Fußball

Britannia schaltet zu spät in den zweiten Modus

Hasan Ücüncü (l.) und die Britannia setzten Malik Demba & Co. vor 250 Derby-Besuchern viel entgegen. Doch DV setzte sich durch. Foto: Christian Beier
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Hasan Ücüncü (l.) und die Britannia setzten Malik Demba & Co. vor 250 Derby-Besuchern viel entgegen. Doch DV setzte sich durch.

Bezirksliga: Ditib-Vatanspor gewinnt zum Auftakt das Derby beim Nachbarn 2:1 (1:0).

Solingen. Wer auf echte Derby-Momente gewartet hatte, der musste sich am Weyersberg gedulden, bis die letzten zehn Minuten des Duells FC Britannia gegen Ditib-Vatanspor angebrochen waren. Die hatten es dann aber in sich. Zunächst aufgrund von überbordenden Gefühlen, als sich ein paar Spieler zum intensiven Meinungsaustausch gegenüberstanden – zuvor war das Lokalduell in dieser Hinsicht nur durch ein paar härtere, aber auch nicht rüde Fouls aufgefallen. Der Spielerpulk löste sich rasch.

Ein paar gelbe Karten später war es Alan Kalongi, der die bis dato beste Britannia-Chance nutzte und das Lokalduell damit auch sportlich noch einmal aus seinem seichten Schlaf holte. Der neue Stürmer jagte ein Geschoss zum 1:2-Anschluss in den Giebel und verlieh dem Derby doch noch einmal Spannung. Doch auch, wenn Britannia-Coach Stephan Wüster nun alle defensiven Zwänge über Bord warf und sein Team in den Offensiv-Modus umschaltete, gelang kein weiteres Tor mehr, obwohl der Ball nach einem letzten Freistoß sogar noch mal den Pfosten gestreichelt hatte. „Das wäre schon verdient gewesen, alleine für den Aufwand“, fand Wüster.

Doch letztlich setzte sich das fußballerisch bessere Team von Ditib-Vatanspor mit 2:1 (1:0) durch, wenngleich sich bei den Gästen keineswegs Chance an Chance gereiht hatte. Das erfreute einerseits Wüster: „Ich kann heute nur stolz sein, dass wir so einem Gegner nur zwei Chancen gegeben haben, auch wenn sie sicherlich in der zweiten Halbzeit noch einen Elfmeter hätten bekommen müssen.“ Und verärgerte andererseits DV-Coach Alfonso del Cueto: „Wir haben heute wirklich nicht gezeigt, was wir in der Vorbereitung schon auf den Platz gebracht haben. Wir haben nicht schnell genug gespielt, gegen den abwartenden Gegner somit keine Tiefe gefunden.“ Das müsse besser werden – zumal sicherlich nicht nur die Britannia gegen das offensivstarke DV-Ensemble eine defensive Ausrichtungen wählen wird.

Britannia vs. Ditib-Vatanspor: Der Zwist der Nachbarn ist längst beigelegt

Und doch: Von ein paar Britannia-Nadelstichen, allen voran durch den dann in letzter Konsequenz aber stets abgeblockten Hasan Ücüncü, abgesehen, war es Nachbar DV, der besonnen aber bestimmend den Takt vorgab. Die erste vernünftige Chance nutzte Habib Daff nach rund einer Viertelstunde zur Führung. Er war es auch, der nach 68 Minuten für Kumpel Shanthushan Srikanthan auflegte – der traf wenige Momente nach seiner Einwechslung zum 2:0. Daraufhin habe er gedacht, seine Mannschaft mache dem Gegner nun endgültig den Garaus, gab del Cueto zu: „Aber wir haben uns nach dem ersten Tor in der Folge wieder schwergetan.“

Wüster war stolz, denn nach 301 Tagen Meisterschaftspause trafen zwei Teams aufeinander, die ganz unterschiedliche Zielsetzungen haben. Während es bei der Britannia nur um den Klassenerhalt geht, hat DV um Sportchef Vedat Atalay freilich ganz andere Ambitionen: „Wir haben jetzt zwei Jahre eine gute Mannschaft aufgebaut. Dieses Jahr haben wir eine richtig gute Analyse gemacht, uns punktuell verstärkt und vor allem auch auf die Charaktere geachtet.“ Das soll sich auszahlen – auch dank Ex-Profi Tevfik Köse.

Dieses Jahr haben wir eine gute Analyse gemacht.

DV-Sportdirektor Vedat Atalay

Übrigens: Der Zwist, den es zwischen den Nachbarn schon mal gegeben hatte, ist längst beigelegt. Eigentlich, so berichtete Britannia-Chef Davorin Zupanic, hätte es bei diesem Derby auch einen sichtbaren Ausdruck davon geben sollen. Doch die miserablen Wetterprognosen verhinderten das angedachte, gemeinsame Catering am Britannia-Platz. Am 6. März, dem ersten Spieltag im neuen Jahr, bietet sich die nächste Möglichkeit – vielleicht gibt es dann ja Bratwurst und Köfte-Tasche, Pils und türkischen Tee unter einem Dach.

FCB: D. Kreienbaum; Schnabel, Stange, Nötza, Benabdellah; B. Kreienbaum, Yücel, Rogalski (40. Küll), Ücüncü, Tabakovic; Kalongi

DV: Illmann; Urata, Yagmur, Okereke (29. Bouchih), Demirtas; Demba, Önel (60. Srikanthan), Jaha, Dogan, Adachi; Daff

Tore: 0:1 (16.) Daff, 0:2 (68.) Srikanthan, 1:2 (84.) Kalongi

DV-Neuzugang

DV hat auch die letzte Planstelle besetzt: Mit Tevfik Köse (33) hat ein Ex-Profi aus der Türkei zugesagt. Der Stürmer kommt auf über 130 Erstliga-Spiele. Der Düsseldorfer schaute beim Derby zu und trainiert bereits mit.

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