American Football

Batuhan Giray: Am liebsten fängt er gegnerische Pässe

Obwohl Corona im vorigen Jahr spürbar ausbremste, hat sich Batuhan Giray bei den Solingen Paladins in der 2. Liga etabliert. Foto: Christian Beier
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Obwohl Corona im vorigen Jahr spürbar ausbremste, hat sich Batuhan Giray bei den Solingen Paladins in der 2. Liga etabliert.

American Football: Batuhan Giray schafft den Sprung aus der Jugend in die Zweitliga-Startformation

Von Ben Busch und Thomas Rademacher

Solingen. Batuhan Giray ist in der 2. Bundesliga angekommen. Er gehört mit seinen 20 Jahren zu den jüngsten, nicht aber zu den unerfahrenen Spielern im Kader der Solingen Paladins. Sieben Jahre ist der Informatikstudent schon Teil der Solinger Footballfamilie. Seine sportliche Laufbahn begann jedoch, wie bei vielen Footballspielern in Deutschland mit einem anderen Sport: Fußball.

Mit gerade einmal vier Jahren stand er 2005 zum ersten Mal auf dem Platz. Die gesamte Kindheit kickte Giray im Trikot des FC Britannia, bis er 2012 seine Fußballschuhe an den Nagel hing. Zu sehr liebäugelte er mit dem Gedanken, es seinem großen Bruder gleichzutun und sich im American Football auszuprobieren. „Ich war von Anfang an begeistert und wollte mitspielen“, erinnert sich Giray.

2014 war er mit 13 Jahren endlich alt genug, um diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. In den ersten Jahren setzten die Trainer ihn ob seiner Geschwindigkeit vornehmlich im Angriff als Receiver oder Runningback ein. Nach zwei Jahren folgte der Wechsel in die Defensive. „Seit dem ersten Training als Free Safety war klar, dass mir diese Position am besten liegt“, erzählt Giray, der seitdem Verantwortung in der Passverteidigung übernimmt.

„Corona hat absolut den Wind aus den Segeln genommen.“

Batuhan Giray, Footballer

Im Alter von 17 Jahren absolvierte Giray sein Abitur am Gymnasium Schwertstraße. Noch im selben Jahr flog er für ein Auslandsjahr in die USA. Natürlich war er auch in Michigan ab dem ersten Tag Teil des Footballprogramms der Deckerville Eagles. „Football in Amerika ist mit dem in Deutschland kaum zu vergleichen. Die Regeln sind dieselben, aber die Intensität und das Niveau sind auf einem ganz anderen Level,“ erklärt der 20-Jährige. In Deutschland trainiert er zwei- bis dreimal pro Woche für zwei Stunden, in Michigan hingegen nach jedem Schultag mindestens drei Stunden. „Es war zwar anstrengend, hat aber unglaublich viel Spaß gemacht und mich sportlich enorm nach vorne gebracht“, sagt der Footballer.

Zurück in Deutschland standen 2019 beim U19-Team der Paladins noch drei Saisonspiele aus. Sein Comeback zelebrierte Giray standesgemäß mit einem „Pick Six“ – er schaffte es also, den Pass der gegnerischen Mannschaft abzufangen (Interception) und den Ball bis in die Endzone zurückzutragen. Ein Spielzug stellvertretend für seine Entwicklung: schneller, stärker, besser.

GFL 2 Nord

2020 sank schließlich mit steigenden Zahlen in der Corona-Pandemie die Wahrscheinlichkeit, dass Giray seine letzte Jugendsaison spielen kann. Mit der endgültigen Absage nahm er das Training im Männerteam auf, um sich auf eine mögliche Zweitliga-Spielzeit vorzubereiten. Als drei Monate später aber auch diese abgesagt wurde, war der Frust groß: „Corona hat absolut den Wind aus den Segeln genommen. Als nach der Jugend- auch die Mänersaison abgesagt wurde, war das wirklich erschütternd.“

Umso glücklicher ist der 20-Jährige, dass 2021 alles nach Plan läuft und er seine ersten Spiele im Trikot des Zweitligisten absolvieren kann: „Die vorigen beiden Spiele habe ich als Free Safety gestartet und bin froh, wieder das machen zu können, was ich am besten kann: Interceptions fangen. Und das in der besten Defense der Liga.“

Auch Cheftrainer Michael Tiedge, der auch hauptverantwortlich für die Passverteidiger ist, zeigt sich mit dem Nachwuchstalent zufrieden: „Er hat eine Grundschnelligkeit und vor allem Spielverständnis. Er kann das Spiel lesen.“ Das ist ungemein wichtig auf der Safety-Position, um entsprechend den Ball abfangen zu können. Dass er das kann, hat Batuhan Giray diese Saison bereits mehrfach bewiesen.

Derby ist eine Frage der Ehre

Mit 8:6-Punkten stehen die Solingen Paladins und Langenfeld Longhorns in der Mitte der 2. Liga. Am Sonntag treffen die Teams um 15 Uhr im Langenfelder Jahnstadion aufeinander. „Wir haben mit dem Abstieg nichts zu tun“, sagt Paladins-Cheftrainer Michael Tiedge. „Es ist also nicht der Druck da, unbedingt gewinnen zu müssen. Trotzdem ist es ein Derby, in dem die Motivation hoch ist. Wir könnten ja theoretisch mit dem Fahrrad dorthin fahren.“

Robert Cummings ist Passverteidiger, ist aber immer wieder auch für das Zurücktragen der gegnerischen Kick-offs zuständig.

2019 haben die Paladins beide Vergleiche mit den Longhorns verloren. Auch deshalb sei das Derby zumindest ein Stück weit eine Frage der Ehre. Der Respekt vor dem Kontrahenten ist am vorigen Wochenende noch einmal gewachsen. Überraschend gewannen die Rheinländer bei den Rostock Griffins mit 27:17. „Das war eine starke Vorstellung. Wir brauchen also eine Topleistung, um Erfolg zu haben“, meint Tiedge, der freilich vor allem auf die Defensive baut. Die ist in dieser Saison die größte Stütze der Solinger und führt inzwischen sogar die gesamte Liga an. Die Paladins-Verteidigung hat im Schnitt nur 229 gegnerische Yards zugelassen. Zur Einordnung: Die Offensive der Langenfelder schafft im Mittel 371 Yards und liegt damit im ligaweiten Vergleich auf Rang drei.

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