Fußball

Rückblick auf die Karriere: Aus der Alternative wird Liebe

Die Vereinstreue und Zuverlässigkeit in Person: Andrea Rohrbach-Kerl war mehr als ein Vierteljahrhundert für die Eintracht am Ball. Foto: Kurt Kosler
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Die Vereinstreue und Zuverlässigkeit in Person: Andrea Rohrbach-Kerl war mehr als ein Vierteljahrhundert für die Eintracht am Ball.

Eintracht-Fußballerin Andrea Rohrbach-Kerl hat ihre Karriere beendet.

Von Moritz Jonas

Solingen. Über die Hälfte ihres Lebens schnürte Andrea Rohrbach-Kerl die Schuhe für die Eintracht. Nun soll nach 26 Jahren aber doch Schluss sein – zumindest auf dem Platz. In ihrer Position als Vorstandsmitglied bleibt die ehemalige Verteidigerin ihrer Eintracht erhalten.

Ihre ersten Schritte am Ball machte Rohrbach-Kerl gemeinsam mit ihrem Bruder, mit dem sie immer kickte. Irgendwann sei dann auch mal eine Freundin dabei gewesen, die bereits bei der Eintracht spielte und sie aufforderte, einmal mit zu ihrem Fußballtraining zu kommen: „Ich glaube, so kommen die Meisten zum Fußballspielen. Und man muss auch sagen, damals gab es gerade im Frauenfußball nicht so viele Alternativen“, erinnert sich Rohrbach-Kerl. Aus der einzigen Alternative ist allerdings eine echte Liebesbeziehung geworden.

In ihren ganzen Jahren an der Zietenstraße hat sie sämtliche Höhen und Tiefen mit der Eintracht durchlebt. Vom Fußball auf Kreisebene bis hin zum Aufstieg in die Regionalliga war alles dabei. Im Aufstiegsjahr sowie den ersten beiden Spielzeiten in der Regionalliga West bekleidete die Abwehrspielerin sogar das Kapitänsamt bei der Eintracht.

Aufstieg in die Regionalliga war Highlight

Bei einer solch langen Karriere und zahlreichen Spielen könnte man auf die Idee kommen, dass es ganz besonders schwer fällt, das eine Highlight herauszufiltern. Für die Eintracht-Ikone ist das allerdings ganz klar der 16. Juni 2013, als sie mit ihrer Eintracht beim SC Viktoria Krefeld um den Aufstieg in die Regionalliga kämpfte. „Wir haben ein super Spiel gemacht und 4:0 gewonnen. Anschließend sind wir mit einem gemieteten Bus zurück nach Solingen gefahren und haben den Aufstieg gefeiert. Das war eine super Party und eine super Truppe“, erinnert sich Rohrbach-Kerl.

„Sie wird immer ein Teil der Eintracht- Familie bleiben.“

Jasmin Weide, Trainerin

Trotz solcher schönen Momente: Nach über einem Vierteljahrhundert hängt die Mutter von vier Jungs nun die Fußballschuhe an den Nagel. Auch wenn sie sich persönlich ein etwas anderes Ende für ihre Laufbahn gewünscht hätte. „Natürlich wäre es schöner gewesen, noch einmal eine komplette Saison zu spielen, anstelle dieses abrupten Endes durch Corona“, sagt Rohrbach-Kerl.

Positiv ist, dass nun mehr Zeit für die Familie bleibt: „Jetzt kann ich meine Kinder auch mal selbst zum Training oder zu den Spielen begleiten“, freut sich die Mutter. Und sollte dazwischen noch Zeit bleiben, würde sie sich gerne an neuen Sportarten probieren. Zuletzt habe sie sich am Bouldern versucht. „Ich bin zwar noch eine blutige Anfängerin. Aber das ist etwas, was ich gerne intensivieren würde.“

Kaum verändert: Rohrbach-Kerl im Jahr 2004. Archivfoto: Kurt Kosler

Dennoch: Schon alleine aufgrund ihrer Funktion als Vorstandsmitglied wird der eine oder andere Sonntag an der Zietenstraße nicht ausbleiben, auch wenn Rohrbach-Kerl das erste Heimspiel der neuen Saison gegen Mönchengladbach ganz wissentlich ausfallen ließ. „Nachdem ich meinen Rücktritt zuvor bekanntgegeben habe, war es schon schwer, zum Platz zu fahren. Das gehörte schließlich mehr als die Hälfte meines Lebens dazu“, zeigt sich Rohrbach-Kerl wehmütig.

Nicht nur der Fußballerin wird es fehlen, in Schwarz-Gelb aufzulaufen. Auch in der Mannschaft wird man sie schmerzlich vermissen. „Wir sind natürlich traurig, dass die Andrea ihre Karriere beendet hat“, erklärt Trainerin Jasmin Weide. „Aber wir sind genauso dankbar für ihre harte Arbeit in diesem Verein und ihr tolles Engagement. Wir werden sie schmerzlich vermissen, aber sie wird auf jeden Fall immer ein Teil der Eintracht-Familie bleiben.“

Persönliches

Geboren: am 27. Februar 1981.

Beruf: Wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Fußball-Stationen: SV Eintracht Solingen. . .

Position: In der Jugend offensiv, dann zunächst als Libero und später lange als Außenverteidigerin.

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