starkes 1:1, schnell auf den Beinen – so hatte Reckenthäler ihre neue Spielerin unter der Überschrift „unberechenbar“ beschrieben.

Jule Polsz nahm es mit Zustimmung zur Kenntnis und setzt viel daran, auch in der Abwehr Fuß zu fassen. Angesichts der Nöte im rechten Rückraum nimmt sie diese Herausforderung an, im Team der Werkselfen hatte sie indes in der 1. Bundesliga auf Außen agiert und sich auf dieser Position auch ins erweiterte Blickfeld der Nationalmannschaft gehievt.

Die Vorbereitungen laufen - sind aber anstrengend

Die erste Vorbereitungsphase über drei Wochen hatte die frühere Friesenheimerin schon als sehr intensiv empfunden, weil das Training von vielen Intervallen geprägt war. Aber auch der zweite Abschnitt hat es in sich, wenngleich er von ihr etwas angenehmer eingestuft wird, weil mehr taktische denn läuferische Inhalte vorhanden sind.

Anstrengend ist es allemal – gerade in diesen Tagen unter anderem mit dem kräftezehrenden Turnier in Melsungen, wo man sogar dem verlustpunktfreien Deutschen Meister Borussia Dortmund trotz einer letztlich klaren Niederlage gut Paroli bot. „Am ersten Tag fehlte Jule noch das Wurfglück, am zweiten hat sie sich besser präsentiert“, fasste Kerstin Reckenthäler den Auftritt zusammen und registrierte die Steigerung ihres mit reichlich Selbstvertrauen ausgestatteten Top-Talents natürlich wohlwollend.

An diesem Mittwoch sollte es mit Jule Polsz eigentlich zu weiteren Testzwecken zum Drittligisten Tus Königsdorf gegangen sein, wo Teamkollegin Jette Clauberg – deren Knieverletzung nun doch keine längere Pause nach sich zieht – ein Doppelspielrecht ausübt. Doch der HSV sagte die Begegnung kurzfristig ab. „Ich wollte kein Risiko eingehen. Die Mädels sind ein bisschen platt, und von zehn hoch belasteten Feldspielerinnen waren auch noch zwei, drei angeschlagen“, erklärte Reckenthäler und beschränkte sich in diesen Tagen auf einen Mix aus Kraft- und Hallentraining.

Jule Polsz will in die 2. Bundesliga

Obwohl noch sehr jung, hat Jule Polsz bereits feste Vorstellungen von ihrer sportlichen Zukunft. So erachtet sie die 2. Bundesliga für sich als gut, ist ihr dort die unerlässliche Spielpraxis auf ansprechendem Niveau wohl gewiss. Doch ihre Gedanken gehen auch schon über ein, zwei Jahre beim HSV – der Vertrag läuft vorerst bis 2022 – hinaus. „In vier, fünf Jahren möchte im Ausland spielen“, sagt die „Sportlerin aus Leidenschaft“. Neue Erfahrungen sammeln und ein anderes Umfeld kennenlernen – das übt einen starken Reiz auf sie aus.

Überhaupt ist Polsz, die in Leverkusen mit dem den Gräfrathern nahe stehenden Michael Biegler einen Trainer der alten Schule hatte, eine Vertreterin klarer Worte. Da macht sich bemerkbar, dass sie sich, bei Schifferstadt aufgewachsen, frühzeitig mit der Mittleren Reife als 15-Jährige in die Selbstständigkeit begeben hat. „Dadurch habe ich den respektvollen Umgang gelernt, der mir wichtig ist.“

Auch bezüglich der bevorstehenden Spielzeit in einer qualitativ aufgewerteten 2. Bundesliga mit verstärkten Alt-Konkurrenten und guten Liga-Neulingen hat die Neu-Solingerin, die bei 58 Kilogramm und 1,73 Metern Körpergröße noch athletisch zulegen wird, eine klare Vorstellung. „Den Platz unter den ersten Fünf zu bestätigen, wäre eine schöne Sache“, sagt sie, zugebend, dass sie die vergangene Zweitliga-Saison nicht allzu intensiv verfolgt hat. Dafür hatte sie selbst genug um die Ohren, und das nicht nur handballerisch in ihrem Verein.

HSV-Jubel in der Klingenhalle: Dafür spult das Zweitliga-Team derzeit ein intensives Vorbereitungsprogramm ab.

Bei der Bayer Leverkusen Fußball GmbH macht sie ihre Ausbildung zur Fitnesskauffrau. Bedeutet nicht, dass sie täglich mit den Bundesliga-Stars trainiert, aber ein besonderes Umfeld ist es allemal. Und die noch anhaltende Lehre stellt den Grund dafür dar, noch nicht in die Klingenstadt gezogen zu sein.

An diesem Samstag geht es von hier aus zur HSG Rodgau Nieder-Roden, wo der HSV im Turnier auf Teams aus der 3. Liga trifft – neben den Gastgeberinnen sind dies der HC Rödertal und die SG Kirchhof. Auch für Jule Polsz ist es die nächste Chance, ihre Variabilität im Wettkampf unter Beweis zu stellen.

Jugend

Die A-Mädchen des HSV sind mit einer 21:23-Niederlage bei St. Tönis in die Qualifikation zur Bundesliga gestartet. Am Samstag (16 Uhr, Kannenhof) kommt es zum Duell mit dem Bergischen HC, dem zum Auftakt eine 27:29-Heimniederlage gegen Gelpe/Strombach widerfuhr. Ausführliche Berichterstattung zu beiden Teams: am Samstag im ST.

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